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Das richtige Alter für eine Schwangerschaft: Gibt es das überhaupt?

März 14, 2019

Es gibt ja zum Glück noch einige Dinge im Leben, die man nicht mit absoluter Sicherheit im Voraus planen kann. Eine Schwangerschaft gehört dazu. Natürlich kann man die Umstände förderlich gestalten – oder sich bemühen, diesen besonderen Zustand zu vermeiden. Gibt es den perfekten Zeitpunkt für eine Schwangerschaft überhaupt? Falls ja – wann ist der bitteschön und hat der etwas mit dem Alter zu tun?

Früh dran in den 20ern?

Ich war 28 als sich meine erste Tochter ankündigte. Sie war ein absolutes Wunschkind und ich hatte zum Glück keinerlei Probleme, mit ihr schwanger zu werden. Die werdende Oma hingegen war geschockt. So früh unser trautes Pärchen-Glück mit einem Baby zu (sagen wir mal neutral) verändern, das konnte sie überhaupt nicht gutheißen. Zudem hatte ich doch gerade erst mit der Arbeit begonnen (drei Jahre, na ja…), da würde eine Unterbrechung doch sicherlich auch nicht gut aufgenommen werden. Natürlich waren all ihre Einwände vergessen, als der Wonneproppen erstmal auf der Welt war (siehe Foto 🙂 ).

Ich hingegen war vom ersten Moment des positiven Schwangerschaftstest an glücklich über das neue Leben, das in mir wuchs. Und auch der Zeitpunkt fühlte sich für mich genau richtig an. Ich hatte genug Zeit gehabt, um das (Nacht-)leben ohne Verpflichtungen zu genießen, hatte mein Studium mit Erfolg beendet und führte eine stabile Partnerschaft. Worauf hätte ich warten sollen?

Leider war ich zu diesem Zeitpunkt die einzige in meinem Freundeskreis, die „so früh“ ein Kind bekommen hatte. Mit 28 als frühgebärende bezeichnet zu werden, fand ich immer etwas lächerlich. Da war ich für mein Empfinden mindestens 10 Jahre zu spät dran. Dennoch gab es solche Kommentare.

Passend in den 30ern?

Knapp drei Jahre später wurde mein Sohn geboren. Die Belastung von einem Kleinkind und einem Neugeborenen war für mich anfangs recht groß. Ich litt unter Wochenbettdepression und fühlte mich mit der neuen Situation schlichtweg überfordert. Hatte mein damaliges Alter von 31 Jahre einen Einfluss darauf? Ich denke nicht.

Körperlich war ich ja fit, wenn auch durch den permanenten Schlafmangel und den 24 Stunden Versorgungs-Modus etwas angeschlagen. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mich mit Anfang 20 so aus meinem Tief befreien konnte, wie ich es damals geschafft habe. Mir hat das Gefühl, dass meine Kinder mir keine Freiheit wegnehmen, sondern mein Leben auf eine neue Art und Weise bereichern sehr geholfen. Das wäre einige Jahre zuvor vielleicht nicht der Fall gewesen.

Spät in den (fast) 40ern?

Neun ganze Jahre nach der Geburt meines ersten Kindes wurde ich wieder schwanger. Die Schwangerschaft war gewollt – die entstehenden Zwillinge eine große Überraschung. Hier muss ich ganz klar sagen, dass mir mein Alter und vor allem meine Erfahrung mit den beiden „großen“ Kindern sehr geholfen haben. Trotz der Still- und Wickelpause von fast 10 Jahren hatte ich das Gefühl, fast nahtlos an vertraute Handgriffe anknüpfen zu können. Fast so wie Radfahren – einmal gelernt, kann man das ja auch nie mehr verlernen 😊

Ganz häufig habe ich in der anstrengenden Anfangszeit mit meinen Zwillingen gedacht, wieviel schwerer es für Eltern sein muss, die noch keinerlei Erfahrung mit einem Baby haben. Als erfahrene Mama konnte ich in vielen Situationen weitaus ruhiger reagieren, als ich das bei meinem ersten Kind getan hatte. Eine Frage des Alters? Nicht unbedingt. Eher eine Frage der Lebenserfahrung.

Nun ist meine Kinderplanung abgeschlossen und ich bin froh und dankbar, dass mein Körper über die Jahre hinweg vier gesunde Kinder geboren hat. Eine weitere Schwangerschaft käme für mich auch deshalb nicht mehr in Frage, weil ich mir nicht sicher wäre, sämtliche Strapazen so gut wegstecken zu können, wie das zuvor der Fall war. Ich für meinen Teil kann ganz klar sagen, dass ich mich mit 42 Jahren zu alt für eine Schwangerschaft fühle.

Allerdings lässt sich diese Aussage natürlich nicht verallgemeinern. Es ist sicherlich ein Unterschied, wenn eine Frau mit Anfang 30 zum ersten Mal entbindet und dann in den Vierzigern erneut ein Kind bekommt. Dann ist das erste Kind schon selbstständiger und Mama hat auch mit Mitte 40 noch genug Energie, um Babyalter und Kindheit aktiv begleiten zu können. Oder man empfindet auch eine große Kinderschar als nicht allzu anstrengend und begrüßt voller Freude jedes neue Leben in der Familie. Schön, wenn Eltern sich mit dieser Option wohl fühlen.

Que sera, sera

Letztlich ist die Entscheidung ein Kind zu bekommen doch abhängig von sehr vielen individuellen Faktoren. Den perfekten Zeitpunkt mag es geben – aber wer schafft es schon, diesen exakt zu erwischen? Muss man auch gar nicht. Das Leben passiert, es ordnet sich nicht dem eigenen Kalender unter und das ist auch gut so.

Viel wichtiger, so scheint es mir, ist die Fähigkeit, ein Baby in jedem Lebensalter mit offenem Herzen begrüßen zu können. Und der Moment, in dem man sein Neugeborenes zum ersten Mal im Arm hält ist IMMER der richtige Zeitpunkt. Egal ob mit 20, 30 oder 40 Jahren.

Wie alt wart ihr, als eure Kinder geboren wurden? Gibt es ein Alter, das als ihr als besonders “passend” empfunden habt? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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  1. Liebe Julia, wie schön dass du auch rückblickend für dich alles richtig gemacht hast! Du bist ja noch so jung, da ist noch genügend Zeit für ein viertes Wunder. Ich war bei meinen Zwillingen 38, also lass dir ruhig noch Zeit 😉 Alles Liebe für euch, Viola

  2. Ich war 19 1/2, 22, 25-als meine 3 wunschkinder das Licht der Welt erblickten. Jedes war gewünscht und geplant, die Schwangerschaften verliefen allesamt traumhaft.
    Jetzt sind sie 9 1/2, 7 und 4 – alle außer Haus und momentan genieße ich meine neugewonnene Freizeit und Zweisamkeit mit meinem Mann, nachdem sich fast 10 Jahre alles um Baby, fläschchen,stillen, wickeln, Schlafen, durchschlafen, 24/7 parat sein…. Gedreht hat. Jetzt sind sie selbstständiger und können an einem Sonntag vormittag auch mal alleine spielen und die älteren haben den jüngsten im Auge, während mama und papa Vl. Noch etwas schlafen wollen.

    Jetzt bin ich 29 – irgendwo tief in meinem Herzen liegt noch der Wunsch nach baby Nr 4 – momentan bin ich aber nicht bzw. Noch nicht sicher ob ich meine neugewonnene Freizeit schon wieder zurück schrauben möchte, aber die Zeit wird zeigen was die Zukunft für mich bereit hält.

  3. Liebe Viola,

    ein eigenes Kind bekommen zu dürfen, die Chance zu erhalten, ist ein und vielleicht auch das größte Stück , das man vom Glück an sich reißen kann. Egal, wie alt man ist … das Alter, so wie du auch sagst, ist letztendlich egal – man kann unterschiedlich weit mit zwanzig oder mit vierzig Jahren in seinem Leben gegangen sein.
    Ich habe leider in meinem Bekanntenkreis auch eine Frau, fast fünfzig, die, so wie sagt, “es einfach nicht geschafft hat! – in frühen Jahren zu viel Chaos, dann nie der richtige Mann und diese Traurigkeit, die oft aus ihr herausbricht, besonders wenn Sie als Single zwischen den Familien steht, ist auch für mich schwer zu tragen. Irgendwie fühle ich mich dann bevorteilt, dass ich “einfach so” 3 Kinder auf die Welt bringen durfte.
    Ich habe meine Tochter bereits im Alter von 21 Jahren geboren, in den Zeiten der Schwangerschaft und in der ersten Zeit danach, hatte ich oft das Gefühl, in der Minderheit in Bezug auf mein Alter zu sein. Meine Söhne kamen dann prompt im festen 5-Jahres-Rhytmus hinterher-das gab mir immer wieder Verschnaufpausen zwischen Stillen, Wickeln und dem kleinen Rest 😉
    Heute genieße ich den Altersunterschied sehr, egoistisch betrachtet, bietet mir jedes Kind immer neue Ebenen des Familienlebens/des Miteinanders. Aber wer weiß, wie es wäre, wenn alle ganz kurz und knapp hintereinander gefolgt werden-da würde ich bestimmt, dessen Vorzüge betonen.
    Schlussendlich ist es doch wichtig, sein Kind mit Liebe aufwachsen zu lassen und sich der Verantwortung gewiss zu sein, die man genau in dem Moment der Geburt übertragen bekommt. Aber auch für mich steht fest, ich bin durch 😉 3 gesunde Kinder-das ist schon eine gewaltige Aufgabe für Körper und Geist –
    aber jetzt genieße ich wieder langsam die immer mehr werdene freie, ruhigere Zeit für mich..

  4. Ich war 25 als ich meine Tochter geboren habe meine Tochter ist jetzt 23 und schwanger wenn ihr erstes Kind kommt ist sie 24 und ich bin dann 49. Wir beide und auch ihr Mann freuen uns sehr auf das Baby. Ich persönlich finde ich schön das ich noch nicht 50 bin wenn ich Oma werde. Ich gebe dir vollkommen recht wenn du sagst das man den richtigen Zeitpunkt nicht planen kann. Und ich finde das gut so. Es wäre schlimm wenn immer alles nach Plan verlaufen würde,. denn ich finde die unplanmäßigem Ereignisse machen das Leben doch erst schön und interessant. Sicher ist es besser in jüngeren Jahren schwanger zu werden als jenseits der 40iger aber auch das kann man so nicht verallgemeinern.
    Liebe Grüße Anett

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