Reisen

Auszeit in Heiligendamm: Entspannte Tage in der weißen Stadt am Meer

April 3, 2019

Seit das Grand Hotel Heiligendamm im Jahr 2003 wiedereröffnet hat, nutze ich es immer wieder gerne als kleines Hide-away*. Manchmal mit Kindern, manchmal aber auch ohne. Die weiße Stadt am Meer bietet alles, was man sich für einen erholsamen Kurzurlaub wünscht: Traumhafte Lage, schöne Gebäude, ein traumhaftes Spa, leckeres Essen und zuvorkommenden Service.

Dabei ist es überhaupt nicht so vornehm, wie viele Leute oft befürchten. Klar, es ist hochpreisig und in meiner Sofa-Jogginghose würde ich jetzt auch nicht durch die Lobby spazieren. Aber es ist nicht unangenehm steif oder piefig. Niemand wird komisch angeguckt, wenn er beim Abendessen eine Jeans trägt oder in sandigen Schuhen einen Kaffee trinken möchte. Entspannt auf hohem Niveau, das trifft es wahrscheinlich am ehesten.

Schön auch zu sehen, dass mittlerweile viele Familien mit kleinen Kindern das Hotel für sich entdeckt haben. Das senkt den Altersdurchschnitt und bringt eine angenehme Lockerheit mit sich. Kinder sind nun mal nicht dann ruhig, wenn die Erwachsenen es sich wünschen. Gut so. Denn auch sie sollen beim Sprung in den Pool jauchzen können und sich beim Frühstück lautstark über die eigens eingerichtete Kinderecke freuen. Aber der Reihe nach.

Die Zimmer

Wir buchen immer Zimmer der Kategorie Superior Landseite. Klingt vornehm, ist allerdings die günstigste Auswahl, die man treffen kann. Meiner Meinung nach auch völlig ausreichend, denn viel Zeit verbringt man dort ohnehin nicht. Zudem sind die Zimmer wunderschön eingerichtet und lassen keinen Komfort der größeren vermissen. Mit dem Blick hatten wir bisher auch immer Glück, zumeist war doch noch schräg die Ostsee zu sehen, oder man blickte in den angrenzenden Wald.

Das Grand Hotel Heiligendamm besteht aus mehreren Gebäuden, was anfangs etwas verwirrend sein kann. Neben dem Haupthaus befindet sich das Severin Palais. Dort ist das Spa untergebracht. Obwohl sie am weitesten entfernt ist, habe ich mein Herz an die Burg verloren. Der Name sagt es schon, in dieser Burg kann man wohnen und sich wie eine Prinzessin fühlen. Einfach etwas Besonders im Vergleich zu den anderen „normalen“ Gebäuden. Allerdings sollte man im Winter den Fußmarsch bis zum Spa bedenken. Da hat man es als Gast im Severin Palais leichter, wenn man nur den Fahrstuhl bis ins Erdgeschoss drücken muss…

Das Spa

Ein wesentlicher Teil meiner Begeisterung für das Grand Hotel Heiligendamm liegt an dem einmalig schönen Spa. Ein riesiger Bereich, der sich über zwei Etagen erstreckt. Im Erdgeschoss befindet sich der Empfang, ein separater Kosmetik-Bereich, Fitnessstudio und ein imposanter Pool. Dieser hat einen schimmernden Mosaik Boden und ist zumeist angenehm warm. Kinder können ohne Probleme über die breiten Treppen einsteigen. Sowohl Schwimmer, als auch Familien mit kleinen Wasserratten kommen hier auf ihre Kosten.
Im Pool integriert ist ein riesiger Whirlpool. Aus diesem, ebenso wie von den zahlreichen bequemen Liegen, hat man eine schöne Aussicht auf die Ostsee. Herrlich, wenn man im warmem Wasser treibt und es draußen stürmt und schneit!

Im Untergeschoss finden sich diverse Saunen, sowie ein großes Hamam. Alles ist wunderschön gestaltet und mit hochwertigen Materialien verarbeitet. Der Bereich ist groß genug, um auch eine Vielzahl von Besuchern gut aufnehmen zu können. Dennoch fühlt man sich auch individuell wohl und findet immer ein Plätzchen, an dem man die Ruhe genießen kann.

An einigen Stellen wurde etwas Erdreich abgetragen, so dass es einen kleinen, aber feinen Außenbereich gibt, in dem man sich nach dem Saunabesuch abkühlen kann. Eine großzügige Damensauna mit separaten Duschen rundet das Wellness-Angebot ab.

Für Ruhesuchende bietet sich der Nachbarraum an, in dem man auf komfortablen Wasserbetten entspannen kann. Individuelle Einstellungsmöglichkeiten, sowie eine kleine Leselampe bieten zum längeren Verweilen kann. Untermalt wird die Stille nur von einem kleinen Wasserbecken in der Mitte des Ruheraums, welches leise plätschert. Einfach schön.

Essen

Beim Essen im Grand Hotel Heiligendamm bin ich etwas zwiegespalten. Das Frühstücksbuffet befindet sich im Kurhaus und ist allein durch den phänomenalen Raum eine Attraktion für sich. Hohe Decken, aufwändig bespannte Wände, zartes Mobiliar und schöne Blumenarrangements sind ein echter Hingucker. Wenn man dann noch tolle Leckereien auf schönem Porzellan serviert bekommt fängt der Tag schon mal gut an!

Das Buffet an sich lässt keine Wünsche offen. Das kann man bei einem Fünf-Sterne Hotel natürlich auch erwarten. Alles ist liebevoll angerichtet, frisch aufgeschnitten und optisch ansprechend präsentiert. Damit auch die Kleinsten aktiv teilhaben können, gibt es ein separates Kinderbuffet, auf dem sich eine Auswahl der Speisen auf Kinderhöhe befindet.


Während ich finde, dass sich das Frühstück seit Jahren auf gleichbleibend guter Qualität hält, bin ich vom Abendessen nicht mehr so überzeugt. Sofern man nicht die Option Halbpension im Kurhaus dazu bucht, bietet sich ein legeres Abendessen in der Nelson Bar an. Diese befindet sich im Haupthaus und bietet ab dem frühen Nachmittag Kuchenspezialitäten an. Später gibt es eine kleine Karte fürs Abendessen und natürlich die Möglichkeit, die Drinks der gut sortierten Bar zu probieren.

Die Gerichte sind bodenständig, recht teuer und geschmacklich nicht mehr als ok. Meinen Salat mit Hähnchenbrust für über 20€ habe ich schon weitaus zarter und leckerer woanders gegessen. Eine (nicht sehr große) Portion Nudeln mit wenigen Scampi für knapp 30€ finde ich ebenfalls sportlich bepreist. Und auch die Wasserflasche für 9,50€ hat meine bisherigen Wassererfahrungen nicht maßgeblich bereichert…

Natürlich kann man argumentieren, dass so ein Hotel halt an der Gastronomie verdienen muss. Soll es ja auch, verstehe ich. Trotzdem finde ich manche Preise einfach unverhältnismäßig hoch. Hatte ich eigentlich schon den Cheesecake im Glas für 12€ erwähnt?

Der Abend in der Nelson Bar war trotzdem nett, keine Frage. Das Ambiente ist natürlich sehr schön und die freundliche Bedienung gab sich große Mühe mit unserem Tisch. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass man hier ohne große Gegenleistung sein Geld schnell los wird. Zumindest gibt es eine Kinderkarte, auf der die Preise den kleineren Portionen deutlich angepasst wurden.

Und außerdem…

Meine Kinder lieben die Kinder-Villa im Grand Hotel Heiligendamm. In diesem freistehenden Haus ist der Kinderclub untergebracht, in dem Kinder ab 3 Jahren täglich von 10-18 Uhr betreut werden. Ich persönlich lasse meine Kinder dort nie allzu lange, denn natürlich möchte man ja auch eine schöne Familienzeit zusammen erleben. Trotzdem ist es eine tolle Möglichkeit, mal ein paar ruhige Momente als Eltern miteinander zu verbringen. Und die Kinder genießen ein wahres Spieleparadies, das auf drei Etagen für jede Altersstufe spannende Möglichkeiten birgt.

Bisher konnten wir bei jedem Aufenthalt das Spa auch nach dem regulären Check-Out um 11h kostenlos bis zur Abreise nutzen. Das finde ich sehr kulant und ist leider heutzutage auch in hochpreisigen Hotels nicht mehr selbstverständlich. Einfach schön, wenn man sein Gepäck abgibt und dann noch einen entspannten Nachmittag in Pool und Sauna verbringen kann!

Tipp: Wenn wir zusammen mit den Kindern ins Grand Hotel Heiligendamm fahren, buchen wir immer zwei Standard Doppelzimmer. Das ist unter dem Strich günstiger als eine Suite und hat den Vorteil, dass man reell getrennte Schlafzimmer, sowie zwei Badezimmer hat. Dies ist bei den kleineren Suiten, die einen eher offenen Wohn-Schlafbereich haben, nicht der Fall. Leider gibt es keine Zimmer mit Durchgangstüren. Unserem Wunsch nach nebeneinander liegenden Zimmern ist bisher jedoch stets entsprochen worden.

Strand und Meer sind bei jedem Wetter schön

Habt ihr noch Fragen zum Grand Hotel Heiligendamm oder etwas zu ergänzen? Einfach direkt ins Kommentarfeld eintragen und ich melde mich umgehend bei euch!

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*Wie sämtliche Reisen ins Grand Hotel Heiligendamm zuvor, wurde auch diese zu 100% privat finanziert. Dieser Beitrag gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wider.

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