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Der Adventskalender als Mamas Statussymbol: Auch kaufen ist Liebe

Weg mit dem Kürbis, her mit dem Adventskalender! Kaum ist Halloween vorbei, sprießen allenthalben Tipps rund um die Verpackung von 24 Kleinigkeiten, die unsere Kinder in der Adventszeit erfreuen sollen. Ich liebe die Vorweihnachtszeit und ich freue mich auf den Advent. Was ich nicht leiden kann ist der Wettstreit, der sich jedes Jahr um den schönsten, besten, aufwändigsten und somit liebevollsten Adventskalender entspinnt.
Dieser wird selbstverständlich nicht offen ausgetragen. Wo kämen wir denn hin, wenn jede Mama schreien würde: „Meiner ist der Schönste!“. Das wäre ja wie im Kindergarten. Wobei, manchmal kommt es mir schon ein wenig so vor. Nicht offensiv natürlich, sondern eher unterschwellig.

No pressure – oder doch?

Für mich sprechen vor allem Fotos auf Instagram oder Pinterest diese Sprache: Wirklich, du findest meinen Adventskalender toll? Ach, Dankeschön. War gar nicht schwierig, hab nur drei Tage lang gebastelt, sechs Wollknäuel verhäkelt, drei Klebetuben geleert und für 100€ Inhalt gekauft. Ganz easy, das kannst du auch! Ich hab hier gleich mal eine 5-seitiges Tutorial angehängt, dann kannst du meinen Kalender ganz fix nachmachen. Dein Kind wird bestimmt sooooo glücklich sein!!!
Oh je, denke ich mir da, meine armen, vernachlässigten Kinder! Seit 14 Jahren halten Adventskalender für meine mittlerweile vier Kinder Einzug in unserem Heim und noch nie habe ich ganz alleine einen gebastelt. Wie konnte das so lange gut gehen? Gibt es bei meinen Kindern vielleicht psychische Defizite, die ich aufgrund mangelnder Bastelbereitschaft seit Jahren verursacht habe?

Aufgefallen ist mir zumindest noch nichts. Im Gegenteil. Eigentlich bin ich diejenige, die zu bedauern wäre. Denn mein Arbeitsaufwand für ihren Adventskalender wird von meinen Kindern überhaupt nicht gewürdigt! Spätestens seit dem letzten Jahr plagt mich diesbezüglich ein Trauma, von dem ich euch gerne erzählen möchte.

Mit Liebe befüllt – und dann das

Zwar hatte ich den Kalender für meine Zwillingsmädchen nicht selber gebastelt, aber mir dennoch viel Mühe bei der Auswahl ihrer Geschenke gegeben. Bloß nicht jeden Tag Süßigkeiten, allerdings auch keinen Plastikschrott, der ohnehin gleich im Müll landet. Dazu nicht zu teuer, denn bei vier Kindern sammelt sich so schon vor Weihnachten ein ordentliches Sümmchen an. Kurzum, die Auswahl war nicht ganz einfach, hat mir aber viel Freude gemacht.
Sowohl online als auch in Geschäften stöberte ich bereits ab November, um hübsche kleine Besonderheiten zu ergattern. Für jedes Säckchen zweimal, denn ich halte nichts von dem System, Zwillinge immer abwechselnd ein Türchen öffnen zu lassen. An einem regnerischen Nachmittag sortierte ich dann meine Beute und füllte sie in den Adventskalender ein. Möglichst abwechslungsreich, damit die Vorfreude auf jeden neuen Tag blieb.

Der 1. Dezember kam und ich präsentierte ihnen mein Werk voller Stolz. Sie freuten sich auch über die lange Schnur mit den bunten Stoffsäcken daran, doch so wirklich überschwänglich war ihre Begeisterung nicht. Auch die ersten beiden Geschenke nahmen sie eher huldvoll zur Kenntnis, als mir vor Dankbarkeit um den Hals zu fallen. Schade, da hatte ich mir mehr erwartet.
So stolperten meine beiden jeden Morgen zu ihren bunten Säckchen und waren zumeist enttäuscht darüber, dass in ihnen nur so wenig enthalten war. Natürlich versuchte ich ihnen zu erklären, dass ein Adventskalender kein tägliches Weihnachten darstellen, sondern vielmehr mit Kleinigkeiten die Wartezeit auf Heiligabend verkürzen sollte. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie einsichtig meine dreijährigen Kleinkinder auf meine Ausführungen reagiert haben…

Kalender für 1€ – Kinderaugen strahlen

Am 2. Advent kam uns ihre Patentante besuchen. Sie hatte für jedes Kind einen weiteren Adventskalender dabei und die acht Augen strahlten, als sie ihr zweites Exemplar erhielten. Ganz besonders strahlten die Augen meiner Zwillinge: Oh, sagten sie, so einen schönen Adventskalender hätten sie noch nie gehabt!
Mir fiel fast die Kuchengabel aus der Hand! Da hatte ich also wochenlang und in liebevoller Kleinarbeit einen Kalender für sie erstellt, der auf mittelmäßige Begeisterung stieß. Und dann kam meine Freundin, überreichte jeder ein 1€ Modell mit einer rosa Katze, die gerne HALLO sagt, und schon ist es um sie geschehen. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! War es aber. Und von diesem Adventskalender, der – Überraschung- 24 einförmige Schokoladenstückchen enthielt schwärmen sie noch heute.
Und die Moral von der Geschicht? Selbermachen lohnt sich manchmal nicht. Es ist ein wunderbares Geschenk, wenn man selber Zeit und Freude daran hat, so einen aufwändigen Adventskalender zu erstellen. Wenn man selber gerne bastelt, mit Muße Geschenke aussuchen mag und sich sicher ist, dem Kind eine große Freude zu bereiten. Dann würde ich sagen: Super, win-Situation für die Mama, win-Situation für das Kind und alle sind happy. Perfekt.

Mehr DIY ist nicht mehr Liebe

Aber wer keine Lust hat, einen Adventskalender selber zu gestalten oder selber zu befüllen – der ist deshalb noch lange keine schlechtere oder weniger liebevolle Mama. Man kann seinem Kind mit einem gekauften Kalender eine ebenso große Freude machen, wie mit einem DIY Modell. Also lasst euch nicht unter Druck setzen von den vielen unterschiedlichen Adventskalendern, die euch in nächster Zeit online begegnen werden. Man kann so etwas nachbasteln, muss es aber nicht. Die Liebe zum Kind wird nicht in der Verpackung von 24 Kleinigkeiten bemessen.

Vielleicht nutzt ihr eher die Zeit, die ihr durch einen gekauften Adventskalender spart, für eine gemeinsame Aktivität. Eine Stunde auf dem Weihnachtsmarkt kann weitaus mehr Erinnerung bewirken, als 24 kleine Überraschungen an 24 Tagen. Denn letztlich ist das Strahlen der Kinderaugen doch für uns Mamas die größte Belohnung.

P.S.: Ursprünglich habe ich diesen Text im November 2019 verfasst. Doch ich finde, er ist gerade in diesem Jahr besonders aktuell. So viel haben wir Mamas (und Papas) 2020 bereits geleistet, wir brauchen zum Ende dieses schwierigen Jahres nicht noch zusätzlichen Stress. Stattdessen sollten wir uns Zeit nehmen für unsere Familie, uns gemütlich Zuhause einkuscheln und ganz bewusst miteinander entschleunigen. Egal ob dann ein gekaufter oder gebastelter Adventskalender im Kinderzimmer hängt – eure Kinder werden glücklich sein, wenn sie wunderbare vorweihnachtliche Zeit gemeinsam mit euch verbringen können. Carpe diem – in diesem Advent ganz besonders.

Falls ihr das Gefühl habt, euch wächst momentan alles über den Kopf und ihr erlebt diese Vorweihnachtszeit als zusätzlichen Stressfaktor, dann schaut euch doch mal bei meinem Mama Coaching um. Gerne berate ich euch persönlich in schwierigen Lebenslagen und helfe euch dabei, wieder voller Kraft und Freude euren Alltag zu gestalten. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, ich freue mich gleich hier auf euch!

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