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Einleitung der Geburt – So kam mein Baby auf die Welt

Juni 21, 2018

Bei vier Kindern und drei Geburten habe ich ganz unterschiedliche Arten der Entbindung kennen gelernt: Eine Einleitung wegen Schwangerschaftsdiabetes, die natürliche Geburt eines 4,3kg Babys und den geplanten Kaiserschnitt meiner Zwillinge.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine bessere oder schlechtere Form der Geburt gibt es meiner Erfahrung nach nicht. Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. In Absprache mit den Ärzten habe ich bei jeder Schwangerschaft individuell entschieden, wie mein Baby (bzw. meine Zwillingsbabys) auf die Welt kommen sollen.

In diesem Geburtsbericht erzähle ich euch, wie ich die Einleitung der Geburt meiner ersten Tochter erlebt habe.

Als ich vor 13 Jahren von meiner ersten Schwangerschaft erfuhr, war ich einfach nur glücklich. Ich hatte schon einige Paare erlebt, bei denen sich der Wunsch nach einem Kind schwierig gestaltete und von daher empfand ich große Dankbarkeit dafür, dass es bei mir so problemlos geklappt hatte.

Die Schwangerschaft verlief weitgehend unkompliziert. In der 29. Woche wurde dann ein Schwangerschaftsdiabetes bei mir festgestellt, und ich musste fortan meine Ernährung streng kontrollieren sowie meinen Blutzuckerwert alle paar Stunden testen. Das war etwas nervig, beeinträchtigte meine Lebensqualität aber nicht nachhaltig.

Da ich von Hause aus ein positiv denkender Mensch bin ging ich fest davon aus, dass die Geburt reibungslos verlaufen würde. Ich besuchte einen Geburtsvorbereitungskurs, besichtigte diverse Krankenhäuser samt Kreißsälen und fühlte mich gewappnet für das, was da kommen würde.

Leider kam zum errechneten Termin gar nichts. Keine Spur von irgendwelchen Anzeichen, dass die Geburt sich langsam ankündigen würde. Am nächsten Tag auch nicht, am übernächsten ebenso wenig. Nach weiteren vier Tagen rieten mir die Ärzte dann zu einer Einleitung, da sich weitere Tage im Mutterleib negativ auf meine kleine Tochter auswirken könnten.

Ich erschien also an einem sonnigen Montagmorgen im Krankenhaus und erhielt eine Tablette, welche den Geburtsvorgang einleiten sollte. Zunächst nur ein Viertel, im Abstand von drei Stunden dann jeweils ein weiteres Viertel, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, auf das Medikament zu reagieren.

Ich langweilte mich durch den Tag, watschelte auf dem Klinik-Gelände herum und fragte mich, wann ich mein Baby endlich in den Armen halten würde.

Gegen 18 Uhr, es wurde gerade ein CTG geschrieben, spürte ich ein kräftiges Rumpeln in meinem Bauch und platsch – die Fruchtblase war geplatzt. Vor lauter Schreck fing ich erstmal an zu weinen. Als Erstgebärende habe ich in diesem Moment überhaupt nicht verstanden, was passiert war und erschrak über die Menge an Wasser, die sich über den Fußboden ergossen hatte.

Ab diesem Zeitpunkt wurde es unangenehm.

Die Wehen waren so heftig, dass ich sämtliche Atemtechniken vergaß und mich nur noch durch die kommenden Stunden hechelte. Die Hebamme gab sich alle Mühe, mich auf die richtige Atmung hinzuweisen, aber ich konnte ihr überhaupt nicht folgen.

Das Hauptproblem war, dass es fast keine Wehenpausen gab und ich somit keine Zeit zum Durchatmen hatte. Wehe folgte auf Wehe und ich hatte das Gefühl, den Geburtsvorgang in keiner Weise beeinflussen zu können.

Natürlich hätte ich mir eine PDA legen lassen können, aber meine Angst vor Spritzen war auch in diesem Moment zu groß. Zudem ging ich bei jeder Wehe davon aus, dass meine Kleine gleich ihren ersten Schrei tun würde.

Nach ein paar energischen Presswehen war es dann um 1.30Uhr endlich soweit: Mein erstes Kind erblickte das Licht der Welt! Ein magischer Moment voller Glück und so emotional, dass mir noch jetzt beim Schreiben dieser Zeilen Tränen in die Augen schießen.

Es wäre falsch zu behaupten, dass in diesem Moment alle Strapazen der Geburt vergessen waren.
Das sind sie bis heute nicht, denn so ein einschneidendes Erlebnis vergisst man einfach nicht. Aber soviel sei gesagt: Die akuten Schmerzen, die ich während des Geburtsvorgangs hatte, waren auf einen Schlag weg. Sie hatten in der Sekunde aufgehört, in der mein Baby meinen Körper verlassen hatte.

Körperlich ging es mir sogar so gut, dass ich direkt nach der Geburt aufstand, um zur Toilette zu gehen. Das war definitiv ein großer Vorteil im Vergleich zur Geburt per Kaiserschnitt, bei dem ich weitaus mehr Probleme hatte, wieder auf die Beine zu kommen. Meinen ausführlichen Geburtsbericht über die Entbindung der Zwillinge durch einen Kaiserschnitt lest ihr in diesem Beitrag.

Ich möchte keiner werdenden Mama mit meinem Bericht Angst vor der Einleitung einjagen. Sie war medizinisch nötig und hat mir einen wunderbaren Menschen beschert, der jede Anstrengung wert war. Meine Erfahrung liegt ja auch schon ein bisschen zurück und mittlerweile ist auch dieses Krankenhaus auf ein Medikament umgestiegen, welches die Geburt weitaus sanfter fördert. Zudem hätte eine PDA meine Schmerzen sicherlich gelindert…wenn ich nicht so ein Angsthase gewesen wäre.

Demnächst erzähle ich euch davon, wie ich meinen 4,3kg schweren Sohn auf natürliche Weise entbunden habe. Folgt mir doch gerne per Newsletter, dann verpasst ihr keinen Beitrag mehr!

Mich würde es sehr interessieren, von euren Erfahrungen rund um das Thema Einleitung zu hören. Wurde bei euch auch eingeleitet und wie habt ihr die Geburt danach erlebt? Oder soll euer Baby vielleicht demnächst per Einleitung auf die Welt kommen? Berichtet doch mal direkt im Kommentarfeld, ich bin gespannt 😊

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  1. Ich habe auch eine Einleitung bekommen in Form von einer Tablette. Um 20 Uhr bekam ich meine erste und einzige Tablette allerdings zum so runterschlucken mit Wasser. Gegen 22 Uhr fingen dann die Wehen an ,meine Fruchtblase war aber immer noch intakt sodass meine Hebamme um null Uhr diese dann aufstechen musste. Danach ging alles recht schnell. Denn bereits 00:43 Uhr kam mein Sohn dann auch schon auf die Welt . Ich hätte nie damit gerechnet das ich nur insgesamt 04:44 h für die Entbindung brauche beim ersten Kind

  2. Hallo,
    meine Tochter ist 2014 geboren.
    Sie war 2 Tage drüber bis meine Fruchtblase eines Morgens platze.
    Im Krankenhaus angekommen, gab es einen Marathon an Untersuchungen. Leider waren keine Wehen zu sehen. Also wurde eingeleitet… Stunden über Stunden.
    Von Tabletten, über Gel, bis hin zum Tropf wurde Alles versucht.
    Ende vom Lied, mein MuMu war nach 38 Stunden einleiten auf 2,5 geöffnet. Schlussfolgerung, war dann ein Kaiserschnitt. Für mich war es damals super schlimm, weil ich dachte, ich sei einfach nicht in der Lage mein Kind normal zu gebeeren. Was natürlich völliger Quatsch ist, im Nachhinein. Naja, die Hormone.
    Ich habe ein gesundes Mädchen auf die Welt gebracht und das ist alles was zählt.
    Nun werde ich zum zweiten Mal Mama. Da mich das damals schon ganz schön mitgenommen hat, und mich doch sehr geprägt hat, gibt es in knappen 8 Wochen einen Kaiserschnitt für den ich mich diesmal bewusst entschieden habe.
    LG Sandra F.

  3. Hallo Sandra, das mit der Tablette hätte mir auch passieren können😆 Schön, dass du die Geburt trotz Einleitung als angenehm empfunden hast. Alles Gute für dich 🍀 Viola

  4. Hallo, ich hatte auch eine Einleitung bei der Geburt meines zweiten Kindes. Genau wie bei dir wegen dem Diabetes. Allerdings konnte ich mich vor der Einleitung bis zur 42 ssw drücken. Danach musste eingeleitet werde. Habe eine Tablette gelegt bekommen, ich bin aber vorher noch schön ins Fettnäpfchen getreten und hab nach Wasser gefragt aber sie leichter runtergeht. Woher sollte ich auch wissen das sie vor den Muttermund kommt. Nach genau 2 Std ging es los. Wehe kommt, wehe ist noch nicht ganz weg da kommt schon die nächste. So ging es zwei Std. Danach platze ein Rohr in der Etage unter uns und die Heizung fiel aus. Super, genau das was man im November braucht bei einer Geburt. Mir war kalt also ab in die Wanne. Nach 20 min wieder raus. Dann würd mir die Furchtblase aufgemacht und mein kleiner Mann kam ne Std später. Eigentlich war es eine Traum Geburt, wenn er nur von allein gekommen wär. LG Sandra

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