Eineiige Zwillinge Blog Corona
Zwillinge

Das Glück der Zwillinge: Nie alleine – auch ohne Kita Freunde

April 23, 2020

Was für ein Glück haben die beiden! Das denke ich mir in letzter Zeit oft, wenn ich meine Zwillinge beim Spielen beobachte. Während andere Kinder Corona-bedingt auf ihre Spielkameraden verzichten müssen, können sich meine Zwillingsmädchen nicht über mangelnde Gesellschaft beklagen. Sie haben sich – und zwar 24/7.

Das beginnt morgens früh, wenn sie gemeinsam am Frühstückstisch sitzen und in trauter Zweisamkeit ihre Cornflakes schmatzen. Während ihre großen Geschwister sich an ihre Schulaufgaben setzen, beginnt für sie die Spielezeit. Beschäftigung Nummer 1 ist momentan Höhle bauen. Die eine stapelt Kissen, die andere verhängt die Spalte mit Laken und Decken. Chaos im Wohnzimmer, klar. Aber als Mama ist man ja schon froh, wenn die Kinder mal ein paar Minuten friedlich miteinander spielen. Und diese Zeit wird bei uns immer länger.

Weniger Kita – mehr Ideen

Vor dem Beginn der Corona freien Kitazeit waren meine beiden durch ihre aufregenden Kita-Tage oft so erschöpft, dass ein gemeinsames Spiel fast unmöglich war. Die meisten Spielversuche endeten in Streitereien und ich stand als Schiedsrichter im Zentrum des unglücklichen Geschehens. Das ist jetzt anders.
Meine Zwillinge sind ausgeruht genug, um wirklich kreativ miteinander zu spielen. Sobald die Höhle langweilig geworden ist, haben sie eine neue Idee. Egal ob Bügelperlen, tiptoi Spiele oder ihre liebsten Stickerbücher – zu tun gibt es immer irgendetwas und das am liebsten zu zweit. Natürlich geht die ganze Familie zwischendurch auch auslüften an der frischen Luft. Dann werden Lauf- und Fahrrad mobilisiert und ab geht´s zu zweit durch Wald und Wiesen.

Sicherlich gibt es auch Geschwister, die sich unabhängig vom Altersabstand gut miteinander verstehen und gerade jetzt gemeinsame Spielideen entwickeln. Das besondere bei Zwillingen, so weit ich es bei meinen eineiigen Zwillingsmädchen beobachten kann, ist das gemeinsame Interesse an den gleichen Dingen. Der individuelle Erfahrungsschatz befindet sich auf dem gleichen Level, die Interessen sind sehr ähnlich und sie haben Freude an den gleichen Dingen.

Voneinander lernen – auch im Streit

Zudem haben sie gelernt, miteinander Kompromisse einzugehen. Der Faktor des sozialen Lernens ist bei Zwillingen sehr ausgeprägt, da sie sich entwicklungsmäßig auf Augenhöhe begegnen. Jeder muss üben, auch seine eigenen Interessen durchzusetzen. 100% Harmonie und Übereinstimmung gibt es nicht und das ist auch gut so. Schließlich müssen Zwillinge auch lernen, sich als Individuum mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen wahrzunehmen. Eine Symbiose, die den anderen Zwilling unabkömmlich macht, tut keinem Kind gut.

Streit und Konflikte gehören also dazu. Sie sind Kinder und als solche testen sie aus, was geht und was nicht. Sie müssen die Grenzen der anderen kennenlernen, um sie respektieren zu können. Mit ihren fünf Jahren gelingt das meinen Zwillingsmädchen schon ganz gut. Alles andere als perfekt, aber schließlich ist der Weg ja auch das Ziel. Es gelingt ihnen zumindest so gut, dass sie den Großteil des Tages einen Verbündeten an ihrer Seite haben, der für jeden Schabernack zu haben ist.

Und das ist in Zeiten von Corona doch verdammt viel wert.

Wie erlebt ihr eure Zwillinge momentan Zuhause? Verstehen sie sich gut miteinander, oder zehrt die gemeinsame Zeit vielleicht besonders an ihren Nerven? Ich freue mich über eure Kommentare direkt im Feld unter diesem Beitrag!
Falls ihr noch Beschäftigungsideen für Zuhause sucht, dann schaut euch doch mal meine Tipps für 5 Tonies für junge Hörer oder 10 Spielideen für Geschwister.

Und falls eure Zwillinge nach den Sommerferien eingeschult werden, dann ist mein Buch

Mein Kind wird Schulkind – Was Eltern zum Schulbeginn wissen müssen

genau das richtige für euch. Ein umfassender Ratgeber für alle Eltern, der Sorgen nimmt und Fragen beantwortet. Er enthält unzählige Tipps von mir als Lehrerin und erklärt euch alles, was ihr zum Schulstart wissen müsst. Aktuell noch zum günstigen Einführungspreis, also am besten gleich 1 Klick und kaufen!

Only registered users can comment.

  1. Hi Michi,
    das klingt doch gut bei euch!
    Ja, die Großen spielen auch mit den Kleinen und das hilft mir sehr. Da funktioniert so eine Großfamilie schon wirklich gut 😊
    Liebe Grüße und bleibt gesund,
    Viola

  2. Hallo Viola,
    Bei uns ist es fast genau so! Sie sind total ausgeglichen ohne Kiga und spielen so schön miteinander. Das finde ich wirklich toll, sonst waren sie nach dem Kindergarten oft total schlecht gelaunt und haben viel mehr gestritten. Meine Kiga Kinder sind 6+4+4, wobei die 6 jährige und die vierjährige sehr viel zusammen spielen und der kleine Zwillingssohn mehr allein spielt, aber auch oft mit seinen Schwestern zusammen. Hier ist die Bindung zwischen den Mädchen enger als die zwischen den Zwillingen. Dazu kommt noch die 14 jährige Tochter, die tatsächlich auch noch gern mit den kleinen herumtobt. Spielen deine großen mit den Kleinen? Bei uns ist es phasenweise recht entspannt jetzt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.