Zwillinge

Geschwisterliebe bei Zwillingen – Wenn die Welt warten muss

März 7, 2019

Es gibt sie: Diese harmonischen Momente, in denen meine Zwillinge voller Geschwisterliebe miteinander spielen. Nicht oft und auch nie zu einem Zeitpunkt, der für mich passend wäre. Und dennoch sind sie da – und dann muss der Rest der Welt warten.

Meine Zwillinge sind eineiig, identisch sind sie deshalb noch lange nicht. Wie können zwei Individuen auch identisch sein? Diesen Ausdruck finde ich ohnehin unpassend. Vielmehr ist jedes meiner Mädchen ein komplett eigenständiger Charakter. Die eine eher ruhig und beobachtend, die andere eher lautstark und forsch.

Zusammen (auf-)wachsen

Ich finde das gut, denn schließlich möchte ich nicht zwei Klone großziehen, sondern zwei eigenständige Persönlichkeiten. Da sie miteinander aufwachsen lernen sie mit der anderen, wachsen an ihren sozialen Interaktionen und trainieren den Umgang mit herausfordernden Situationen. Als Mutter beobachte ich sie gerne dabei und versuche, ihre Kompetenzen täglich zu stärken. Natürlich greife ich ein, wenn ein Streit zu eskalieren droht oder bereits ein deftiger Schubser erfolgt ist. Dennoch gehört die Auseinandersetzung mit dem anderen Zwilling zum Aufwachsen dazu.

Aber wo Schatten ist, da ist auch Licht. In unserem Fall heißt das: Ganz viel Licht und ganz viel Geschwisterliebe! Streitigkeiten sind bei (Klein-)kindern in einem gewissen Rahmen völlig normal und entwicklungspsychologisch ja auch wichtig. Doch die Liebe zwischen meinen beiden, die wird kein verstecktes Puppenkleid und keine falsch gelegte Eisenbahnschiene jemals erschüttern können.

Eine unsichtbare Verbindung

Da ist ein Band zwischen ihnen, das mich manchmal ganz klar an meinen Platz verweist. Wir brauchen dich jetzt gerade nicht, sagt es mir, wir haben uns. Für den Moment ist uns das genug. Dann stehe ich wie ein Außenseiter neben meinen beiden und schaue mir an, wie sie in ihrer Zwillingswelt versinken.

Da werden zusammen Spielideen entwickelt, Erlebnisse aus der Kita besprochen, in stillschweigender Harmonie Türme aus verschiedenen Teilen gebaut. Ein tiefliegendes Einverständnis ist bei all ihren Handlungen spürbar. Sie machen die Dinge zusammen und genießen ganz offensichtlich diese Momente, in denen sie im Einklang schwingen.

Wie gesagt, ich möchte hier nicht behaupten, dass meine Mädels nur in trauter Eintracht miteinander spielen. Weit gefehlt, das tun sie nicht. Aber es kommt vor. Und ich finde diese Minuten so kostbar, dass ich mich bemühe, sie ganz fest in meiner Erinnerung zu verankern.

Leben als Zwilling

So oft ist man angestrengt von den Minis, wenn sie wieder laut sind, durch die Gegend schreien und sich gegenseitig die Müsli-Löffel auf den Kopf hauen. Wenn sie schon morgens schlecht gelaunt nach einer unruhigen Nacht miteinander stänkern und ihren Ärger doppelt verbreiten. Das alles ist Leben mit Zwillingen, vor allem im Kleinkindalter. Es ist anstrengend – aber es ist noch weitaus mehr.

Es ist ein Kopfstreicheln wenn die Schwester weint. Ein geholtes Pflaster, wenn das Knie der anderen einen Kratzer hat. Das Schimpfen mit dem großen Bruder, wenn der Zwilling geärgert wird. Das kurze Umarmen, wenn das Bedürfnis danach da ist. Der erschrockene Blick, wenn mit der Schwester geschimpft wird.

Zwillinge sind zwei. Und dann doch wieder eine Einheit.

 

Wie erlebt ihr die Geschwisterliebe eurer Zwillinge? Verhalten sich eure beiden auch ähnlich wie meine Mädels, oder sieht es bei euch vielleicht ganz anders aus? Ich freue mich über eure Erfahrungen direkt im Kommentarfeld 🙂 

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