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Baby | Mamaleben

Kinderwagen raus! Wenn Babys im Café unerwünscht sind

Juli 1, 2019

Es gibt so Begebenheiten im Leben, die vergisst man nicht. Besonders dann nicht, wenn man als Mutter mit schlafendem Baby erlebt, wie einem im Café die Tür gewiesen wird. Kinderwagen raus, Kind raus, Mutter raus – Danke für den Hinweis, ich komme garantiert nie, nie wieder!

Was war passiert?

Bereits beim Betreten des Cafés hatte ich diesen Aufkleber an der Tür gesehen

Keine Kinderwagen in unserem Café!

Ich hatte mich darüber gewundert und fand den Tonfall schon etwas merkwürdig. Aber da es ein bitterkalter Januartag war und mein Baby friedlich in seinem Wagen schlief, nahm ich den Hinweis überhaupt nicht ernst. Das können sie nicht so meinen, dachte ich mir. Also schob ich ihn in eine ruhige Ecke und setzte mich an den freien Tisch daneben. Freie Plätze gab es zuhauf, denn natürlich hatten nur wenige Menschen Zeit, unter der Woche entspannt zu frühstücken.

Aber genau das hatte ich vor. Nach einer anstrengenden Anfangszeit, unzähligen schlaflosen Nächten und schmerzenden Brüsten freute ich mich auf ein nettes Treffen mit meiner Freundin, die an diesem Tag frei hatte. Wir hatten unser Treffen schon seit längerem geplant und ich bestellte, sobald ich angekommen war, schon gleich zwei Cappuccino (weiß eigentlich jemand definitiv, wie die in der Mehrzahl heißen?) für uns.

Kindewagen weg da!

Stimmt nicht, denn ich konnte gar nichts bestellen. Die Kellnerin kam zwar an meinen Tisch, doch meinen freundlichen Guten Morgen Gruß ließ sie mit einem „Der Kinderwagen kann da nicht stehen!“ an sich abprallen. Ich war erstaunt, denn ich konnte nicht erkennen, was an dem Wagen stören sollte. Er stand in einer Ecke, nahm keinen Platz in dem ohnehin leeren Café weg und mein Baby gab keinen Mucks von sich. Wo war das Problem?

Die Kellnerin klärte mich darüber auf, dass der Besitzer keine Kinderwagen in seinem Café duldete. Dies sei ja auch deutlich an die Tür geschrieben worden und es dürfte somit keine Unklarheit darüber bestehen. Doch, die bestand bei mir tatsächlich. Ich fragte sie also, ob ich ernsthaft mein neugeborenes Baby bei Minusgraden unbeaufsichtigt vor die Cafétür stellen sollte. Entweder das, so ihre Antwort, oder ich müsste leider woanders frühstücken gehen. Sie könne es nicht riskieren, ihren Arbeitsplatz deshalb zu verlieren.

Also zog ich mich wieder an, schob den Kinderwagen hinaus und wartete wutschnaubend auf meine Freundin. Die kam dann auch gleich freudestrahlend und fragte mich, weshalb ich mir nicht drinnen ein gemütliches Plätzchen gesucht hätte. Voller Zorn berichtete ich ihr vom Erlebten und sie war ebenfalls fassungslos. Nein, an so einen Laden wollten wir unser Geld jetzt auch nicht mehr loswerden. Wir zogen also los, und suchten uns eine andere Möglichkeit, um endlich unser langersehntes Frühstück zu beginnen.

Wut, Ärger, Hilflosigkeit

Der Vorfall im ersten Café ließ mir aber keine Ruhe. Ich bin von Natur aus ein friedliebender und ausgeglichener Mensch, aber diesen Umgang empfand ich als absolute Frechheit. Und die wollte ich mir nicht gefallen lassen, ohne nicht deutlich meine Meinung gesagt zu haben. Ich machte also auf dem Rückweg einen Umweg und ging schnurstracks zu der Kellnerin, die mich zuvor des Cafés verwiesen hatte.

All mein Wut, Verzweiflung und auch Hilflosigkeit platzten aus mir heraus und ich sagte ihr sachlich, aber sehr erbost meine Meinung über die Art und Weise, wie hier mit Müttern und Babys umgegangen wurde. Meinen Ausbruch adressierte ich auch ganz direkt an ihren Chef, mit der Bitte, ihm meine Verärgerung deutlich zu übermitteln. Denn schließlich war er ja der Verursacher, nicht sie.

Sie nahm meine Äußerungen weitgehend unbewegt zur Kenntnis und sagte mir zu, meine Beschwerde weiterzuleiten. Dies änderte zwar nichts an dem verpfuschten Vormittag, doch zumindest hatte ich meinem Ärger deutlich Ausdruck verliehen und fühlte mich daher ein wenig erleichtert.

Das Café habe ich nie wieder betreten und auch allen anderen Freundinnen davon abgeraten, jemals dorthin zu gehen. Wie ich später erfuhr, war die Kellnerin gar keine Angestellte – sondern die Tochter des Besitzers! Was für ein Witz, dachte ich mir da und fragte mich, ob er sein Kind wohl früher auch bei Eiseskälte draußen hatte liegen lassen. Ich hoffe nicht.

Puh, da kann ich mich noch heute drüber aufregen, wenn ich euch davon erzähle! Ist euch schonmal etwas Ähnliches passiert? Schreibt es mir doch gleich in die Kommentare, geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid 😊

Alles Liebe, eure
Viola

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  1. Hi Katharina, ich verstehe dein Argument. Und ich bin auch immer darauf aus, die andere Seite zu verstehen und Rücksicht zu nehmen. Aber es ist tatsächlich so, dass der Ton einfach-für mein Empfinden- sehr daneben war. Das hat mich geärgert. Zum Glück gibt es viele Café-Alternativen, die ich seitdem besuchen kann🙃 liebe Grüße, Viola

  2. Sowohl als Mutter als auch als jemand, der sich sein Studium mit Servieren verdient hat, finde ich es in Ordnung, wenn Kinderwagen draussen bleiben müssen. Viele Leute denken einfach nicht daran, dass man als Serviererin dann um das Teil herumklettern muss und in seiner Arbeit behindert wird. Man will ja auch nicht stolper und unfallmässig einen Teller heisse Suppe über das Kind kippen!
    Leider ist es auch nicht möglich zu sagen, dieser eine Wagen darf bleiben und dieser andere Wagen nicht. Da braucht man _eine_ klare Regeln, sonst führt das nur zu Endlosdiskussionen.
    Aber natürlich kann man das alles auch viel freundlicher kommunizieren, als in dem Beispiel.

  3. Hallo Britta, super Hinweis auf deinen Beitrag, vielen Dank 🙋🏼‍♀️ Verlinke dich, sobald meine Technik wieder mitmacht…
    Liebe Grüße, Viola

  4. Hi🙂
    Mir ist das auch zweimal im gleichen Café/Restaurant passiert. Das erste Mal hatte ich noch irgendwie Verständnis, drinnen gab’s nicht viel Platz und es war Winter. Beim zweiten Mal hatte es geregnet, es war Frühling und drinnen so gut wie leer. Aber auch dieses Mal würde ich gebeten ‘das Ding’ sprich Wagen UND Kind nicht mit rein zu nehmen. Es gäbe genug ‘für Muttis’ und hier wäre nicht de geeignete Ort.
    Seitdem war ich nicht mehr da – auch nicht an Mädelsabenden.

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