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Hausaufgabe: Draußen spielen! Die beste Vorbereitung auf den Schulanfang

Juli 9, 2019

“Sag mal, Viola, was kann ich eigentlich machen, um mein Kind noch besser auf den Schulanfang vorzubereiten? Hast du irgendwelche Tipps für Bücher oder so?“ Ganz oft stellen mir Eltern diese Frage. Verständlich, denn natürlich möchte jedes Elternteil seinem Kind einen problemlosen Schulanfang ermöglichen.

Meine Antwort ist immer die gleiche: Ja, habe ich. Es gibt tolle Bücher und Hefte, mit denen Kinder sich auf den Schulanfang einstimmen können. Sie sind ansprechend gestaltet, kindgerecht und motivieren die baldigen Schulkinder. Eine Auswahl der besten Bücher zur Vorbereitung auf den Schulanfang habe ich zusammengestellt, ihr findet sie in diesem Beitrag.

Allerdings habe ich noch einen besseren Tipp, der sicher auch den Vorlieben vieler Kinder eher entspricht: Draußen spielen! Was sich so simpel anhört ist in Wahrheit die beste Vorbereitung auf die Schulzeit, die ihr eurem Kind ermöglichen könnt. Es kostet kein Geld, ist immer verfügbar, nie langweilig und dabei immer lehrreich. Perfekt, oder?

Mathe beim Schaukeln

Beispiel Schaukeln: Während schaukeln für uns Eltern nur ein einfaches Hin- und Herschwingen ist, so erfahren unsere Kinder dabei noch weitaus mehr. Neben der Schulung ihres Körpergefühls durch das Halten der Balance, schaffen sie beim Schaukeln tatsächlich eine wichtige Grundlage für den Mathematikunterricht. Denn sie entwickeln so eine Vorstellung für die Prinzipien der Addition und Subtraktion. Es geht vor- und zurück, genau wie bei diesen Grundrechenarten. Besonders die Fähigkeit, den Minusbereich zu verstehen, wird durch Schaukeln ganz spielerisch gefördert.

Sachkunde in der Natur

Mit Sand bauen und matschen hat für alle Kinder eine große Faszination. Gut so, denn hierbei schulen sie sowohl ihre Feinmotorik, als auch ihr räumliches Vorstellungsvermögen. Wie hoch kann der Sandberg gebaut werden bis er umkippt? Wieviel Wasser muss ich nachgießen, damit das Bächlein durch die ausgebuddelte Rinne fließt? Kleine Experimente, in denen Kinder mehr lernen, als es von außen den Anschein hat.

Nicht nur der Spielplatz, sondern jede kleine Grünfläche dient zum außerschulischen Lernen. Hier lernen Kinder zum Beispiel anhand von Pusteblumen, dass der Wind aus verschiedenen Richtungen kommen kann. Sie beobachten, dass auch auf engen Räumen verschiedene Tiere leben. Sie können fühlen, dass trockene Erde sich ganz anders anfühlt als feuchte. Wichtige Erkenntnisse für den Sachkunde- bzw. Heimatkundeunterricht, die sich schon Kleinkinder spielerisch erschließen können.

Bio auf Pflastersteinen

Auch Stadtkinder sind nicht ausschließlich auf Spielplätze angewiesen, um Erfahrungen für den Schulanfang zu sammeln. Pfützen auf Pflastersteinen sind toll! Sie entstehen durch Regen und verschwinden auf magische Art nach einiger Zeit wieder. Wieso? Kinder stellen Fragen, um ihre Umwelt besser verstehen zu können. Als Eltern ist es unsere Aufgabe, ihre natürliche Neugierde zu fördern und ihre Fragen aufzugreifen. Wissen muss man dabei nicht alles. Es macht genauso viel Spaß (und ist nicht minder lehrreich), spannende Phänomene Zuhause in einem Buch gemeinsam nachzulesen.

Man muss nicht auf dem Land leben, um Kindern die Abläufe der Natur nahebringen zu können. Jeder Schritt außerhalb des Wohnraums bietet Möglichkeiten zum Lernen. Kinder haben die wunderbare Gabe, überall Spielmöglichkeiten zu entdecken. Manchmal ist das für uns Eltern anstrengend, denn wir müssen noch Dinge erledigen, haben es eilig und keinen Nerv, auf ein spielendes Kind zu warten.

Spielen ist Lernen

Aber vielleicht gebt ihr eurem Kind beim nächsten Mal 5 Minuten Zeit, wenn es anfängt, einen Stein mit einem Stock vorwärts zu schubsen. Denn jetzt wisst ihr, dass es nicht „nur“ spielt. Es übt und lernt. Es testet nämlich aus, welche Hebelwirkung nötig ist, um genau diesen Stein zum Rollen zu bringen. Sobald es das geschafft hat, wird es den Stock wegwerfen und ihr könnt weitergehen. Und dabei das gute Gefühl haben, dass euer kluges Kind gerade ganz eigenständig einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung auf seinen Schulanfang geleistet hat!

Etwas begreifen meint eben nicht nur den geistigen Vorgang, sondern auch das haptische (tastende) Verstehen von Dingen. So lernen Kinder am leichtesten – und vor allem nachhaltigsten. Die Welt ist für sie ein Spielplatz, auf dem sie sich Fähigkeiten erarbeiten, die sie für ihr späteres Leben brauchen. Spielen ist wichtig, denn Spielen ist Lernen in seiner reinsten Form.

Also ermuntert eure Kinder nach draußen zu gehen und zu spielen. Und wenn sie abends erschöpft von den vielen Eindrücken sind, lest ihnen eine entspannte Gute-Nacht Geschichte vor. Damit habt ihr mehr für einen guten Start in die Schule getan, als theoretische Lernmaterialen es können.

Habt ihr Fragen oder Anregungen? Schreibt sie mir einfach in die Kommentare und ich antworte umgehend.

Viele spannende Beiträge rund um das Thema Einschulung findet ihr in der Kategorie Schule auf meinem Blog.

Auch meine Kollegin Elischeba hat hilfreiche Tipps zusammengestellt, die euch und eurem Kind beim Schulanfang helfen können (einfach hier klicken und ihr werdet weitergeleitet). Viel Spaß beim Lesen und einen wunderschönen Schulstart wünsche ich euch!

Alles Liebe, eure Viola

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