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Baby | Mamaleben

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: Frust trotz gesunder Ernährung und Sport

September 2, 2019

„Ach, ist doch egal wie viel du zunimmst! Dein Baby entwickelt sich super und da sind paar Kilo Gewichtszunahme doch gar nicht schlimm. Mach ein bisschen Sport, achte auf deine Ernährung und dann wird sich das schon alles im Rahmen halten!“. So oder so ähnlich lauteten die Kommentare meines Umfelds während jeder meiner drei Schwangerschaften. Das war gut gemeint, keine Frage. Meinen Frust verringert haben sie allerdings nie.

Frust beim Wiegen

Ja, sie hat mich frustriert: Meine Gewichtszunahme überstieg bei jeder Schwangerschaft locker die 20kg Marke und hat mir den einen oder anderen Tag mit schlechter Laune eingebracht. Und das, obwohl ich mich doch immer so sehr auf mein Baby gefreut habe.

Ich war schon vor meiner ersten Schwangerschaft recht sportbegeistert, bin gejoggt, geschwommen und habe mich durch Bodyshape Kurse im Fitnessstudio gekämpft. Als ich dann mein erstes Kind erwartet habe, musste ich mein Sportpensum natürlich anpassen. Sanfte Bewegungen gaben nun den Ton an, Cardiotraining nur noch auf einem geringeren Level und auch die gerade Bauchmuskulatur durfte nicht mehr stark belastet werden.

Kein Problem für mich, denn die Gesundheit meines Babys hatte selbstverständlich Priorität. Ich ernährte mich also weitgehend gesund, trieb moderat weiter Sport – und nahm Woche für Woche zu. Und zwar deutlich! Damit meine ich eine Gewichtszunahme von ca. 2kg pro Woche, beginnend etwa ab der 20. SSW.

Gewichtszunahme durch Schwangerschaftsdiabetes

Das machte mich ratlos und nach mehreren Besuchen bei meiner Gynäkologin kam sie endlich auf die Idee, einen Zuckertest durchzuführen. Ergebnis: Gestationsdiabetes! Somit hieß es für mich den Rest der Schwangerschaft über essen nach Plan, dazu noch regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte (meinen ausführlichen Bericht über meine Schwangerschaftsdiabetes könnt ihr hier nachlesen).

Ich folgte also allen ärztlichen Anweisungen und konnte dadurch meine Gewichtszunahme zumindest bei insgesamt 22kg halten. Zum Glück hatte mein Baby keinen Schaden genommen und kam mit einem guten Geburtsgewicht von 3,7kg zur Welt, was natürlich das Wichtigste für mich war.

So war ich also bei meiner zweiten Schwangerschaft gewarnt und bat zum schnellstmöglichen Zeitpunkt um einen Zuckertest. Mein Gewicht war auch hier bereits in den ersten Wochen deutlich gestiegen und ich ging davon aus, dass es sich wieder um ein Problem mit meinem Blutzucker handeln würde.

Weit gefehlt. Der Test war absolut unauffällig und auch ein Folgetest ein paar Wochen später zeigte keine signifikanten Veränderungen. Fast war ich ein bisschen enttäuscht darüber, denn nun hatte ich wieder keinerlei Hinweis darauf, warum mein Gewicht trotz vernünftiger Ernährung und sanfter körperlicher Betätigung stieg und stieg.

Zweite Schwangerschaft – gleiche Gewichtszunahme

Wassereinlagerungen machten sicherlich einen Teil meiner Gewichtszunahme aus, doch als wieder die 20kg Grenze überschritten war, konnte dies nicht ausschließlich auf Wasser zurückzuführen sein. Die Vorfreude auf mein zweites Kind konnte die Anzeige der Waage zwar nicht beeinträchtigen, aber ich fühlte mich einfach nicht mehr wohl in meinem Körper. Die Gummibänder der Umstandsmode machten es mir zwar leicht, Kilo um Kilo hinter ihnen zu verstecken. Gut angefühlt haben sie sich trotzdem nicht.*

Mein Sohn wog 4,3 propere Kilogramm und bereits ein paar Tage nach seiner Geburt war ich um 8kg leichter. Das Wasser hatte sich abgebaut, der Hüftspeck war geblieben. Klar, wie sollte es erstmal auch anders sein. Ich finde den Hebammen Spruch 9 Monate kommt es – 9 Monate geht es sehr treffend. Der Körper hat Großartiges geleistet und braucht seine Zeit, um diesen Ausnahmezustand zu verarbeiten.

Dennoch fiel es mir nicht immer leicht, ihm diese Zeit zu geben. Ich haderte mit mir, denn ich wollte auch als Mama von zwei Kindern noch möglichst so aussehen, wie vor den Schwangerschaften. Druck von außen? Jein. Es gab niemanden, der mich wegen meiner verbliebenen Kilos komisch angeguckt oder sogar angesprochen hätte. Vielmehr waren es die Bilder in meinem Kopf, die auf mich Druck ausübten und durch die ich mir oft mein Leben selber schwer machte.

Höhere Gewichtszunahme bei Zwillingen?

Als ich sieben Jahre nach meinem Sohn mit meinen Zwillingen schwanger wurde, rechnete ich mit einer besonders starken Gewichtszunahme. Doppelte Kinder gleich doppelte Zunahme, so dachte ich zumindest.

Aber nein, auch während meiner dritten Schwangerschaft reichte ich wie zuvor an die plus 25kg Marke heran – aber eben nicht darüber. Allerdings hatte ich mir in diesen 8 Monaten Schwangerschaft weniger Gedanken über meine Gewichtszunahme gemacht. Die Sorge um meine eineiigen Zwillingsmädchen wog für mich weitaus schwerer, als überflüssige Pfunde das hätten tun können.

Und tatsächlich nahm ich nach keiner Schwangerschaft so schnell ab wie nach dieser. Ich konnte fast dabei zusehen, wie meine Beine schmaler wurden und das Wasser aus meinem Körper wich. Mehr als 10kg waren nach 14 Tagen bereits wieder runter, obwohl ich aufgrund des Stillens durchaus darauf achtete genügend Kalorien zu mir zu nehmen.

Meine Zwillinge sind mittlerweile vier Jahre alt. Drei Schwangerschaften mit insgesamt vier Kindern haben ihre Spuren an meinem Körper hinterlassen. Das ist ok, für vier wunderbare Leben nehme ich diese Spuren liebend gerne in Kauf. Auch ein paar Kilo mehr sind mir geblieben. Der Alltag in einer Großfamilie ist wunderschön, aber gleichzeitig auch oft anstrengend. Da brauche ich nachmittags dann schon manchmal ein kleines Zuckerle, um den Rest des Tages genügend Kraft für meine Wirbelwinde zu haben.

Ein Marathon, kein Sprint

Also falls ihr gerade mit eurer Gewichtszunahme in der Schwangerschaft zu tun habt, oder euch nach der Geburt noch mit ein paar Bonus Pfunden herumschlagt: Ich kann euren Frust verstehen. Das hat nichts mit der Vorfreude auf euer Baby oder der Liebe zu eurem Kind zu tun. Es hat mit der Liebe zu euch selbst zu tun.

Ich weiß wie schwer es ist, sich nach einer, zwei oder drei Schwangerschaften so anzunehmen, wie man ist. Es ist ein Weg, die körperlichen Veränderungen als Teil der eigenen Lebensgeschichte anzunehmen. Auch bei mir klappt das nicht immer und dann bin ich ziemlich böse auf mich selbst. Aber ich arbeite daran, jeden Tag ein bisschen mehr. Und ich finde, das ist es, was zählt.

Habt ihr auch Probleme mit eurer Gewichtszunahme? Oder habt ihr vielleicht überhaupt nicht während der Schwangerschaft zugenommen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Ich habe für euch noch ein paar Tipps zur sanften Rückbildung nach der Entbindung zusammen- gestellt. In diesem Beitrag könnt ihr auch nachlesen, warum falsche Übungen das Schließen der Rektusdiastase verhindern und wie ihr dies vermeiden könnt.

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  1. Klar, vom Prinzip her hast du recht. Man sollte es in der Schwangerschaft lockerer sehen, denn natürlich steht die Gesundheit des Kindes über allem. Aber mir ist das halt besser und auch mal schlechter gelungen und manche Tage waren einfach doof. Allerdings sind mir die Extra-Kilos weitaus lieber als eine Hyperemesis gravidarum. Das stelle ich mir absolut furchtbar vor… Liebe Grüße, Viola

  2. In der Schwangerschaft fand ich die Gewichtszunahme eher positiv, weil ich meinem Bauch sehr gern beim Wachsen zugesehen habe. Allerdings nahm ich auch erst 10 Kilo ab, bevor die Kilos dann endlich dazu kamen (wegen der hyperemesis gravidarum). Das zählt dann wohl nicht. Dein Bericht ist sehr interessant, aber ich denke, gerade in der Schwangerschaft sollte man das locker sehen. Mir ging es die ganze Zeit sch**ße und ich finde einfach, Gesundheit ist das A und O. Solange man sich gesund und fit fühlt, sind die Kilos doch egal.

  3. Ja diese Kommentare aus dem Umfeld kenne ich zu gut! Besonders nachdem das Baby da ist und die 20kg auch nicht wieder runter wollten hieß es immer “dein Körper braucht eben 9 Monate” obwohl die Frauen selbst mit Baby und super Figur neben mir saßen. Tja, 9 Monate sind vorbei und 5 der 20 kg habe ich auch jetzt noch und ich fürchte, die sind jetzt fest. Trotz lange, Yoga und immer noch voll stillen. Akzeptanz ist da wohl die einzige Lösung.
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

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