Baby

Braucht mein Baby einen Schnuller? Über Vor- und Nachteile

August 23, 2018

Soll ich meinem Baby einen Schnuller geben oder nicht? Diese Frage beschäftigt viele junge Eltern, die sich fragen, ob so ein Nuckel vielleicht mehr Schaden anrichtet als er Nutzen bringt.

Zudem gibt es mittlerweile in jeder Drogerie eine solche große Auswahl an Nuckeln, dass Mama und Papa von der Auswahl schlichtweg überfordert sind: Fast alle werben mit kiefergerechter Ausformung, einwandfreiem Material und unzähligen Design-Varianten.

Also was tun? Schnuller kaufen – ja oder nein und wenn ja…welchen?

Um diesen Fragen ein wenig auf den Grund zu gehen, möchte ich euch aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Ich habe insgesamt vier Kinder – zwei davon haben ihren Schnuller inbrünstig geliebt, zwei haben jedes Modell angewidert ausgespuckt.

Meine älteste Tochter war ein sehr anstrengendes Baby. Sie hat viel geweint, wirkte selten entspannt und schlief sehr wenig. Als unerfahrene Mutter hat sie mich oft an den Rand meiner Kräfte gebracht. Neben vielen anderen Maßnahmen, die ich versucht habe, um ihr und mir den Alltag zu erleichtern, erhoffte ich mir auch durch einen Schnuller eine gewisse Entspannung.

Da ich nicht wusste, welches Modell für sie funktionieren würde, kaufte ich von jedem einfach eins in der passenden Babygröße. Keine gute Idee, denn die 30€ hätte ich auch direkt auf die Straße legen können: Sie spuckte alle Modelle nach 10 Sekunden Testsaugen wieder aus. Ein lauter Schrei samt empörtem Blick in meine Richtung gab es für Mama noch obendrauf…

Auf Anraten meiner Hebamme bestellte ich sogar ein Spezialmodell aus dem Ausland, welches nach einigen Tagen in die Apotheke geliefert wurde. Es war riesengroß, sah furchtbar aus und mir schwante schon böses… Recht gehabt, auch dieser Nuckel flog nach kurzer Testphase zu seinen Nuckelkollegen auf den aussortierten Haufen.

Als mein Sohn geboren wurde hatte ich mich vom Thema Schnuller schon geistig verabschiedet. Doch im Gegensatz zu seiner Schwester verliebte er sich in den erstbesten „Nu-Nu“, den ich ihm anbot.

Warum gebe ich meinem Baby überhaupt einen Nuckel?

Mein Sohn war mit 4,3kg ein echter Wonneproppen und glücklicherweise konnte ich ihn viel problemloser Stillen, als das bei meinem ersten Baby der Fall gewesen war. Leider hatte er sich ein permanentes Dauernuckeln an meiner Brust angewöhnt. Dies war zum einen sehr schmerzhaft für mich, zum anderen blieb mir so überhaupt keine Zeit mehr, mich um seine zweieinhalb-jährige Schwester zu kümmern.

In diesem Fall tat mir der Schnuller wirklich gute Dienste, denn mein Sohn schlief nun auch ohne Brust im Mund und ich fühlte mich besser, da ich meiner „Großen“ gegenüber kein so schlechtes Gewissen mehr hatte.

Eineiige Zwillinge, uneins beim Thema Schnuller

Da ich nun schon einige Erfahrung mit Babythemen und Zubehör gesammelt hatte, war ich nach der Geburt meiner Zwillinge gänzlich entspannt, was den Umgang mit einem Schnuller betraf. Tatsächlich entschied in diesem Fall nicht ich, sondern die Neonatologie.
Mein eines Zwillingsmädchen war gänzlich unerwartet deutlich leichter als ihre Schwester zur Welt gekommen und musste ihre ersten drei Lebenstage auf der Neonatologie verbringen. Ohne mit mir Rücksprache zu halten, hatten ihr die Schwestern dort einen Schnuller in den Inkubator gegeben, an dem sie bedächtig saugte und der nur selten ihren kleinen Mund verließ.

Diese Maßnahme der Krankenschwestern kann man vielleicht als rücksichtslos empfinden, da ich als Mutter übergangen wurde und mit ihrem Verhalten die Grundlage für eine bislang andauernde Schnuller-Liebe bei meiner Tochter gelegt wurde. Ich war den Schwestern nicht böse, denn ich vertraute zum einen auf ihre Erfahrung und konnte zum anderen nachvollziehen, dass ein „alleingelassener“ Zwilling etwas zum Festhalten und beruhigen brauchte.

Das Schnuller Modell aus dem Krankenhaus war ein eher ungewöhnliches Exemplar, das ich im Handel nicht finden konnte. Somit blieb nach vielen Jahren wieder nur der Gang in die nächstbeste Drogerie, um ein geeignetes Modell herauszupicken.

Was soll ich sagen: Ich wählte dieses Mal einfach nur nach Optik! Es gab so viele Schnuller, die ich einfach überhaupt nicht schön fand, dass ich mich im Ausschlussverfahren dem einen näherte, der meinen Ansprüchen genügte. Und dieses Mal war mein Baby mit meiner Auswahl einverstanden!

Wie sieht es mit der späteren Zahnstellung aus?

Obwohl mittlerweile viele bekannte Hersteller von Schnullern mit Attributen wie kiefergerecht o.ä. werben, bleibt ein Schnuller dennoch ein Eingriff in die sich ausprägende Zahnstellung. Daher ist es natürlich wichtig, das Kind nicht dauernuckeln zu lassen und den Nuckel eher früher als später abzugewöhnen.

Mein Sohn ist mittlerweile 10 Jahre alt und benötigt keine Zahnspange, bei meiner kleinen Tochter kann ich das jetzt noch nicht absehen. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sollten ohnehin mit Kleinkindern erfolgen, und der kann auch Hinweise auf eine eventuell drohende Fehlstellung der Zähne geben.

Eine Frage der Einstellung

Ich habe manchmal den Eindruck, dass Mütter sich für die Verwendung eines Schnullers rechtfertigen und teilweise sogar verteidigen müssen. So nach dem Motto: Sie gibt ihrem Kind nur deshalb einen Nuckel, um es ruhig zu stellen – die einfachste Möglichkeit, sich nicht mit den Bedürfnissen des Kindes auseinander setzten zu müssen.

Das finde ich nicht fair. Ein Schnuller kann dem Baby helfen sich zu entspannen, wodurch die Mama auch Erleichterung erfährt, was letztlich wieder dem Baby zugutekommt. Ein Schnuller ist ein kleines Puzzlestück im Leben mit einem Baby, das für einige Familien passt und für andere nicht.

Völlig ok, da gibt es kein richtig oder falsch, nur individuelle Entscheidungen.

 

Wie sieht es bei euren Kleinen aus: Schnuller ja oder nein?

Ich freue mich über eure Erfahrungen!

 

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