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Baby | Meinung

Der richtige Zeitpunkt für die Nuckelfee? Wenn mein Kind bereit ist!

Juni 6, 2019

Oh ja, das war die ganz, ganz große Liebe: Meine Kleine und ihr Nuckel waren ein super Team, unzertrennlich quasi. Während die Monate und Jahre vergingen, konnte ich ihre Symbiose zwar auf die Nacht einschränken, doch ihn endgültig wegnehmen, das wollte ich meiner Tochter nicht zumuten. Ein klarer Fall für die Nuckelfee also, die den Schnuller einsammeln und im Gegenzug ein Geschenk dalassen würde. Schade nur, dass ich die Rechnung lange Zeit ohne meine Mini-Maus gemacht hatte…

Einzug des Schnullers

Nuckel oder kein Nuckel? Das war hier nie die Frage. Während mein eines Zwillingsmädchen gleich nach der Geburt bei mir einziehen konnte, wurde ihre Schwester auf der Neonatologie betreut. Dort bekam sie einen Nuckel verpasst – ohne dass Ärzte oder Schwestern mich vorher gefragt hätten. Aber was hätte ich auch sagen sollen? Der Schnuller schien sie zu beruhigen und als Zwillingsbaby sein Leben ganz allein im Inkubator zu beginnen, ist sicherlich keine schöne Erfahrung. Wenn ihr der Schnulli also half, dann sollte sie ihn haben.

Bald schon wurden meine Minis beide als stabil aus dem Krankenhaus entlassen. Das erste Jahr mit Zwillingen war schon eine Herausforderung, das könnt ihr euch sicher vorstellen. Dazu noch meine beiden älteren Kinder, die mit ihren 7 und 10 Jahren natürlich auch noch meine Aufmerksamkeit einforderten. Eine aufregende Zeit, in der wir uns als Großfamilie neu finden und aufstellen mussten.

Immer dabei: Der Nuckel

Egal ob krabbeln, hochziehen oder erste Schritte: Der „Nunu“ war meistens dabei. Je älter meine Tochter wurde, umso öfter nahm ich ihn weg, was sie auch phasenweise tolerierte. Außerdem weitete ich die Zeiten, in denen sie ihren Nuckel nicht bekam immer weiter aus. Durch das Vorbild ihrer Zwillingsschwester sah sie, dass man einen Tag durchaus auch ohne Gummipröppel im Mund verbringen kann.

Ganz langsam entwöhnte ich sie so von ihrem treuen Freund. Vor allem in Situationen, in denen sie müde oder traurig war, ging es allerdings nicht ohne ihn. Ich muss gestehen, er hatte wirklich eine magische Wirkung: Kaum im Mund gelandet verebbte jedes Schluchzen und sie kuschelte sich entspannt an mich. Wie hätte ich ihr diesen Tröster von jetzt auf gleich entreißen können? Ich konnte es nicht.

Mamas schlechtes Gewissen

Dabei plagte mich durchgehend mein schlechtes Gewissen. Du bist schuld, wenn ihre Zähne schief werden, sagte es mir. Oder es machte mich glauben, dass ich keine gute, weil inkonsequente Mutter sei. Zu zimperlich mit dem Kind, obwohl jeder Zahnarzt wahrscheinlich den sofortigen Saug-Stopp angeordnet hätte. Viele schuldbewusste Gedanken, die mit jedem Lebensmonat mehr wurden.

Andererseits war mir bewusst, dass meine Tochter ihren Nuckel abgeben würde, wenn SIE bereit dazu war. Das hatte ich bereits bei meinem Sohn erlebt, der irgendwann auch ganz abrupt entschied, seinen Schnuller nicht weiter zu benötigen. Der flog vor die Tür, die Nuckelfee brachte 5€ (unpädagogisch, ich weiß, aber leider machten wir gerade Urlaub im italienischen Hinterland…) und ab diesem Moment war das Thema für ihn durch. Genau auf diesen Moment wartete ich bei meiner Tochter auch.

Ihr vierter Geburtstag kam und ich begann, immer häufiger von der Nuckelfee zu erzählen. Generell bin ich zwar nicht der Meinung, dass Kinder für jede Leistung (und das ist das Abgeben eines Schnullers) eine Gegenleistung in Form einer Belohnung erhalten müssen. Aber hier handelte es sich um einen großen Einschnitt für sie und den wollte ich ihr so leicht wie möglich machen.

Der passende Moment

Zunächst war sie nicht sonderlich interessiert an meinen Erzählungen, aber dann kam mir ihre Zwillingsschwester zu Hilfe. Sie hatte ihren Nuckel bereits im fünften Lebensmonat von alleine ausgespuckt und nie mehr danach verlangt. Aber da sie immer voller Wünsche steckt, sah sie nun für sich die Chance gekommen, ebenfalls ein Geschenk zu ergattern. Und so überlegten meine beiden gemeinsam, was die Nuckelfee im Austausch für drei ausgelutschte Nuckis alles bringen könnte.

Glaubt mir, von einer Hüpfburg bis zum rosa Einhorn war alles dabei! Aber, wie man weiß, können kleine Nuckelfeen auch nur kleine Dinge transportieren. Das leuchtete auch meinen beiden Damen ein. Nach tagelangen Vorbereitungen, bei denen die Schnuller rausgelegt und dann in letzter Sekunde doch wieder reingeholt wurden, war es dann so weit: In freudiger Erwartung auf die Überraschung der Nuckelfee kletterte meine Tochter ins Bett und sank in wohligen Schlaf. OHNE NUCKEL! Dass es letztlich so einfach würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

Ganz ohne Druck von mir hatte sie den Schritt gewagt und ganz offensichtlich den für sie richtigen Zeitpunkt abgepasst. Nicht einmal beim Einschlafen fragte sie nach ihrem Nunu, sondern entspannte sich in der wohligen Gewissheit, dass die Nuckelfee nun ihre Arbeit machen würde.

Geschafft!

Und das tat sie – und wie! Ich hatte ehrlich gesagt überhaupt nicht damit gerechnet, dass der Moment des Abschieds so schnell kommen würde. Daher musste ich bei der Auswahl der Überraschung auch ordentlich improvisieren, denn natürlich hatte ich keine der gewünschten Sachen Zuhause. Finden konnte ich ein tolles Buch, Einhorn-Pflaster und einen super glitzernden Zauberstab. Natürlich fiel auch für ihre Zwillingsschwester eine Kleinigkeit ab. Alles schön verpackt und meine große Tochter schrieb noch ein kleines Briefchen, in dem die „Lieferschwierigkeiten“ erklärt wurden.


Der nächste Morgen brachte ein frühes Wecken mit sich – und zwei strahlende Kindergesichter! Sie war tatsächlich gekommen, die Schnullerfee, und hatte viele tolle Sachen mitgebracht. Zwar nicht unbedingt die gewünschten, aber trotzdem doch so, dass sie sich mächtig darüber freuten. Mit stolz geschwellter Brust ging meine Tochter an diesem Morgen zur Kita, denn dieses Ereignis musste gleich mit ihren Freunden geteilt werden.

Mittlerweile sind einige Tage vergangen und bisher gab es nur einen kleinen Rückfall: Die Nuckelfee hatte in einer Küchenschublade einen Schnulli übersehen (na sowas!) und da wurde meine Maus dann etwas wehmütig. Jetzt gab es aber keinen Weg mehr zurück, da blieb ich hart. Und nach einem kurzen Annuckeln gab sie den letzten seiner Art dann auch bereitwillig ab.

Also falls ihr auch gerade überlegt, ob und wann und wie ihr den Nuckel eures Kindes loswerden könnt: Gebt eurem Schatz einfach noch ein bisschen Zeit. Ein paar Erzählungen über große Kinder ohne Schnuller, oder vielleicht ein schönes Buch über die Nuckelfee werden ihre Wirkung über kurz oder lang nicht verfehlen. Ein Nuckel gibt Kindern Halt und ich finde es schwierig, ihn diesen einfach so wegzureißen. Unsere Kinder sind intuitiv sehr klug und wissen häufig am besten, wann die richtige Zeit zum Loslassen gekommen ist.

Was sind eure Erfahrungen zum Thema Nuckel und vor allem seiner Abgewöhnung? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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