Lerntypen Vester Schulkind

Die 4 Lerntypen: Tipps, wie dein Kind am Besten lernt

Hör doch einfach mal zu! Tja, wenn das für unsere Kinder mal so einfach wäre. Denn nicht allen Kindern gelingt es, neue Lerninhalte alleine über das Ohr aufzunehmen. Sie benötigen andere Wahrnehmungskanäle, um Wissen zu verarbeiten und zu speichern. Dabei hilft uns Eltern die Unterscheidung in 4 Lerntypen, um unser Kind optimal bei seinem Lernprozess zu begleiten. Diese Lerntypen möchte ich dir heute gerne vorstellen und Tipps geben, wie du mit deinem Kind am besten üben kannst.

Was sind Lerntypen überhaupt?

Der Begriff Lerntypen bezeichnet unterschiedliche Wege des Lernens. Dabei geht es hauptsächlich um die Art und Weise, wie Lerninhalte aufgenommen werden. Wir alle nehmen Informationen über unterschiedliche Wahrnehmungskanäle auf. Also z.B. übers Sehen, Hören oder Tasten. Bei den Lerntypen geht man davon aus, dass Menschen Informationen auf verschiedene Arten unterschiedlich gut aufnehmen und verarbeiten können.

Während ein Kind also am besten über Bilder und Videos lernt, muss ein anderes die darin enthaltenen Informationen nachbauen, um sie wirklich verstehen zu können. Das Lernergebnis mag gleich sein – der Weg dahin aber für jeden ganz unterschiedlich.

Welche Lerntypen gibt es?

Zumeist spricht man hier über die vier Lerntypen, die von Frederic Vester festgelegt wurden:

  1. Der auditive Lerntyp

Dieser Lerntyp ist meistens im Schulleben im Vorteil. Er lernt nämlich tatsächlich am besten übers Zuhören. Er kann sehr gut auswendig lernen, indem er den Text laut spricht und ihm liegen mündliche Aufgaben.

Lerntipp: Lass dein Kind seine Lerninhalte laut vorsprechen und aufnehmen (z.B. über ein Sprachmemo). Später kann es sich das Gesagte erneut anhören und lernt somit gleich zweimal! Auch CDs und Hörbücher sind für diesen Lerntypen super geeignet, um fast nebenbei neues Wissen aufzunehmen.

2. Der visuelle Lerntyp

Der visuelle Lerntyp lernt übers Betrachten, das Lesen von Informationen und das Beobachten von Handlungsabläufen. Er schreibt gerne mit und nimmt Informationen durch Sehen und zeigen lassen auf.

Lerntipp: Grafiken, Bilder und Lernvideos sind super geeignet, um diesem Lerntyp spielend leicht Wissen zu vermitteln. Es fällt ihm leichter, sich Inhalte zu merken, wenn er sich diese in Form von Grafiken oder Bildern veranschaulicht. Auch Fotos und Videos können im Alltag genutzt werden, um einen großen Lerneffekt zu erreichen.

3. Der haptische Lerntyp

Dieser Lerntyp muss Dinge buchstäblich begreifen, um sie zu verstehen. Haptische Lerntypen verwenden bevorzugt ihre Hände, Bewegungen und ihren Tastsinn, um etwas über die Welt, die sie umgibt, zu lernen. Oft mögen sie Sport und Bewegungsspiele und auch andere körperliche Aktivitäten wie Gärtnern oder Holzarbeiten.

Lerntipp: Learning by Doing so oft es geht, unterstützt diesen Lerntyp bei seinem Wissenserwerb. Lernen durch Bewegung, Anfassen und selber machen funktioniert für ihn am besten.

4. Der kommunikative Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp verarbeitet sein Wissen durch Kommunikation. Er lernt am Besten durch Diskussionen und Gespräche. Für ihn ist die sprachliche Auseinandersetzung mit dem Lernstoff und das Verstehen im Dialog von grosser Bedeutung. Er muss Erklärungen durchsprechen – sie mit anderen diskutieren.

Lerntipp: Gemeinsame Gespräche in der Familie oder die Abfrage durch Geschwister helfen diesem Lerntypen dabei, sein Wissen zu festigen. So profitieren auch die anderen Kinder und lernen im gegenseitigen Austausch dazu. Wichtig ist es dabei, auf feste Gesprächsregeln zu achten, damit der kommunikative Lerntyp nicht ausschließlich die Diskussion dominiert.

Wichtig zu wissen: Meistens überschneiden sich die Lerntypen und die Lernwege ergänzen einander. Wenn dein Kind also ein kommunikativer Lerntyp ist, lernt es trotzdem nicht nur über Gespräche. Dieser Lernweg ist bei ihm lediglich am stärksten ausgeprägt. Die Einbindung der anderen drei Lernwege ist zusätzlich sinnvoll.

Denn am nachhaltigsten lernen Kinder, wenn bei einem Thema so viele Lernwege wie möglich miteinander kombiniert werden. Beispiel Frühblüher: Rausgehen und die Blümchen auf der Wiese betrachten (haptischer Lerntyp), sich vor Ort über das Aussehen, den Geruch etc. Unterhalten (kommunikativer und auditiver Lerntyp), sich Notizen über das Gesagte für später machen (visueller Lerntyp). So kann man auch viele Dinge, die man als Familie außerhalb der Schule erlebt, zu einem super Lerneffekt verbinden.

Woher weiß ich, welcher Lerntyp mein Kind ist?

Hast du dein Kind schon einmal ausgiebig bei seinen Arbeiten beobachtet? Mach das mal und du wirst sehr bald feststellen, welche Vorlieben es hat. Bewegt es die Lippen beim Lesen oder malt es regelmäßig Bilder zu Unterrichtsinhalten? All das kann Auskunft über den ausgeprägtesten Lernweg deines Kindes geben. Falls du dir nicht sicher bist gibt es online gratis Tests, die man für das eigene Kind durchführen kann.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag weiterhelfen konnte. Je besser man weiß, WIE das eigene Kind lernt, umso leichter klappt es dann auch. Dafür drücke ich dir und deinem Schulkind auch in Zukunft die Daumen.

Und falls es doch mal Schwierigkeiten in der Schule geben sollte, dann schau doch mal bei meinem Lerncoaching vorbei. Hier kann ich dich 1:1 beraten und dir konkrete Tipps für einen entspannten Schulalltag geben. Das Erstgespräch ist absolut kostenlos, hier findest du alle weiteren Infos.

2 Kommentare

  • Sandra April 29, 2021 at 4:20 pm

    Danke für diesen Beitrag. Dachte bis gerade, dass mein Sohn der auditive Lerntyp ist. Habe jetzt gelernt, dass es den Kommunikativen Lerntyp gibt und bin jetzt fast sicher, dass das noch besser zu ihm passt. Austausch ist das Geheimnis. Ich freu mich!

    Reply
    • Viola April 29, 2021 at 4:25 pm

      Toll, freut mich dass ich helfen konnte!
      Alles Gute für dich und deinen Sohn!
      LG, Viola

      Reply

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