Fieberkrampf Kleinkind
Familienleben | Mamaleben

Fieberkrampf beim Kleinkind: Die Angst vor dem zweiten Mal

September 19, 2019

Als meine Tochter zwei Jahre alt war erlitt sie einen Fieberkrampf. Einen stillen Fieberkrampf, wie ich später erfahren sollte. Mein Kleinkind erschlaffte am ganzen Körper und lief blau an – ein Albtraum, den ich keinem anderem Elternteil wünsche. Seitdem löst jeder Infekt Panik in mir aus. Denn für mich bleibt die Frage: Kann das ein zweites Mal passieren?

Zwei Kinder hatte ich schon (halbwegs) großgezogen, bevor ich das erste Mal mit dem Thema Fieberkrampf konfrontiert wurde. Nie hatte ich zuvor davon gehört und war auch von keinem Arzt auf die Gefahren und das richtige Verhalten im Notfall hingewiesen worden. Und so erlebte ich völlig unvorbereitet einen Fieberkrampf meiner Zweijährigen, der sich für immer in meine Erinnerung einbrennen sollte.

Ein Fieberkrampf aus dem Nichts

Eigentlich hatte sie nur einen leichten Infekt, war etwas verschnupft, aber ansonsten gut drauf. So gut sogar, dass ich am Nachmittag mit ihr, ihrer Zwillingsschwester und meiner Schwägerin auf einen Spielplatz ging. Dort spielten die Kinder und hatten einen fröhlichen Nachmittag, bei dem man meiner Kleinen keinerlei Beschwerden anmerkte.

Als wir wieder Zuhause waren kuschelte sie sich auf meinen Schoß und ich deckte sie gut zu, damit sie es schön gemütlich hatte. Ich unterhielt mich mit meiner Schwägerin und spürte, wie meine Tochter sich merklich auf mir entspannte. Sie fing sogar leicht an zu schnarchen, was mich amüsierte, da ich es zuvor noch nie bei ihr gehört hatte. Und dann begann der Horror.

Schock fürs Leben

Bis heute weiß ich nicht, was meiner Schwägerin eigentlich aufgefallen war. Jedenfalls sagte sie, ich solle mal die Decke wegnehmen, irgendwie sähe das Kind komisch aus. Ich beruhigte sie und erwiderte, dass der Zwerg nur eingeschlafen und scheinbar doch völlig k.o. vom Spielplatz gewesen sei. Aber sie bestand darauf.

Als ich die Decke wegnahm und meine Tochter umdrehen wollte, merkte ich, dass sie wie leblos in meinem Arm hing. Wie eine Puppe, deren Gliedmaßen ohne jede Spannung am Körper baumeln. Zudem war ihr Gesicht bereits blau angelaufen und sie atmete nicht mehr. Während ich das schreibe, könnte ich gleich wieder anfangen zu heulen…

Nun brach die Hölle los, ich war völlig hilflos und durch den Schock irgendwie bewegungsunfähig. Meine Schwägerin riss mir meine Tochter aus dem Arm, nahm sie waagerecht in den Fliegergriff und rannte mit ihr nach draußen an die frische Luft. Sie schwenkte sie hin und her, während ich nur fassungslos zusah.

Und dann atmete sie. Oh Gott, ihr könnt euch meine Erleichterung gar nicht vorstellen. Zunächst ohne wirklich wach zu werden, aber dennoch deutlich spür- und sichtbar. Die Farbe kehrte zurück in ihr Gesicht und schließlich schlug sie auch die Augen auf. Ich nahm sie auf den Arm und war einfach nur dankbar und erleichtert.

Die Sorge bleibt

Der herbeigerufene Notarzt kam erst, als der Spuk schon wieder vorbei war. Wahrscheinlich waren es auch nur Sekunden, doch sie fühlten sich an wie Stunden. Keine Ahnung was passiert wäre, wenn sie nicht wieder angefangen hätte zu atmen. Ich glaube nicht, dass ich dann noch das gleiche Kind Zuhause hätte.

Zwillinge Kleinkind

Und das ist für mich ein ganz wesentlicher und absolut unbefriedigender Punkt: Seit diesem Fieberkrampf hat mir jeder Arzt versichert, dass die Kinder wieder anfangen zu atmen. „Wieso?“, habe ich gefragt, „was ist, wenn sie es nicht tun?“ Als Antwort bekam ich stets zu hören: „Doch, doch, keine Sorge, sie tun es.“

Sorry, aber für mich ist das keine Begründung. Und eine Beruhigung schon mal gar nicht. Denn neben seinem eigenen Kind zu stehen, welches aufgrund von Sauerstoffmangel bereits blau angelaufen ist – diese Erfahrung möchte man als Mutter nicht machen. Und schon gar nicht ein zweites Mal.

Also wie kann man sich schützen? Im Nachhinein habe ich erfahren, dass wahrscheinlich die warme Decke über meinem Kind den Fieberkrampf ausgelöst hat. Dieser entsteht nämlich nicht prinzipiell durch zu hohe Körpertemperatur, sondern vielmehr durch ein zu schnelles Ansteigen selbiger.

Da ich mir diesen Vorfall schon einmal von der Seele geschrieben habe, könnt ihr in diesem Beitrag auch die Notfall-Tipps nachlesen, die ich von den Ärzten erhalten habe. Wir haben nun zusätzlich auch ein krampflösendes Medikament Zuhause, welches beim nächsten Krampf verabreicht werden soll.

Wird es einen zweiten Fieberkrampf geben?

Diese Frage stelle ich mir seitdem bei jeder Temperaturerhöhung meiner Tochter. In Absprache mit der Kinderärztin gebe ich ab 38,5* Körpertemperatur fiebersenkende Mittel – und bin dann in andauernder Alarmbereitschaft. Zu groß ist meine Sorge, dass ihre Temperatur trotz leichter Decke, offenem Fenster und Medikament wieder sprunghaft ansteigt und somit für mich unkontrollierbar wird.

Wenn es nach Aussage der Ärzte geht, ist auch hier Entspannung angesagt. Mehr als unwahrscheinlich sei es, dass Kinder mehr als einen Fieberkrampf erleiden würden. Und mit Erreichen des Grundschulalters sinke die Gefahr sogar auf ein Minimum. Das klingt gut. Verlassen möchte ich mich auf diese Aussagen nicht.

Und so wache ich seit zwei Jahren jedes Mal am Bettchen, wenn meine Tochter fiebert. Die schlaflosen Nächte sind mir egal, Hauptsache mein Kind übersteht seine Erkrankung ohne Schwierigkeiten. Fieber ist auch wichtig für den Körper, ich weiß. Ein wenig zulassen soll man, ich weiß.

Aber ich habe einfach eine Heidenangst vor diesem Risiko, das mir einmal fast mein Kind geraubt hätte.

Habt ihr Erfahrungen mit Fieberkrämpfen? Hat euer Kind vielleicht schon häufiger einen durchlitten? Ich würde mich sehr über eure Kommentare zu diesem Thema freuen – vielen lieben Dank!

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  1. Oh Gott, hab´s gerade gelesen. Euer Albtraum hört ja gar nicht auf, tut mir so leid.
    Ich wünsche euch so sehr, dass der letzte Anfall tatsächlich auch der letzte bleibt.
    Alles Liebe und viel Gesundheit für euch!
    Viola

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