Familienleben

Einschulung 2018 – Antworten auf die häufigsten Fragen

April 26, 2018

Die Einschulung ist für Kinder und Eltern gleichermaßen ein einschneidendes Ereignis. Der Abschied von der Kita fällt häufig schwer, denn mit der Einschulung sind neue und unbekannte Strukturen verbunden. Viele Fragen entstehen und es nicht leicht, kompetente Antworten zu finden.

Genau dies möchte ich euch anbieten. Wie ihr auf meiner About Seite lesen könnt, bin ich passionierte Lehrerin – und selber Mutter von vier Kindern, zwei davon schulpflichtig. Ich habe jahrelang die Klassenstufen 1-6 unterrichtet und weitreichende Erfahrungen gesammelt, von denen ich euch gerne profitieren lassen möchte.

In diesem Beitrag habe ich 10 der häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit der Einschulung stehen, beantwortet. Gerne könnt ihr mir auch eure persönlichen Fragen zukommen lassen. Dazu am Ende des Beitrags mehr.

Ich freue mich, wenn meine Antworten euch weiterhelfen! Los geht´s:

1. Wie finde ich die richtige Schultasche für mein Kind?

Die Schultasche wird in den kommenden Jahren der tägliche Begleiter eures Kindes sein. Wichtig ist daher eine möglichst perfekte ergonomische Passform. Jeder kleine Körper ist anders und die Anbieter von Schultaschen haben mittlerweile mit einer breiten Produktpalette auf individuelle Körperformen reagiert (zu meiner Zeit gab es nur 2 Modelle, aber das ist ja auch schon laaange her…).

Als Laie ist es kaum möglich, übers Internet oder anhand von Empfehlungen eine Kaufentscheidung zu treffen. Nur eine fundierte Beratung und die Anprobe verschiedener Modelle durch das Kind kann zeigen, welches Modell von welcher Firma am besten geeignet ist. Diese Zeit ist gut investiert, denn häufig schleppen die Kinder viel unnötiges Arbeitsmaterial mit sich herum und die Tasche wird sehr schwer. Wer Rückenschäden vermeiden will, sollte den Fokus definitiv eher auf Passform, als auf Design richten.

2. Wie gestalte ich die Schultüte?

Es ist schön, wenn Mama sich Mühe mit der Schultüte gibt. Es sollte allerdings kein Wettbewerb daraus werden. Ich habe bei der Einschulung schon erlebt, dass Kinder ihre Tüte kaum tragen konnten – so groß oder auch schwer war sie.
Eine gekaufte Schultüte kann genauso verzauberte Kinderaugen hervorrufen wie eine selbst gemachte. Bitte setzt euch nicht so unter Druck, eure Kinder werden ohnehin furchtbar stolz auf ihre eigene Schultüte sein!

3. Was gehört in die Schultüte rein?

In der Schultüte sollten sich nicht ausschließlich Süßigkeiten befinden. Sinnvolle Artikel wie eine neue Brotbox, kleine Trinkflasche oder schöne Stifte bereiten den Kindern Freude und haben einen konkreten Bezug zur Einschulung. Auch bei größeren Geschenken empfehle ich, auf den Zusammenhang zur Schule zu achten.

Eine nette Idee sind zumeist Geschenke, die einen Erinnerungswert für das Kind darstellen. Dies können z.B. ein Fotoalbum, das mit Bildern der Einschulung gefüllt wird, oder ein Freundebuch zum Kennenlernen der neuen Klassenkameraden sein.
Der Schulbeginn kostet Familien einiges an Geld. Vielleicht könnten die Großeltern ja die schicken neuen Hallenturnschuhe verschenken?

4. Darf die Schule bestimmte Firmen für Produkte wie Stifte, Tuschkasten etc. vorgeben?

Die Schule (oder der Klassenlehrer) darf zwar Wünsche bzgl. des einzukaufenden Materials äußern, verbindlich sind diese allerdings nicht. Es liegt im Ermessen der Eltern, für welche Herstellermarke sie sich letztlich entscheiden. Bei einigen Produkten (z.B. Tuschkasten) wird häufig auf eine teure Marke hingewiesen, da deren Farben eine besonders gute Deckkraft haben.

Man sollte dies als Empfehlung verstehen, nicht als Kaufzwang.

5. Muss mein Kind bereits lesen und / oder schreiben können?

Definitiv nein! Diese Sorge höre ich immer wieder von Eltern und sie ist unbegründet.

Bei einer Klassenfrequenz von durchschnittlich 27 Kindern, gibt es immer ein sehr weites Spektrum an Vorkenntnissen: Einige Kinder können bereits kurze Wörter lesen, andere ihren Namen schreiben und manche haben bisher noch gar kein Interesse am Schriftspracherwerb gezeigt. Das ist die Normalität, und darauf müssen Lehrer vorbereitet sein!

Kein Lehrer kann erwarten, dass alle Kinder den gleichen Wissensstand aufweisen. Die Kunst besteht vielmehr darin, die Schüler geistig dort abzuholen, wo sie aktuell stehen.

Falls ihr dennoch bereits vor Schulbeginn mit eurem Kind ein wenig üben möchtet (was aber wie gesagt kein muss ist), habe ich einige kindgerechte und erprobte Materialien zusammengestellt. Die machen Spaß und vermitteln Wissen quasi nebenbei. Ein kurzer Klick und ihr kommt direkt zu meinen Top 5 Tipps.

6. Mein Kind ist noch sehr verspielt – könnte das ein Problem werden?

Der Schulbeginn bedeutet für alle Kinder einen großen Einschnitt. Die Anforderungen sind höher als die Kinder es bislang gewohnt waren, und der starre 45 Minuten Takt ist für bewegungsfreudige Schüler eine Herausforderung.
Die meisten Lehrer der 1. Klasse verfügen jedoch über ein Repertoire an kurzen Bewegungsspielen, welche den Kindern zumeist nach 15-20 minütigen Arbeitsphasen die Möglichkeit zum Aufstehen, Arme ausschütteln u.ä. geben. Sollte euer Kind anhaltende Probleme mit der Konzentration im Unterricht haben, muss eine individuelle Lösung gefunden werden. Hierzu am besten das Gespräch mit der Klassenleitung suchen.

7. Mein Kind wird ohne Kindergarten Freunde eingeschult. Ist das ein Nachteil?

Es kommt sehr häufig vor, dass Kinder ohne Kindergarten Freunde eingeschult werden. Von daher wird euer Kind sicher nicht das einzige sein, dem es am ersten Schultag so geht. Sorgen bzgl. der Kontaktaufnahme zu anderen Kindern sind fast immer unbegründet.

Die Schüler mischen sich viel schneller, als Mama das vermutet. Zumeist werden bereits in den ersten Pausen neue Allianzen geschmiedet, Kontakte geknüpft und gemeinsam gespielt. Bis eine Klasse wirklich zur Gemeinschaft zusammen wächst, dauert es eine Weile – das werdet ihr sicher auch bei den Elternabenden merken. Der Weg dahin ist das Ziel!

8. Ich möchte mein Kind gerne bis zum Klassenzimmer begleiten – darf ich das?

Als Mama kann ich diesen Wunsch sehr gut nachvollziehen, als Pädagogin kann ich ihm leider nicht entsprechen. Schulkind sein heißt auch, eigenständiger zu werden. Den Weg zum Klassenzimmer alleine zu meistern gehört dazu.

Einige Schulen gewähren eine Art „Übergangsfrist“ bis zu den Herbstferien, während der Eltern ihre Kinder bis zum Klassenraum begleiten dürfen. Andere weisen bereits mit Schildern am Eingangstor darauf hin, dass die Kinder ab hier bitte den restlichen Weg alleine zurücklegen sollten.

Diese Vorgehensweisen sind abhängig von der jeweiligen Schule und den Empfehlungen, die in internen Konferenzen ausgearbeitet wurden. Mein Tipp: Richtet euch nach den Vorgaben der Schule und habt Vertrauen in euer Kind – es schafft das! Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel,und falls es morgens doch mal ein Tränchen geben sollte, wird euch keiner wegen eurer Begleitung böse sein.

9. Muss ich nachmittags mit meinem Kind für die Schule üben?

Kleinere Hausaufgaben werden bereits in der 1. Klasse gegeben. Sie dienen dazu, das Gelernte zu vertiefen und zusätzliche Übung zu ermöglichen.

Darüber hinaus ist es zumeist nicht nötig, weiteres Material zu bearbeiten oder ergänzende Übungshefte auszufüllen. Sollte euer Kind mehr Übung benötigen, wird sich der Klassen- oder Fachlehrer mit euch in Verbindung setzen, um gezielte Maßnahmen zu besprechen.

Für die Kinder ist es sehr wichtig, am Nachmittag ihren eigenen Interessen nachgehen zu können. Spielen und sich mit neuen Freunden treffen sollte dabei einen Großteil der Zeit einnehmen. Sie brauchen diesen Ausgleich, um dem Unterrichtsgeschehen am nächsten Tag wieder aufmerksam folgen zu können. Von daher solltet ihr auf unnötige zusätzliche Übungen verzichten.

10. Wen kontaktiere ich, wenn es Probleme in der Schule gibt?

Bitte wendet euch bei Problemen immer zuerst an den Klassenlehrer / die Klassenlehrerin. Sie sind die Bezugsperson für eure Kinder und können am besten einschätzen, ob ein Problem besteht und was die Ursache sein könnte.

Häufig wird von Eltern der direkte Weg zur Schulleitung gewählt, um klasseninterne Dinge zu besprechen. Dies ist zum einen nicht sinnvoll, da die Schulleitung keinen unmittelbaren Einblick in das Klassengefüge hat. Zum andern verschlechtert ihr so das Verhältnis zum Klassenlehrer, der sich dann übergangen fühlt.

Ein Eintrag ins Mitteilungsheft oder eine entsprechende Email sollten genügen, um einen kurzfristigen Gesprächstermin mit der Lehrkraft zu vereinbaren. Im direkten Gespräch lassen sich dann eure Sorgen besprechen und die meisten Probleme lösen.

Gibt es noch weitere Fragen bezüglich der Einschulung eures Kindes, auf die ihr gerne eine Antwort hättet? Immer her damit!

Schreibt sie mir einfach in die Kommentare und ich werde mich bemühen, sie schnellstmöglich zu beantworten.

Falls ihr eure Frage nicht öffentlich stellen möchtet, schreibt mir einfach eine email an viola@mama-und-co.de.

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    1. Hallo, nein, vorschreiben dürfen Schulen das nicht. Sie können lediglich darauf hinweisen, dass das Kind eher zur Schule laufen, als mit dem Auto gebracht werden sollte. Der Schulweg muss allerdings so lange gemeinsam mit den Eltern geübt werden, bis das Kind ihn sicher alleine meistern kann!

  1. Hallo, mein Sohn befindet sich z.Z. in der Tagesklinik zur Diagnostik auf Asperger. Nun wird er dieses Jahr eingeschult und ich habe Bedenken, das es in der Schule überhaupt funktioniert. Eine Förderschule kommt nicht in Betracht, da er geistig ja im Durchschnitt liegt. Gibt es andere Schulformen, mit kleinen Klassen, falls es gar nicht klappt?
    Viele Grüße

    1. Hallo, vielleicht solltest du eine Schule, die nach den Prinzipien von Maria Montessori arbeitet, in Betracht ziehen. Die Klassen sind häufig kleiner als in Regelschulen. Zudem haben die Schüler aufgrund der hohen Materialvielfalt individuelle Möglichkeiten zum Erschließen neuer Themenbereiche. Die Materialien regen zudem verschiedene Sinne an, was für deinen Sohn wahrscheinlich auch positiv wäre. Mittlerweile bieten manche Schulen neben ihren Regelklassen auch einen Montessori Zweig an. Also keine “extra” Schule, sondern ein integrativer Ansatz.
      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen und wünsche dir und deinem Sohn alles Gute!
      Viele Grüße, Viola

  2. Hallo mein Sohn wird Ende Juli sechs und soll dieses Jahr eingeschult werden. Bedenken sind jedoch da, weil er eher ein feiner schüchterner Junge ist! Die Schulärztliche Untersuchung steht uns noch bevor und bei der Einschulung hieß es er wäre schon bereit, trotzdem habe ich noch Bedenken.

    1. Hallo, ich kann Ihre Bedenken gut verstehen. Wichtig wäre zu erfragen, wie Ihr Sohn zum Schulbeginn steht. Freut er sich? Hat er Angst? Ihre und ggf. die Bedenken Ihres Sohnes sollten Sie auf jeden Fall bei der schulärztlichen Untersuchung thematisieren und möglichst eine gemeinsame Lösung finden. Alles Gute!

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