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Mamaleben

Schmerzen beim Kaiserschnitt? Infos rund um Ablauf, Gefühl und Regeneration

Oktober 4, 2018

Immer wieder werde ich gefragt, ob man vor oder während des Kaiserschnitts Schmerzen hat. Unsicherheit besteht häufig auch bei: Wie läuft so eine Geburt per Kaiserschnitt überhaupt ab, wie fühlt sie sich an und wie schnell bin ich danach wieder auf den Beinen?

Daher möchte ich dich gerne mit umfangreichen Informationen zur Geburt per Kaiserschnitt versorgen. Natürlich spiegeln diese zum großen Teil meine ganz persönliche Erfahrung wider. Doch auch die Erlebnisse anderer Mütter, die mir offen von ihrem Kaiserschnitt berichtet haben, möchte ich dir weitergeben.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Bei einem geplanten Kaiserschnitt vereinbarst du im Krankenhaus einen festen Termin, an dem dein Baby auf die Welt geholt wird. Dies geschieht zumeist etwa eine Woche vor ET, kann aber bedingt durch viele andere (medizinische) Faktoren auch zu einem anderen Zeitpunkt geschehen.

An diesem Tag findest du dich rechtzeitig im Bereich des Kreißsaals ein und wirst für die Operation vorbereitet (OP-Hemd anziehen, der Zugang zum Körper wird gelegt). Wenn diese Vorbereitungen abgeschlossen sind, wirst du in den OP begleitet und setzt dich dort auf die Liege.

Nun wird dir vom Anästhesisten die Betäubung verabreicht. Dabei wird zunächst die Einstichstelle für die PDA-Nadel betäubt und anschließend die PDA gelegt. Wie sich das anfühlt erfährst du weiter unten im Beitrag.

Nachdem du dich hingelegt hast, testet der Gynäkologe dann mit einem einfachen Kneifen in den Unterleib, ob du noch etwas spürst. Sofern du dies verneinst (keine Frau, mit der ich gesprochen habe hat zu diesem Zeitpunkt noch etwas gespürt), wird der Blasenkatheter eingeführt und die eigentliche Operation beginnt. Auf konkrete medizinische Details will ich an dieser Stelle nicht eingehen, wenn du magst kannst du hier noch mehr darüber lesen.

Nach dem Schnitt dauert es nur wenige Minuten, bis du dein Baby im Arm halten kannst. Ein Kinderarzt steht bereit, falls es umgehend medizinisch versorgt werden muss und um die erste kurze Kontrolle nach der Geburt durchzuführen.
Während du mit deinem kleinen Wunder kuschelst, versorgt der Arzt mit seinem Team deine Wunde. Bei mir dauerte es zum Beispiel nur 5 Minuten, bis meine Zwillinge entbunden waren, dafür aber 35 Minuten, um meinen Körper zu verarzten. Das ist natürlich von Frau zu Frau ganz unterschiedlich.*

Danach wirst du entweder in einen normalen Kreißsaal, oder in dein Zimmer gebracht. Dein Baby ist natürlich immer bei dir. Bonding heißt das Zauberwort, das die magische Verbindung zwischen Mama und Kind durch unmittelbaren Körperkontakt (Haut an Haut) direkt nach der Geburt fördern und unterstützen soll.

krankenhaus kaiserschnitt zwillinge

Sofern mit deinem kleinen Schatz alles ok ist, verbringst du nun ca. 2-3 Tage im Krankenhaus – sofern du dich nicht auf eigenen Wunsch entlässt. Im Krankenhaus werden sowohl die körperlichen Funktionen des Kindes, als auch deine Genesung beobachtet. Bevor du das Krankenhaus verlässt, wird beim Baby durch die Kinderärzte des Krankenhauses die U1 gemacht. Die Ergebnisse werden in einem gelben Vorsorgeheft notiert.

„Werden Sie glücklich!“, sagte mir der Arzt, als ich mit meinem doppelten Glück das Krankenhaus verließ. Ein guter Wunsch, finde ich 😊

Welche Schmerzen werde ich haben?

Da ich furchtbare Angst vor Spritzen habe, habe ich sowohl meine Tochter, als auch meinen 4,2 kg schweren Sohn ohne PDA entbunden. Beim Kaiserschnitt war das natürlich keine Option.
Am unangenehmsten fand ich das legen der Braunüle. Dieser Zugang zum Körper ist wichtig, um im Notfall Medikamente schnell zuführen zu können und kein Krankenhaus wird sich auf eine Diskussion einlassen, ob diese Maßnahme wirklich nötig ist (glaubt mir, ich hab´s probiert 😉).

Die PDA hingegen habe ich wirklich kaum gemerkt. Ich war so damit beschäftigt, trotz Kugelbauch einen möglichst runden Rücken zu machen, dass ich den Stich kaum realisiert habe. Ein kleines Pieksen, ja, aber wirklich nicht mehr. Das hatte ich mir viel schlimmer vorgestellt und kann dir daher an dieser Stelle die Angst vor einer (richtig gelegten) PDA wirklich nehmen.

Den Kneiftest des Arztes habe ich auch nicht gemerkt und natürlich auch nicht den Schnitt oder das anschließende Nähen. Es hat mich genervt, dass alles so lange gedauert hat, aber Schmerzen hatte ich keine.

Sobald die Wirkung der PDA nachlässt erhält man vom Krankenhaus Schmerzmittel. In meinem Fall haben die Schwestern mir ein gewisses Maß zugeteilt und ich konnte dann selber dosieren, wie viele Tabletten ich nehmen wollte.
Die größten Schmerzen hatte ich in den Tagen nach meinem Kaiserschnitt. Die Medikamente haben zwar im Liegen gut gewirkt, doch das Aufstehen schien mir unmöglich. Durch die Narbe fühlte ich mich total wackelig auf den Beinen und konnte mich nicht aufrichten, da die Wunde sonst sehr gespannt hat.

Um den Blasenkatheter los zu werden war es allerdings nötig, alleine das Badezimmer zu erreichen. Das wollte ich unbedingt und es gelang mir 24 Stunden nach der OP – allerdings mit Hilfe einer Krankenschwester auf die mich stützen konnte. Deren Ratschlag „Sie müssen geradestehen und dann laufen“ war dabei alles andere als hilfreich…

Andere Frauen hingegen haben mir berichtet, dass sie weitaus weniger Schmerzen in den Tagen nach der Operation hatten. Natürlich hatten auch sie erstmal ein ungutes Gefühl mit der frischen Wunde, doch sie konnten bereits am ersten Morgen mit ihren Kleinen in den Frühstücksraum gehen (die Babys wurden im Beistellbettchen geschoben), sie eigenständig wickeln und versorgen.

Solltest du nach deinem Kaiserschnitt Schmerzen haben, dann zögere bitte nicht nach Medikamenten zu fragen. Diese Schmerzmittel gehen laut Auskunft der Ärzte nicht in die Muttermilch über, so dass du bedenkenlos stillen kannst.
Solltest du Schwierigkeiten oder sogar Schmerzen beim Stillen haben, so kann ich dir einen hilfreichen Beitrag zum Thema Stillen ja – Aber bitte ohne Druck empfehlen.

Das Gefühl rund um die Geburt per Operation

Ich persönlich kenne keine Frau, die einen Wunschkaiserschnitt erhalten hat. Immer waren es medizinische Gründe, die einen Kaiserschnitt erforderlich gemacht haben.
Mit dieser Situation muss man sich arrangieren und die Vorstellung von einer spontanen Geburt hinter sich lassen. Das ist manchmal nicht leicht, noch zumal, wenn einem teilweise suggeriert wird, ein Kaiserschnitt sei ja fast keine richtige Geburt. Das finde ich schlichtweg unverschämt.

Keine Frau lässt sich bedenkenlos den Bauch aufschneiden. Für einen Kaiserschnitt gibt es ganz individuelle Gründe, die von Außenstehenden nicht beurteilt werden sollten.

Da man bei einem geplanten Kaiserschnitt einen konkreten Termin erhält, ist man vor diesem Tag natürlich sehr, sehr aufgeregt. Der Countdown läuft, das Ende der Schwangerschaft ist absehbar und in weniger als 24 Stunden wird man endlich sein Baby im Arm halten können – aufregend!

Bald wird das Bettchen belegt sein…

Einmal im Krankenhaus angekommen, helfen die routinierten Handlungen der Hebammen sehr. Man spürt, dass sämtliche Handgriffe bereits zigmal ausgeführt wurden und ein sanftes Streicheln der Wange hat mir auch meine Aufregungs-Tränchen getrocknet.

Etwas ganz Besonderes ist das Gefühl während der eigentlichen Geburt, also wenn der Arzt das Baby aus dem Mutterleib hebt. Schmerzen verspürt man nicht, davor müsst ihr wirklich keine Angst haben. Aber es rumpelt im Bauch und man merkt, wie das Kind aus dem eigenen Körper hinausgezogen wird. Ich fand diese Wahrnehmung sehr einprägsam, da ich nicht erwartet hätte die Ent-Bindung so deutlich zu spüren.

Das absolut großartigste Gefühl ist es natürlich, wenn man endlich sein Baby gereicht bekommt. So frisch, so zart und noch ganz orientierungslos. Was für ein Wunder, jedes Mal wieder. Da quillt das Mama-Herz vor Liebe über und tatsächlich: In diesem Moment ist der kahle Operationssaal um einen herum vergessen, da gibt es nur Freude, Glück und Liebe.

Regeneration nach einem Kaiserschnitt

Dein Körper hat eine Operation überstanden und braucht Zeit zur Regeneration. Nach neun Monaten Schwangerschaft fühlt sich der ganze Körper weich und irgendwie „verschoben“ an, es gibt keine Stabilität mehr und nur noch wenig Muskelkraft.

Die frische Narbe wird noch einige Wochen an den Hosen drücken, dagegen kann man sich mit einem großen Pflaster und elastischen Bündchen helfen. Am besten verwendet ihr noch die gemütlichen Schwangerschaftshosen, da passt man nach der Geburt problemlos rein und sie scheuern nicht an der Wunde.

Weitgehend problemlos im Alltag einsetzbar war ich nach ca. 7 Tagen. Dennoch ist es vor allem bei älteren Geschwistern wichtig, nicht sofort wieder sämtliche Aufgaben zu übernehmen, sondern sich ausreichend Ruhephasen über den Tag hinweg einzuplanen. Nicht einfach, ich weiß, aber auch der Rest deiner Familie hat nichts davon, wenn du dich bis zur totalen Erschöpfung verausgabst.

Falls du nach einiger Zeit wieder etwas für deinen Körper tun willst, so rate ich dir dringend zuerst zur Rückbildungsgymnastik zu gehen. Dort kannst du dein Baby mitnehmen und machst unter Anleitung einer Hebamme oder Physiotherapeutin Übungen, die der sanften Stabilisierung nach einer Schwangerschaft dienen.

Ein umfangreicheres Sportprogramm solltest du erst einige Monate nach der Geburt und auch erst nach den Terminen der Rückbildungsgymnastik beginnen. Wenn du zu früh damit startest riskierst du unter anderem, dass sich die Rektusdiastase, die während der Schwangerschaft entstanden ist, nicht richtig schließt. Tipps rund um einen gesunden After-Baby-Body habe ich in diesem Beitrag für dich zusammengestellt.

Eine Freundin von mir, die sowohl per Kaiserschnitt, als auch spontan entbunden hat, sagte einmal zu mir: „Ach weißt du, die paar Stunden oder auch Tage mit Schmerzen – was sind die schon im Vergleich zu einem Leben mit Kind?“ Recht hat sie!

Ich wünsche dir für deine bevorstehende Entbindung von Herzen alles Gute. Du schaffst das, ganz sicher! Und vielleicht ziehst du ja auch eine alternative Form der Geburt in Betracht: Eine Kaisergeburt ist für manche Frauen ein toller Kompromiss zwischen natürlicher Geburt und Operation. Oder du fühlst dich mit deinem Körper und deiner Hebamme so sicher, dass du dir eine Hausgeburt zutraust?

So viele verschiedene Wege, um ein Baby auf die Welt zu bringen! Ich bin sehr gespannt auf deine Kommentare rund um das Thema Kaiserschnitt und Geburt, bitte gleich im Kommentarfeld eintragen 😊

*Leider wurde mir mittlerweile von einigen Leserinnen erzählt, dass sie ihr Baby nicht direkt nach der Geburt bei sich behalten durften. Vielmehr wurden sie alleine in einen Aufwachraum gebracht und bekamen ihr Neugeborenes erst später zum Kuscheln. Das nur als Ergänzung, damit ihr bei einem anderen Ablauf nicht enttäuscht seid. Lieben Dank an meine aufmerksamen Leserinnen!

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  1. Hallo Sonja,
    vielen Dank, dass du mir deine Geschichte erzählt hast! Ein Kaiserschnitt unter Vollnarkose ist bestimmt nicht schön und ich kann mir vorstellen, dass du noch deine Zeit zum Verarbeiten brauchst. Aber natürlich hast du Recht, Hauptsache deinem Baby geht es gut. Und dir hoffentlich auch bald wieder!! Alles Liebe für dich, Viola

  2. Erst mal vielen Dank für deine Geschichte.
    Ich hatte Schwangerschaftsdiabetes und sollte am errechneten Termin eingeleitet werden, da der Kleine als sehr zierlich vermutet wurde und man die Gefahr einer Unterversorgung im Mutterleib vorbeugen wollte.

    Ich hatte auch einen Kaiserschnitt. Allerdings mit Vollnarkose, da die Teilnarkose nicht richtig gewirkt hat.
    Gerne hätte ich normal entbunden, aber nach drei Tagen Einleitung, Abfall der Herztöne und Wehenhemmer hatte ich viel zu viel Angst um unseren kleinen Zwerg, dass er vielleicht mal nicht wieder stabilisiert werden kann. Da ich ja unter Vollnarkose war hat als allererstes mein Mann mit ihm kuscheln dürfen. Aber sobald ich wach war, was laut der Aussage meines Mannes nicht lange gedauert hat (“Die hat schon wieder gschwätzt obwohl se noch gar ned ganz wach war. Augen noch zu aber Mund schon wieder auf“), durfte ich meinen kleinen Schatz endlich auf meine Brust legen.
    Am nächsten Tag durfte ich schon aus dem Bett und auch duschen. Aber richtig rumgelaufen bin ich dann doch erst einen weiteren Tag später. Dann gings auch einigermaßen mit den Schmerzen.

    Ein dumpfes und unangenehmes Gefühl hab ich auch heute noch nach sechs Monaten. Grad so, dass es nicht weh tut. Ich denk, dass geht auch noch bisschen. Ich mein, man wird ja schließlich richtig aufgeschnitten, Nerven durchtrennt.

    Im Endeffekt ist es mir egal, wie der Kleine nun auf die Welt gekommen ist. Hauptsache er ist gesund.
    Deswegen an alle Mamas und solche die gerade dabei sind es zu werden. Macht euch keinen Kopf wie euer kleines Wunder das Licht der Welt erblickt. Hauptsache sie sind gesund. Alles andere ist nebensächlich. Es kommt wie es soll.

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