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Mamaleben | Reisen

Mama, lass los! Entspannung im Urlaub muss frau sich auch erlauben dürfen

Juli 9, 2020

Drei Wochen Urlaub, das klingt gut. Nach der schier endlosen Corona Homeschooling/Homeoffice/Kinderbetreuungszeit gibt es für mich keinen schöneren Gedanken, als endlich mit meiner Familie den wohlverdienten Urlaub zu genießen. Unsere turbulente Anreise von Berlin nach Österreich alleine mit meinen vier Kindern habe ich euch ja schon hier beschrieben. Nach 10 Tagen Urlaub merke ich nun: Entspannung kommt nicht von alleine. Mama muss sie sich auch erlauben dürfen!

Urlaub ist nicht gleich Entspannung

Entspannung alleine mit vier Kindern ist natürlich leichter gesagt, als getan. Auch wenn meine beiden Großen schon recht selbstständig sind, bin ich doch die ganze Zeit für ihr Wohlergehen verantwortlich. Wer geht mit wem wohin, wie lange dauert das, wann unternehmen wir etwas gemeinsam? Neben meinen diversen Mama-Rollen als Psychologin, Waschfrau und Nachhilfelehrerin kommt im Urlaub dann noch die als Logistikerin zum Vorschein. Ich versuche, jedem Kind den maximale Urlaubsspaß zu ermöglichen – und bleibe damit teilweise selbst auf der Strecke.

Die Schuld dafür möchte ich aber gar nicht meinen Kindern zuschanzen. Die sind so, wie sie nun mal sind und haben ihre ganz eigenen Urlaubsvorstellungen. Klar, dass man mit fünf Jahren sich nicht zwischen Pool und Kinderclub entscheiden kann, wohingegen mit 15 die anderen Teenies vor Ort eine magische Anziehungskraft haben. Kann ich verstehen und gönne ihnen ihre Zeit von Herzen.

Mein Gedankenkarussel dreht sich

Eigentlich liegt mein Problem (wenn man es überhaupt so nennen kann) vielmehr in mir selbst begründet. Immer, wenn ich eigentlich zur Ruhe könnte merke ich, wie schwer mir das fällt. Da liege ich 5 Minuten auf der Poolliege, die Kinder sind alle gut aufgehoben und ich könnte einfach mal die Augen zumachen und dösen. Das klappt ungefähr 3 Minuten lang.

Dann fällt mir ein, dass ich ja noch nachschauen wollte, wie morgen das Wetter wird. Schließlich habe ich in meinem Kopf schon wieder Aktivität a/b/c geplant und die hängt natürlich stark vom Wetter ab. Also schnell gecheckt, ob wir trockenen Fußes zurückkehren, oder doch besser Regenkleidung einpacken sollen. Ein Punkt auf meiner geistigen To-Do Liste abgehakt.

Aber Moment, wie war das noch mit den Waschmaschinen im Hotel? Die konnte man doch gegen Gebühr nutzen, oder nicht? Zack, raus mit der Hotelbroschüre und nachgeschlagen. Waschen ist möglich, zum Glück. Hm, was ist denn dringender – schwarze oder weiße Wäsche? Ich bin mir da gar nicht mehr so sicher… Egal, mach ich einfach beide hintereinander. Check, Haken hinter.

Puh, irgendwie scheint die Sonne jetzt ganz schön doll. Wo ist denn eigentlich die Sonnencreme? Mist, die habe ich oben im Hotelzimmer vergessen. Soll ich jetzt hochgehen und sie holen? Eigentlich bin ich zu faul dazu. Andererseits habe ich keine Lust auf Sonnenbrand. Hmm, hmmm, was mache ich denn nun? Schwierige Entscheidung… (Diese Überlegung funktioniert bei mir übrigens auch super mit „Puh, irgendwie ist es jetzt ganz schön frisch geworden…“).

Ihr seht: Ich lasse mich selber nicht in Ruhe. Als ob ich mir keine Entspannung gönnen würde. Das muss ich einfach so zugeben. Es fällt mir schwer, mein Gedankenkarussel zum Stillstand zu bringen. Einfach mal loszulassen und mich wegzuträumen ist eine Herausforderung für mich, die mir wahrlich nicht leichtfällt. Vom Kopf her weiß ich, dass meine persönliche Entspannung genau so wichtig für meine Kinder ist, wie meine liebevoll geplanten Aktivitäten für sie. Denn nur wenn ich mich gut fühle, kann ich ihnen 100% von meiner Kraft geben.

Chill mal, Mama!

Doch die Umsetzung dieser sicheren Erkenntnis fällt mir auch im Urlaub schwer. Die Balance zwischen Aktivität und Entspannung ist noch nicht so, wie ich sie mir wünschen würde. Daran möchte ich arbeiten. In erster Linie für mich, denn immer nur hochtourig fahren bekommt niemandem gut. Und natürlich auch für meine Kinder, die eine ausgeruhte Mama verdienen.Da wünschte ich mir manchmal, dass meine Sicht auf das Leben so einfach wäre, wie die meiner 15-jährigen Tochter. Ihr simpler Ratschlag: „Chill doch einfach mal, Mama!“. Recht hat sie.

Wie gelingt euch eure ganz eigene Entspannung? Kommt ihr gut „runter“, oder seid ihr geistig auch meistens mit irgendetwas beschäftigt? Ich freue mich wie immer über eure Kommentare 😊

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