Zwillinge

Gewichtsunterschiede bei Zwillingen

Februar 26, 2018

Vier Wochen sind mir noch nie so lange vorgekommen, wie während meiner Zwillingsschwangerschaft. Die Zeit zwischen den Arztterminen schien kaum zu vergehen, so sehr fieberte ich jedem Vorsorgetermin entgegen: Wie hatten sich die beiden Mädels entwickelt? Wurden sie ausreichend über nur eine Plazenta versorgt? Und vor allem: Nahmen sie beide gleichmäßig an Gewicht zu?

Die Gewichtsmessung von Zwillingen in der Schwangerschaft ist sicherlich eine Kunst für sich. Zumeist versteckt sich ein Zwilling hinter dem anderen oder hat seine Lage so verändert, dass genaue Messwerte nur schwer zu erhalten sind. Dennoch stellen diese Werte die Grundlage für alle weiteren medizinischen Entscheidungen, bis hin zum geplanten Geburtstermin, dar.

Schwierig wird es, wenn unbemerkt eine große Diskrepanz zwischen Messwert und tatsächlichem Gewicht entsteht. So geschehen bei Ilona, die mir netterweise ihre Erfahrung zu diesem Thema zur Verfügung gestellt hat:

Hm, wo fang ich denn an…

Meine Mädels sind zweieiig, also dichorial-diamnial. Es hatte sich schon relativ früh, soweit ich mich erinnere spätestens bei der Feindiagnostik, abgezeichnet, dass Kind B kleiner ist als Kind A. Die Versorgung war aber laut Doppler bei beiden gut. Im Verlauf ist es bei einer deutlichen, aber laut betreuenden Gynäkologen nie bedrohlichen, Gewichtsdifferenz geblieben.

Ich hatte dann irgendwann Anfang des dritten Trimenons einen Termin zur Geburtsplanung, da wurde festgelegt, dass ich eine primäre Sectio bekomme, in der 38. SSW.

Es ging mir gut, ich hatte weiterhin regelmäßige Sono – Kontrollen, sowohl bei meiner Gynäkologin wie auch im Krankenhaus (muss an der Stelle dazu sagen, dass ich selbst Ärztin bin und in „meinem“ Krankenhaus entbunden habe, also naturgemäß sehr gut betreut wurde) alles war ok, außer dass Kind 2 etwas kleiner geschätzt wurde.

Der Einzige, der glaube ich damals schon ahnte, dass das eine Kind minderversorgt sein könnte, war derjenige, der die Feindiagnostik gemacht hatte, ein niedergelassener Prof, Koryphäe auf seinem Gebiet.

Einige Tage vor dem geplanten Sectio Termin war ich nochmal im Krankenhaus zum Sono, dort wieder die Aussage, dass das eine Kind eher kleiner wäre, und der Vorschlag vom leitenden Oberarzt, dass wir den Termin nach hinten verschieben, damit sie noch ein paar Tage länger im Mutterleib hat, um noch ein bisschen zu wachsen. Zu dem Zeitpunkt wurde die Kleine auf gute 2000g geschätzt, die Große auf knapp 3000. Ich konnte aber langsam nicht mehr und habe daher den Sectiotermin behalten…

Also sind die beiden bei 37+2 geholt worden, mit (Achtung!) 50cm und 3080g sowie 43cm und 1480g!!!

Alle waren völlig baff, der Chefarzt meinte, dass er in seiner gesamten Karriere noch nie einen derartigen Gewichtsunterschied erlebt hätte.
Das war echt heftig, die Maus war winzig. Haut und Knochen. Aber gesund zum Glück schon, 38. SSW und daher von der Organreife her alles ok. Sie musste für ein paar Tage ins Wärmebettchen und durfte dann mit knapp 2000g heim.

Wenn ich auf den Rat des Oberarztes gehört hätte, hätte sie das vielleicht nicht überlebt. Denn wie sich in der feingeweblichen Untersuchung rausstellte, hatte ich eben eine Plazentainsuffizienz bei ihr. Wäre sie länger dringeblieben, wäre sie definitiv unterversorgt gewesen und vielleicht nun behindert oder gar erstickt.

Krass wenn man so zurückdenkt.

 

Ein sehr eindringlicher Bericht, findet ihr nicht? Umso schöner ist es, dass aus den beiden Minis diese süßen und kerngesunden Mädchen geworden sind!

Vielen Zwillingsforen und Gruppen habe ich entnommen, dass so eine deutliche Abweichung zwischen Messwert und tatsächlichem Gewicht eher die Ausnahme ist. Zwar wird selten ein exakter Wert ermittelt, aber zumeist beläuft sich der Unterschied auf ein paar hundert Gramm – dies nur zur Beruhigung für alle Zwillingsschwangeren, die Ilonas Schilderung nun vielleicht verunsichert hat. Zudem ist natürlich die Schwangerschaftsdauer, also die im Mutterleib verbrachten Wochen, ausschlaggebend für die körperliche Reife des Neugeborenen und nicht nur das Geburtsgewicht.

Am nächsten Montag werde ich dieses spannende Thema mit der Frage „Zwillinge – spontane Geburt oder Kaiserschnitt“ fortführen. Ich freue mich, wenn ich euch dann wieder bei Mama & Co begrüßen darf!

Ein bisschen neugierig bin ich natürlich auch … Welche Erfahrungen habt ihr mit den Messwerten vor der Entbindung gemacht? Waren sie zutreffend oder doch eher weit entfernt? Das Kommentarfeld findet ihr direkt unter diesem Beitrag, ich bin gespannt auf eure Erlebnisse!

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  1. Also bei meinen di-di-Zwillingen wurde während der Schwangerschaft immer ein Unterschied von max. 200g gemessen. Zur Welt gekommen sind beide auf natürlichem Wege bei 39+0 mit 3030g und 2265g. Auch sehr zur Überraschung der Ärzte. Mir wurde allerdings nichts von einer Plazentainsufizienz gesagt.

  2. Hey bei uns war es ähnlich nur das unsere beiden zweieiigen Mädels immer relativ gleich geschätz wurden. Am Tag der Entbindung 38+1 mit Einleitung bei 38+0 würde die 1. auf 2700g geschätz und so war es auch mit 42 cm und die 2. auf 2800g doch hier war es etwas sehr verschätzt sie hätte 51 cm und 3980 g. Auch heute nach über 8 Jahren sind sie sehr unterschiedlich die 1. Ist nun 136 cm und hat 24 kg und die 2. 143 cm und 32 kg. Aber sonst sind beide Top fit. LG Patricia

  3. Meine di-di Zwillinge waren bei allen Messungen recht ähnlich, aber wurden bei 35+0 auf einmal auf 2.700 (führend und in SL) sowie 3.400 (seitlich-quer darüber) geschätzt und damit wurde vom Krankenhaus dringend von einer natürlichen Geburt aufgrund der gewichtsdifferenz abgeraten. Bei 35+1 kamen sie per Kaiserschnitt nach blasensprung mit 2.760 und 3.040 bei 49cm…

  4. Meine beiden waren beide sehr klein, die “große” 2560g und die kleine 1945g. Vorher war davon auch nie die Rede gewesen (wurden immer auf mind. 2800g geschätzt.) Hinterher wurde nur knapp gesagt, dass die Sectio in der 38.Woche eine gute Idee gewesen sei…. Es war dann zum Glück nichts weiter, sie musste noch 2 Wochen im Wärmebettchen liegen. Heute sind sie 7 Jahre alt und immer noch die kleinsten und leichtesten in ihrer Klasse. Ich bin sehr froh, dass es alles so gut verlaufen ist, man sieht an solchen Geschichten, dass auch die Medizin Grenzen hat und man sich manchmal in trügerischer Sicherheit befindet.

  5. Meine wurden am Tag der Geburt 30ssw auf 1000&1010 Gramm geschätzt. Geboren wurden sie mit 1444&1488g 41&44 cm . Bei meiner Tochter war es noch schlimmer 35ssw geschätzt 2000g geboren mit 3015 g.

  6. Bei uns wurde das in der Schwangerschaft festgestellt. Daher Sectio in 35ssw. Ich hab ab 20ssw um unser kleines Mädchen gebangt, wöchentlich bis hinterher 2 tägige Doppler.
    Geboren mit 1370 – 41cm& er mit 22 20gr / 50cm.

    2 Wochen Inkubator für sie plus knapp 3 Wochen Wärmebett & sonst brauchte sie nix.

  7. Ich habe eineiige Mädels 🙂
    Die letzte Sono hatte ich 2 Tage vor Geburt.
    Nr.1 wurde auf 2100g geschätzt und kam mit 2015g und 43cm 🙂
    Nr.2 wurde auf 1950g geschätzt und hatte 1980g und 41cm.
    Also sehr nah dran 😉 der Gewichtsunterschied ist bis heute (sie sind 1 3/4Jahre alt) bei maximal 100g geblieben. Auch bei der Größe ist es vielleicht noch 1cm Unterschied, mehr als 2 cm aber auf keinen Fall. Also ich hab definitiv das genaue Gegenteil von dem Bericht hier 😉 😂

  8. Huhu…meine Mäuse wurden immer ähnlich geschätzt… letztlich kamen sie bei 35+0 und Madame 1 war 43cm und 1890g und Madame 2 war 44cm und 1990g. Das war vor 17 Monaten… mittlerweile ist Madame 1 bei 85cm und 9,7kg und Madame 2 bei 84 cm und stolzen 14 kg 😉

  9. Bei uns wurden unsere Jungs in der 36. SSW geholt per Sectio, da ich Wehen bekam und eine Schwangerschaftsvergiftung. Unser Kleiner hatte 46cm und 2600g und unser Großer 48cm und 2800g.
    Dies war eigentlich kein großer Unterschied, aber selbst heute (6 Jahre danach), hat unser Kleiner immer ca. 1-2 Kilos weniger als unser Großer ;O) und es war auch noch nie anders herum.

  10. Da habe ich wohl richtig Glück gehabt. Meine wurden während der gesamten Schwangerschaft ziemlich gleich gemessen. Und das Gewicht passte tatsächlich. Sie hatten auch nur 5g Unterschied bei gleicher Größe

  11. Uns hat man zum Schluss nur noch verwirrt. Ich war bei einem normalen Kontrolltermin bei meiner Gyn. Dort hieß es, Kind B würde nicht mehr zugenommen haben seit dem letzten mal. Da es 1 Tag vor Heiligabend war, sollte ich lieber noch einmal ins KH. Dort sagte man mir Kind B würde über 500g schwerer als Kind A sein, deswegen rieten sie mir zu einem KS. Dies wollte ich ungern und da beide noch gut versorgt waren, warteten wie noch ab und kamen über die Feiertage regelmäßig ins KH zur Kontrolle. Am 05.01. hieß es dann, dass die anscheinend doch gleich viel wiegen und eingeleitet werden würde. Schlussendlich wog Zwilling A fast 500g mehr als B. So schnell kann es sich also ändern. Wir haben uns davon zum Glück nicht verrückt machen lassen.
    Inzwischen wiegt B immer etwas mehr als A, sieht aber schlanker aus, da er 4-5 cm größer ist

  12. Bei mir wurde gut gemessen. Ab 19+0 gab’s grosse differenzen. Am ende hiess es 34+0 sie ca 1500gr und er 2100.
    Selber Tag sectio und 1370 zu 2240gr.

    Nur da wir es wussten wurden wir über wochen bekloppt gemacht.

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