Einschulung Schulkind Tipps Lehrer Buch Schulanfang Mama&Co Viola Patricia Herrmann
Schule

Mein Kind wird Schulkind: Tipps zur Einschulung und dem ersten Schuljahr

Juli 27, 2020

Ende April ist mein Buch Mein Kind wird Schulkind – Was Eltern zum Schulbeginn wissen müssen erschienen. Ein umfassender Ratgeber für alle Eltern, deren Kind demnächst eingeschult wird. Er enthält unzählige Tipps von mir als Lehrerin und erklärt alles, was zum Schulstart und dem ersten Jahr in der Schule wichtig wird. Viele tolle Rückmeldungen haben mich seitdem schon erreicht und täglich werden es mehr. Auch Lisa und Katharina von StadtLandMama haben in mein Buch reingelesen und mich dazu interviewt. Hier könnt ihr den ersten Teil des Interviews lesen, den zweiten Teil findet ihr im Blogazin StadtLandMama.

Liebe Viola, wenn Eltern eines wollen, dann ist es, dass es ihrem Kind gut gehen möge. Wie können wir ihm einen sanften Start in die Schulzeit ermöglichen?

Indem wir unser Kind stärken und ihm das Gefühl geben, jederzeit liebevoll an seiner Seite zu stehen. Natürlich sind dafür auch die Jahre vor dem Schulstart entscheidend. Unser Schulkind sollte sich seiner Stärken bewusst sein und mit Freude und Zuversicht seine Schullaufbahn beginnen. Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, indem sie im Vorfeld eventuelle Sorgen gemeinsam besprechen und dem Kind versichern, dass sie fest an seine Fähigkeiten glauben. Ebenso gibt es tolle Bücher, die Kindern den neuen Lebensabschnitt Schule erklären und die Vorfreude auf die Einschulung wecken.
Zudem sollten Eltern gerade zu Beginn der Schulzeit keine Erwartungen an das Kind formulieren oder Druck ausüben. Kinder brauchen Zeit, um sich in ihrem neuen Umfeld zu orientieren und einzuleben. Diese Herausforderungen müssen Kinder in den ersten Wochen und Monaten für sich bewältigen. Zusätzlicher Druck von außen blockiert da nur.

Du bist Grundschullehrerin, hast aber auch selbst vier Kinder. Ist die Einschulung für jedes Kind nicht ganz individuell besonders?

Ja, absolut. Jede Einschulung ist emotional, denn auch ich als Mama muss mein Kind loslassen. Ich muss akzeptieren, dass mein Kind neue Wege beschreitet und sich meine Rolle als Mutter Schritt für Schritt verändern wird. Das fällt Müttern wie Vätern oft schwer, denn man fragt sich unweigerlich, wo die Zeit geblieben ist. Gefühlt wurde der Nachwuchs doch gerade erst entbunden – und schon steht er vor einem mit einer Schultasche auf dem Rücken.
Der erste große Lebensabschnitt ist nun vorbei und ein neuer beginnt. Von daher ist die Einschulung sicher für jede Familie ein emotionales und einschneidendes Ereignis.

Wie können Eltern ihre Kinder jetzt in den Ferien auf den ersten Schultag vorbereiten?

Mein liebster Tipp ist tatsächlich: Geht mit euren Kindern draußen spielen! Wer schaukeln kann, wird Subtraktion leichter verstehen. Wer mutig in die Höhe klettert, wird Perspektiven besser einordnen können. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie wichtig kreatives Spiel im Freien ist. Somit ist jeder Spielplatzbesuch ein kleines Puzzleteil im großen Ganzen, das später zum Schulerfolg beiträgt. Versucht doch mal, euer Kind zu neuen Spielen oder anderen Klettergeräten zu animieren. Dabei lernen Kinder oft viel mehr, als wir Erwachsene wahrnehmen können.
Wer gerne mit seinem Kind konkrete Lerninhalte üben will, dem empfehle ich einen gemeinsamen Besuch im örtlichen Buchladen. Übungsmaterialien sollten auf jeden Fall mit dem Kind zusammen gekauft werden, damit es das Heft anfassen, anschauen und durchblättern kann. Schließlich wird es die Aufgabe des zukünftigen Schulkindes sein, die Seiten mit Leben zu füllen. Und das geht viel leichter, wenn das Übungsheft Spaß macht und das Kind durch sein Layout motiviert.

Und wenn der große Tag gekommen ist. Was sollten wir beachten?

Das Schulkind sollte im Mittelpunkt stehen und nicht die Feier. Viele Eltern sind sehr darauf bedacht, ein großes Fest für die Freunde und Familie abzuhalten. Das ist natürlich gut gemeint, doch häufig arten die Vorbereitungen in Stress aus und der große Tag kann gar nicht richtig genossen werden.
Dabei ist es viel wichtiger, geistig und emotional bei seinem Schulanfänger zu sein, der diesen Tag nie vergessen wird. Wirklich Anteil zu nehmen an dem Moment, in dem der Name des eigenen Kindes erklingt, es die Stufen auf die Bühne hinaufeilt und mit einem großen Strahlen im Gesicht von seiner KlassenlehrerIn begrüßt wird. Das ist viel wichtiger als die tollste Dekoration oder die größte Foto-Torte bei der anschließenden Feier präsentieren zu können.

Falls ich ein recht schüchternes Kind habe, sollte ich dieses nochmal ganz besonders vorbereiten und bestärken?

Auf jeden Fall. Bei sehr schüchternen Kindern empfehle ich Eltern zudem, vorher Kontakt zum KlassenlehrerIn zu suchen und mit ihm/ihr über das Verhalten des Kindes und die damit verbundenen Ängste zu sprechen. Einige Kinder sind eher laut und forsch, andere leise und zurückhaltend. Das ist in einer Schulklasse mit durchschnittlich 26 Kindern ganz normal und kein Lehrer wird solch ein Elterngespräch als merkwürdig empfinden. Im Gegenteil. In einem direkten Gespräch können Eltern ihre Sorgen darlegen und der Lehrer kann sich bereits zum Schulanfang individueller auf dieses Kind einstellen. Das ist ein Vorteil für beide Seiten.

Häufig bestätigen sich Befürchtungen der Eltern bzgl. bestimmter Verhaltensweisen ihrer Kinder in der Unterrichtspraxis übrigens nicht. Einige Kinder blühen nach einigen Wochen in der ersten Klasse regelrecht auf. Sie merken, dass ihnen neue Dinge zugetraut werden und sie diese Herausforderungen meistern können. Dadurch erfährt ihr Selbstbewusstsein einen großen Schub und sie wachsen kontinuierlich an ihren Anforderungen.
Um diese positive Entwicklung konstant und sicher leiten zu können, sollten weiterhin regelmäßig Gespräche mit dem Klassenlehrer geführt werden. So wird gewährleistet, dass das Kind sich souverän in seinem Umfeld bewegt und seine Schüchternheit Schritt für Schritt überwindet.

Was, wenn ich selbst vielleicht früher nicht ganz so gute Erfahrungen mit der Schule gemacht habe… sollte ich das thematisieren oder auf keinen Fall? 

Vielleicht ist mein Schulkind anfangs noch recht motiviert, verliert dann aber die Lust und wirkt gereizt. Wie kann ich darauf reagieren?

Nun heißt es: Der Ernst des Lebens beginnt. Wie schätzt du diesen Satz ganz persönlich ein?

Was möchtest du allen I-Dötzchen, I-Männchen und wie sie noch genannt werden mit auf den Weg geben? All diese Fragen werden im zweiten Teil des Interviews von mir auf StadtLandMama beantwortet – lest doch mal rein!

Mein Buch kannst du gleich hier kaufen und ausführliche Antworten rund um alle Themen des Schulanfang erhalten:

Ich wünsche dir und deinem Schulkind alles Gute für den Beginn dieses spannenden neuen Lebensabschnitts! Bei Fragen schreib´ mir gerne einen Kommentar oder eine Email, ich helfe dir gerne weiter 🙂 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.