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5 Dinge, die sich beim ersten Baby ändern – und wie man damit umgeht

September 13, 2019

Zum ersten Mal sein ungeborenes Baby auf dem Ultraschall sehen – diesen Moment wird wohl keine werdende Mama jemals vergessen. Das Herzchen schlägt und ganz zart kann man die Konturen erkennen, die bald einen vollständigen kleinen Wundermenschen ausmachen werden. Mehr Glück geht nicht und die Vorfreude auf das neue Leben, was da in einem entsteht, wird von Tag zu Tag größer.

Dennoch gibt es viele Fragen, die während einer Schwangerschaft auftauchen. Das Leben mit Baby wird ganz anders sein, als man es zuvor gekannt hat. Ein Neugeborenes bringt Veränderungen mit sich, sowohl für einen selber, als auch für die Partnerschaft. Mit einem Kind beginnt ein wunderschöner und aufregender neuer Lebensabschnitt, der aber auch viele Herausforderungen mit sich bringt.

Ich möchte euch gerne aus meiner Erfahrung berichten, wie sich das Leben mit Baby verändert und wie ihr am besten damit umgehen könnt. Hoffentlich geben meine Tipps euch Kraft und Zuversicht, um auch schwierige Momente gut zu meistern!

Körpergefühl

Neun Monate lang hat der Körper eine Höchstleistung verbracht, die schließlich in einem einmaligen Geburtserlebnis endet. Ich habe selber zwei Kinder spontan, zwei Kinder per Kaiserschnitt entbunden (meine Berichte über die unterschiedlichen Erfahrungen findet ihr hier zur spontanen Geburt und hier zum Kaiserschnitt). Jede Geburt ist absolut individuell, mal schnell, mal langsam, mal erfreulich leicht oder auch überraschend schwer. In jedem Fall dauert es eine gewisse Zeit, bis man dieses Erlebnis für sich verarbeitet hat.

Danach muss man sich erstmal neu kennenlernen. Der Bauch ist zwar wieder weitgehend flach, dafür aber weich und ganz anders, als vor der Schwangerschaft. Für mich hat sich mein gesamter Körper in der ersten Zeit nach der Entbindung immer ganz instabil angefühlt. So ein bisschen wie eine Knetfigur, der die Stabilität fehlt. Ist ja auch kein Wunder, schließlich sind vor allem die Muskeln der Körpermitte eher schwach und müssen erst langsam wieder aufgebaut werden.

Tipp: Geht die Rückbildung langsam an! Der Körper ist ein wahres Wunderwerk und leistet von alleine schon sehr viel, was die Rückbildung betrifft. Ruhe und sanfte Bewegung wie Spaziergänge helfen ihm in den ersten Wochen am ehesten, um zu seiner Form zurück zu finden.

Ich weiß, dass man sich oft selber unter Druck setzt, um möglichst schnell wieder wie vor der Schwangerschaft auszusehen. Zu oft sieht man glückliche Mamis, die mit ihrem neugeborenen Baby strahlend in die Kamera lächeln und aussehen, als ob sie gerade zwei Wochen Wellnessurlaub hinter sich hätten. Sorry, aber das ist nicht die Realität.

Seid gut zu euch und seid geduldig mit euch. Das fällt manchmal schwer, ist aber mittelfristig viel klüger, als zu schnell zu viel zu wollen. Mein Übereifer hat mir mal eine ausgeprägte Rektusdiastase eingebracht und das würde ich euch wirklich gerne ersparen… Also wie man es nicht machen sollte, könnt ihr gern hier nachlesen 😉

Gefühlswelt

Oh ja, die Gefühle stehen nach einer Geburt Kopf. Bei mir standen sie es zumindest und es waren nicht immer die schönsten Gefühle, die ich durchlebt habe.

Auf der einen Seite ist da diese unbändige Freude über das eigene Baby. Fast schon eine gewisse Ehrfurcht davor, so etwas Perfektes in seinem Leben begrüßen zu dürfen, es umsorgen zu können und aufwachsen zu sehen. Es ist das Wunder des Lebens und nichts weniger.

Wenn man die kleinen Mini-Finger und Füße betrachtet dann läuft einem das Herz über und man kommt nicht umhin, eine große Portion Stolz zu empfinden. Stolz auf dieses wunderschöne, einmalige Wesen. Aber auch Stolz auf die Leistung des eigenen Körpers. Unglaublich, wie hat er das nur gemacht? Man kann es biologisch erklären, für mich bleibt es dennoch ein Wunder.

Baby Frühgeburt

Doch neben unbändigem Glück kann es auch andere, negative Gefühle geben. Ängste, nicht mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Vorwürfe an einen selber, weil man vielleicht nicht alles 120% perfekt hinbekommt und die Wohnung aussieht wie nach einem Orkan. Überforderung, weil der Schlaf so gering, die Anforderungen dafür so groß sind. Scham, weil man nicht nur glücklich ist, sondern auch seine dunklen Stunden hat.

Glaubt mir, ich habe das alles auch erlebt. Und ich vermute, dass es ganz vielen anderen Mamas mit Baby ebenfalls so geht – sie trauen sich nur nicht, es zu sagen. Das Umfeld erwartet einfach eine absolut freudestrahlende Mutter, die im Einklang mit sich und dem Baby ist. Wie schön, wenn das von Anfang an klappt. Aber sehr oft braucht es eine gute Weile Alltag, damit man die Bedürfnisse seines Babys kennen lernt und eine gewisse Routine entwickelt. Keine Angst, das wird kommen. Bis dahin solltet ihr euch bewusst machen, dass ihr jeden Tag euer Bestes gebt, dazu lernt und mehr in eure Rolle hineinwachst. Lobt euch für kleine Dinge!

Tipp: Negative Gedanken können sich auch zu einer Wochenbettdepression auswachsen. Wenn ihr das Gefühl habt, ihr kommt aus dieser Gedankenspirale nicht heraus, dann müsst ihr handeln – euch und eurem Baby zuliebe. Überwindet eure Scheu und sprecht darüber, egal ob mit einer Freundin, eurem Partner oder der Gynäkologin. Ihr seid nicht allein, es gibt Hilfe! Weitere Tipps habe ich in diesem Artikel für euch zusammengetragen.

Partnerschaft

Während es vorher nur um euch als Paar ging, sieht die Situation jetzt ganz anders aus: So ein Mini-Menschlein beansprucht die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Eltern und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage pro Woche. Klar, dass es nicht ganz einfach ist, sich von einem Paar zu einer Familie zu entwickeln.

Bei vielen Paaren führt vor allem der dauernde Schlafmangel dazu, dass die Nerven blank liegen. Wenn das Baby dann noch häufig weint oder es Schwierigkeiten beim Stillen o.ä. gibt, steigt der Stresspegel zusätzlich. Liebevolle Worte oder aufmunternde Gesten, die beide Partner brauchen, weichen dann knappen Anordnungen oder Aufgabenstellungen. Puh, diese Zeit kann für eine Partnerschaft echt hart sein.

Tipp: Macht euch bewusst, dass euer Partner nicht aus mangelnder Liebe heraus so handelt, wie er es eben tut. Ihr habt gerade ein Baby bekommen und würdet euch mehr Verständnis, Liebe und Zuneigung für euch wünschen? Verstehe ich zu 100% und habt ihr auch absolut verdient. Aber auch für euren Mann oder Freund ist das neue Leben mit Baby eine riesige Umstellung. Auch er muss seine Rolle als Vater erst finden und Erfahrungen sammeln, die ihm den Weg dahin ebnen.

Verständnis für den anderen ist in den ersten Wochen nach der Geburt das oberste Gebot. Das fällt oft schwer, da man so sehr mit sich selber und den eigenen Anforderungen beschäftigt ist. Aber es hilft, um dem anderem emotional nahe zu bleiben. Zu sehen, dass auch er zu kämpfen hat und seine Bemühungen anzuerkennen.

Soziales Leben

Mein erstes Baby wurde im Juni geboren. Ich hielt den Zeitpunkt für perfekt, da ich mich schon mit strahlendem Baby und Cappuccino in der Hand die Cafés entlangflanieren sah. Tja, weit gefehlt. Meine Tochter war ein sehr unruhiges Kind, das jeden meiner Ausflüge unmöglich machte. Sie schrie und wollte partout nicht im Kinderwagen liegen. Nach einigen Versuchen gab ich entnervt auf, denn so war es weder für sie, noch für mich eine angenehme Situation, unser Umfeld gemeinsam zu entdecken.

Einsam mit Baby heißt daher auch einer meiner beliebtesten Artikel auf dem Blog. Das zeigt mir, dass es vielen jungen Müttern in der ersten Zeit mit einem Neugeborenen so geht. Keine Frage, es muss nicht zwangsläufig so sein. Auch ich kenne Mütter, die vom ersten Tag an mit ihrem Baby durch die Gegend gezogen sind und dabei nie Probleme hatten. Wunderbar, wenn das für klein und groß so einfach möglich ist.

Baby Zwillinge Frühgeburt

Doch was kann man tun, wenn das soziale Leben durch ein Baby anfangs so eingeschränkt wird, dass man nur noch in den eigenen vier Wänden bleiben kann?

Tipp: Je älter dein Baby wird, umso mehr kannst du auch wieder am sozialen Leben teilhaben. Das geht manchmal so schnell, dass man es gar nicht glauben kann. Versuche es mit kleinen Ausflügen in einer ruhigen Umgebung, die dein Baby nicht stresst. Kurze Zeiten außerhalb der eigenen vier Wände sind enorm hilfreich, um durchzuatmen und einen freien Kopf zu bekommen.

Oder du lädst dir mal eine Freundin nach Hause ein, die auf einen Kaffee vorbeikommt. Kuchen unbedingt mitbringen lassen, damit du keine zusätzliche Arbeit hast! Mal ein bisschen quatschen tut so gut und Zuhause verursachen Babyhunger oder volle Windeln weitaus weniger Aufwand, als dies unterwegs der Fall ist.

Falls du die Möglichkeit hast, spanne Eltern oder Freunde doch einfach mal für ein oder zwei Stündchen Babydienst ein. Das Gefühl, einmal ohne Baby vor die Tür gehen zu können, ist einfach schön. Und für einen kurzen Zeitraum können auch andere deinen kleinen Schatz liebevoll versorgen und dir somit den Rücken ein wenig freihalten. Trau dich, andere um diesen Gefallen zu bitten!

Freundschaften

Freundschaften ändern sich. Das tun sie im Lauf des Lebens meistens sowieso, doch mit einem Baby können recht schnell große Veränderungen entstehen. Vor allem Freunde und Freundinnen, die noch keinen eigenen Nachwuchs haben, können sich in dieser Zeit von dir entfernen. Die Themen, die eure Freundschaft zuvor ausgemacht hat, sind dir als frischgebackene Mutter vielleicht nicht mehr so wichtig, wie sie vorher waren. Oder es fehlt einfach die Zeit, um sich so regelmäßig auszutauschen, wie man es gewohnt war.

Ist das schlimm? Nein, überhaupt nicht. Vielleicht werden in dieser Zeit einige Freundschaften langsam aus deinem Leben verschwinden. Gar nicht bösen Willens, sondern einfach still und leise. Dafür werden neue kommen, von denen ihr jetzt noch gar nichts ahnt. Babygruppen oder PEKIP Kurse sind zum Beispiel tolle Möglichkeiten, um nette neue Leute kennen zu lernen. Und durch eure Babys gibt es sofort eine gemeinsame Basis, auf der ihr euch verstehen werdet.

Tipp: Seid offen für neue Bekanntschaften und haltet nicht krampfhaft an Freundschaften fest, die euch mehr Energie rauben, als sie euch geben. Rückblickend werdet ihr sehen, dass euer Baby vielleicht nur einen Prozess beschleunigt hat, der ohnehin unabdingbar gewesen wäre.

Und die richtigen, wahren Freundschaften – die sind ohnehin zeitlos und werden auch Baby zwei, drei und vier überdauern. Könnt ihr mir glauben 😉

Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe, Gute und eine wunderschöne Zeit mit eurem Baby. Egal welche Herausforderungen kommen werden, ihr werdet sie mit Sicherheit meistern. Und letztlich wird euer Kind so viel Glück und Liebe in euer Leben bringen, wie ihr es nie für möglich gehalten hättet.

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  1. Liebe Nadine, genau für solche netten Worte schreibe ich meinen Blog. Danke! Ich freue mich sehr, dass ich dir ein wenig helfen konnte!
    Alles Gute für dich,
    Viola

  2. Ganz herzlichen Dank für diese tollen Worte. Ich habe mich in so vielen beschriebenen Situationen wiedergefunden. Bis jetzt habe ich mich immer ob meiner Gefühle geschämt, ich habe tatsächlich geglaubt, dass ich zu jedem Moment glücklich sein muss. Das auch all die negativen Gefühle dazu gehören, war mir noch gar nicht bewusst. Zumal, wenn ich es mal angesprochen habe, wurde mir immer gesagt, ich solle mich nicht so anstellen und mich nicht so haben.
    Mein Sohn ist jetzt 6 Wochen alt und so langsam werden wir eine unzertrennlich Einheit.
    Also noch einmal herzlichen Dank für die mutmachenden Zeilen.

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