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Familienleben | Mamaleben

Mehr Medienzeit durch Corona-frei: Wie geht man als Familie damit um?

April 13, 2020

Die Tage sind lang momentan, sehr lang. Ein Alltag ohne Schule und Kita, der bei mir um 6.30h mit den Kleinkindern beginnt und erst spät abends mit meiner großen Tochter endet. Dazwischen liegen viele Stunden, die wir versuchen möglichst sinnvoll zu füllen. Und trotzdem ist die Medienzeit meiner Kinder deutlich höher als früher. Was kann man da als Eltern tun? Sollte man überhaupt etwas tun?

Medienzeit der Kleinkinder

Meine fünfjährigen Zwillingsmädchen lieben es fernzusehen. Dabei achte ich darauf, dass sie nicht wahllos irgendetwas schauen, sondern sie gucken ausschließlich Programme ab 0 Jahren. Zwischendurch wollten sie auch mal etwas für sechsjährige Kinder anschauen, das erwies sich dann aber sehr schnell als zu spannend. Gerade Eltern von jüngeren Kindern empfehle ich definitiv, sich an die Altersfreigabe zu halten. Für uns Erwachsene sind die Spannungsmomente manchmal kaum wahrnehmbar, während sich die Kleinkinder schon angespannt am Sofakissen festhalten.

Wir streamen außerdem nur, so dass ich wirklich die Kontrolle über ihr Programm habe. Wenn sie etwas anderes sehen möchten, müssen sie mir Bescheid sagen. Einziges Problem: Folge um Folge wird automatisch gestartet und sofern ich nicht aufpasse, sitzen die Minis stillschweigend vor dem Fernseher und lassen sich beschallen.
Und ehrlich gesagt: Ich passe nicht dauernd auf. Gerade jetzt, während Corona unseren Alltag dominiert und wir als Großfamilie täglich neu daran arbeiten müssen, dass uns nicht allen die Sicherungen durchknallen, bin ich nicht immer konsequent was ihre Medienzeit betrifft. Ich genieße die Ruhe, die mir ihre Fernsehzeit ermöglicht und bin dankbar für jede Minute, die ich für meine Arbeit, den Haushalt oder einfach mal eine Pause nutzen kann.

Medienzeit der Schulkinder

Denn ohne Pausen geht es nicht – bei mir zumindest nicht. Und so kommt es, dass meine Kinder sich heimlich still und leise mehr Medienzeit zuteilen, als ihnen normalerweise zusteht. Die Großen wissen ganz genau, dass ich in meine Arbeit teilweise so vertieft bin, dass ich schlichtweg vergesse ihnen ihr Handy abzunehmen. Sie fliegen geschickt unter meinem Mama-Radar, verhalten sich unauffällig und rutschen mir somit durch.

Aber wisst ihr was? Ich habe auch keinen Nerv, sie andauernd zu kontrollieren. Irgendwie muss der Alltag weitergehen und auch ich muss Dinge erledigen, Deadlines einhalten und Artikel einreichen. Natürlich hat die Familie Priorität, das ist keine Frage. Daher gehen wir jeden Tag mehrmals an die frische Luft. Wir spielen zusammen Brettspiele, malen und basteln gemeinsam. Es gibt weitaus mehr Familienaktivitäten, als das mit Kita und Schule der Fall ist und die Kinder genießen diese Bonus-Zeit.
Genau so gibt es auch mehr Medienzeit. Für die Kleinen vor dem Fernseher, für die Großen an Handy oder Tablet. Während der Schulzeit kamen noch die Online-Aufgaben der Schule hinzu, so dass sich die Medienzeit zusätzlich verlängerte.

Ich habe mittlerweile aufgehört, mich deshalb zu stressen. Ja, ich achte auf die Mediennutzung meiner Kinder – laut meiner großen Tochter sogar strenger als andere Mütter. Für mich ist es selbstverständlich, dass Handys abends abgegeben werden und nicht bis nachts um 2 mit Freunden kommuniziert wird. Das macht mich bei meinen älteren Kindern zum Spießer, aber damit lebe ich gerne. Bei den Zwillingen gibt es ebenso Regeln, auf deren Einhaltung ich großen Wert lege. Sie dürfen beispielsweise ab 18h nicht mehr fernsehen, da sie sonst vor dem Schlafengehen zu aufgedreht sind.

Zeit für mich

Doch tagsüber lasse ich die Zügel lockerer. Mir ist wichtig, dass es nach wie vor eine gesunde Balance zwischen Medienzeit und anderen Aktivitäten gibt. Dass die Kinder sich körperlich austoben und nicht dauerhaft vor ihrem Gerät sitzen. Und dass sie sich auch mal ordentlich langweilen – denn daraus entstehen meistens die kreativsten Ideen.

Was sich geändert hat ist vor allem meine Einstellung. Ich werfe mir nicht mehr vor eine schlechte Mutter zu sein, nur weil die Kleinkinder statt einer Folge zwei Folgen sehen. Ich bin nicht mehr sauer auf mich, wenn ein Handy der Großen wieder unbemerkt an mir vorbeigezischt ist. Ich erlaube mir, den Kindern mehr Medienzeit zu erlauben, um meine eigenen Dinge erledigen zu können. Ich „darf“ die Medienzeit verlängern, damit ich die Pausen bekomme, die ich brauche. Denn nur dann kann ich als Mama weiterhin so liebevoll und ausgeglichen sein, wie meine Kinder es verdienen.

Wie handhabt ihr die Medienzeit in eurer Familie? Kontrolliert ihr weniger – oder vielleicht überhaupt nicht? Ich bin sehr gespannt auf eure Meinung zu dem Thema, schreibt sie mir gerne direkt in das Kommentarfeld!

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  1. Vielen Dank für deinen Artikel. Er bestätigt mich darin, dass wir Eltern einfach nicht rund um die Uhr perfekt sein können. Wir sind jetzt, wenn die Kinder noch immer nicht zur Kita gehen, auch lockerer. Natürlich bekommen sie noch genug Bewegung und auch das gemeinsame Spiel kommt nicht zu kurz. Meiner Meinung ist es besonders wichtig, dass unsere Kinder keine Werbung sehen, daher streamen wir oder kucken KiKA. Besonders die Kleinen können noch nicht Werbung erkennen und glauben jedes Versprechen.

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