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Mamaleben

Der Kummer der Kinder: Tränen trocknen, weil Corona ihnen so viel nimmt

Mai 14, 2020

Ich bin ja grundsätzlich ein positiv denkender Mensch. Daher habe ich auch in der Corona-Zeit Beiträge wie Chancen in der Krise oder Spielerische Übungs-Tipps für Vorschulkinder verfasst. Getreu dem Motto: Es hilft ja nichts, wir machen das Beste draus. Aber was kontinuierlich an mir nagt ist der Kummer der Kinder. Nicht nur meine eigenen Nerven machen mich fertig – viel schwerer wiegt der Gedanke an das, worauf meine Kinder wegen Corona bisher verzichten mussten. Und vermutlich noch für längere Zeit verzichten werden.

Da gibt es zum einen den Geburtstag, auf den jedes kleine Kind ungefähr 364 Tage im Jahr wartet. Kinderparty? Fehlanzeige. Fröhliche kleine Gäste? Niemand zu sehen. Tolle Geschenke und strahlende Augen? Leider nein. Ja, ja, wir feiern dann nach, meine Süßen, sobald Corona vorbei ist. Das wird super, dann machen wir einen ganz tollen Tag mit all euren Freunden und allem, was ihr euch wünscht. Bald, bald, bald.

Leider glaube ich mir mittlerweile selber nicht mehr.

Da wären Kita- und Klassenfahrten, die stillschweigend abgesagt wurden. Weder mit einer begleitenden Nachricht aus der Kita, noch mit irgendwelchen Informationen aus der Schule. Nein, scheinbar wird einfach vorausgesetzt, dass sich die Eltern ihre eigenen Gedanken basierend auf der aktuellen Nachrichtenlage machen. Einfach mal die geltenden Auskünfte des betreffenden Bundeslandes anschauen, das wird doch wohl nicht zu viel Eigeninitiative sein? Von daher ist klar, dass die beiden Fahrten im Juni ausfallen werden.

Besonders bitter ist das für meinen Sechstklässler, der somit auf die Abschlussfahrt seiner Grundschulzeit verzichten muss. Aber denkt mal zurück: Wie viel Spaß war das damals auf den eigenen Klassenfahrten? Aufbleiben bis in die Puppen, heimlich in die anderen Zimmer schleichen, Cola schlürfen bis zum Abwinken… Hach ja, schön war´s. Und ja ja, ich weiß, dass es nicht anders geht. Aber es schmerzt mich für meinen Sohn, dass ihm dieses Erlebnis genommen wird bevor sich seine Schulklasse nach sechs gemeinsamen Jahren in alle Winde verteilen wird. Seine Traurigkeit zu sehen, als ich ihm die Nachricht überbracht habe, hat meine Wut auf dieses dämliche Virus gleich noch mal gesteigert.

Es gibt einfach nichts Schlimmeres als traurige und enttäuschte Kinderaugen.

Stichwort Konfirmation: Sie wird stattfinden, allerdings in einem absolut minimalistischem Rahmen. Keine zusätzlichen Gäste in der Kirche, die anschließende „Feier“ nur im Rahmen der geltenden Bestimmungen. Ein einmaliges Erlebnis im Leben eines Kindes, das so zur Nebensache wird. Schade, das hatte man sich nach einem Jahr Vorbereitung wahrlich anders vorgestellt.
Ich könnte diese Auflistung beliebig fortsetzen. Bei jedem Ereignis, egal ob größer oder kleiner, ist es an mir, meinen Kindern die Absage zu vermitteln. Ich hasse das. Mein Kopf versteht, dass es nötig ist. Mein Mama-Herz tobt vor Zorn. Die Tränen meiner Kinder immer wieder zu trocknen gehört mit zu den bittersten Lektionen, die Corona mir persönlich auferlegt hat.

Welcher Verzicht hat eure Kinder in den letzten Wochen besonders geschmerzt? Oder hattet ihr etwas Tolles geplant, das jetzt noch abgesagt werden muss? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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  1. Unser Sohn wechselt (war schon vor Corona beschlossen) die Kita. Er bekommt jetzt so keine Möglichkeit sich zu verabschieden. Das ist für uns furchtbar schwierig zu erklären. Und ständig wird etwas geändert, jetzt könnte er vermutlich für knapp 2 Monate in die Notbetreuung, aber das ist zb wieder komplett konträr zu unserer bisherigen Erklärung. Hat jemand Tipps?

  2. Puh, ich verstehe deine Gefühle voll und ganz. Mit zwei Jahren ist er natürlich auch viel zu klein, um irgendetwas verstehen zu können. Da habe ich bei meinen fünfjährigen einen klaren Vorteil.
    Ich bin mir sicher, dass du täglich dein Bestes gibst, um die Situation für ihn so angenehm wie möglich zu machen. Später wird er sich nicht an die Einschränkungen erinnern, sondern daran, dass seine Mama immer für ihn da war.
    Halte durch, ich wünsche dir ganz viel Kraft!
    Alles Gute, Viola

  3. Da unser 2-jähriger noch nicht in der Kita angemeldet war habe ich es zwar zuerst als Glück angesehen, dass ich ihm nicht verklickern musste, warum er plötzlich nicht mehr hin darf. Inzwischen aber weint er vor Frust und Enttäuschung, wenn er noch nicht mal auf der Straße “Hallo” zu anderen Kindern sagen oder auf dem Spielplatz nicht mehr neben anderen buddeln darf, von einem kleinen Fangespiel oder anderen Interaktionen gar nicht zu sprechen.
    Der enttäuschte, verwirrte Blick aus seinen großen Augen bricht mir jedes Mal das Herz, ich komme mir vor wie eine richtig miese, hinterhältige Verräterin und möchte mich am liebsten hinter die nächste Hecke hocken und nur noch heulen.
    Unser Kleiner ist (noch) ein Einzelkind und musste also die letzten Wochen komplett ohne Kontakt zu Kindern verbringen. Inzwischen empfinde ich es als seelische Grausamkeit – und ich bin diejenige, die ihm das antut.

  4. Meine mittlere ist im letzten Kindergartenjahr, da wurden jetzt die ganzen Aktionen für die großen abgesagt, wie z.B. die Übernachtung im Kindergarten…. auch ihre Ballett Aufführung im Juni wurde abgesagt, da wäre es auch die erste gewesen die sie mitgetanzt hätte….und bei vielen Dingen ist es noch nicht sicher wie oder ob die stattfinden dürfen, wie der Kindergarten Rausschmiss. Allerdings habe ich das Gefühl, das es für mich schlimmer ist, als für die Kinder, die nehmen das ganze ganz gut auf und planen schon, was wir alles machen können, wenn alles wieder “normal” ist.

  5. Danke, das ist lieb von dir. Ich wünsche es mir – und allen anderen Mamas und Papas, denen es in dieser Zeit genau so geht!
    Bleib gesund,
    liebe Grüße Viola

  6. So viele tolle Ereignisse und Erlebnisse die nicht erlebt werden dürfen. Du hast das toll geschrieben. Meine Tochter ist noch ein Baby und für sie ist der Alltag wie immer. Hoffe das es bald zu Ende und du nicht mehr so viele Tränen trocknen musst.

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