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Risiko Schwangerschaftsdiabetes: Die Sorge um mein ungeborenes Baby

Januar 14, 2019

Noch heute kann ich den Moment fühlen in dem ich erfuhr, dass ich zum ersten Mal Mama werde. Dieses unbändige Glück und die damit verbundene Vorfreude auf alles, was sich in meinem Leben ändern würde, durchströmt mich beim Gedanken an damals bis heute. Das muss ca. in der 7. Woche der Schwangerschaft gewesen sein – lange bevor ich erfuhr, dass ich unter Schwangerschaftsdiabetes leide.

Zucker und Kohlenhydrate waren bisher in meinem Leben nur tägliche Begleiterscheinungen gewesen. Nie hatte ich mir aus gesundheitlichen Gründen darum Gedanken machen müssen. Von daher muss ich es meiner Gynäkologin wohl nachsehen, dass sie den Schwangerschaftsdiabetes viele Wochen lang unerkannt, und somit unbehandelt ließ… Aber der Reihe nach.

Während der ersten Schwangerschaftswochen war ich müde. Oh mein Gott, war ich müde. Übel hingegen war mir nie, und dafür war ich sehr dankbar. Lieber im Bett als auf der Toilette, dachte ich mir. Andere Auffälligkeiten gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Außer meinem Gewicht.

Ich hatte vor der Schwangerschaft regelmäßig Sport getrieben und mich halbwegs vernünftig ernährt. Schoki – ja, Pizza – na klar, aber alles in Maßen. An diesen Gewohnheiten hatte ich auch durch die Schwangerschaft nichts geändert, denn ich fühlte mich (abgesehen von der Müdigkeit) fit und durchaus in der Lage, sanften Sport zu treiben.

So vergingen die Wochen in schöner Regelmäßigkeit. Mein Bauchumfang wuchs stetig, und zwar proportional zu Oberschenkeln und Po. Ich hatte nie den Anspruch, nur minimal zuzunehmen und wie viele sogenannten Sternchen mit „Traumfiguren“ samt Babywölbung die Schwangerschaft zu bestreiten. Absolut nicht, dafür bin ich viel zu sehr Genussmensch und habe tüchtigen Respekt vor der Mordsaufgabe, die der Körper in diesen neun Monaten bewältigt.

Allerdings hat mich die Gewichtszunahme frustriert, da ich sie mir einfach nicht erklären konnte. Wie gemein, dachte ich mir, da esse ich nicht mehr als vor der Schwangerschaft und trotzdem kommt wöchentlich knapp 1kg dazu. Wie kann das nur sein?

Ich sprach meine Gynäkologin in Woche 34 also zum wiederholten Male darauf an und endlich kam sie auf die Idee, einen Zuckertest bei mir durchzuführen. Der ist recht eklig, weil man mehrfach eine stark zuckerhaltige Flüssigkeit auf nüchternen Magen trinken muss, aber was tut frau nicht alles. Ergebnis: Stark erhöhter Blutzuckerspiegel, also Schwangerschaftsdiabetes.

Wow, da musste ich dann erstmal schlucken. Einerseits war ich froh, dass es nun eine konkrete Ursache für meine Gewichtszunahme gab. Andererseits dämmerte mir sofort, dass die nächsten Wochen meiner Schwangerschaft nicht mehr so entspannt ablaufen würden, wie das bisher der Fall gewesen war.

Am größten war natürlich die Sorge um meine ungeborene Tochter: Würde sie bereits im Mutterleib geschädigt werden? Anlagen für Diabetes entwickeln? Durch die übermäßige Zuckerzufuhr so schwer sein, dass eine normale Geburt nicht in Frage käme? Sorgen über Sorgen, Fragen über Fragen.

Um dies alles zu abzuklären und mir eine professionelle Ernährungsberatung zu vermitteln, wies mich meine Gynäkologin umgehend für drei Tage stationär in ein Krankenhaus ein. Ich glaube, dass ihr zu diesem Zeitpunkt bewusst wurde, dass sie einen Fehler bei mir gemacht hatte. Sie hätte meine Bedenken hinsichtlich der Gewichtszunahme viel ernster nehmen, und den Zuckertest viel früher durchführen müssen.

So zog ich also mit Sack und Pack ins nahegelegene Krankenhaus ein. Dort wurden etliche Folgeuntersuchungen mit mir gemacht, die erstmal eine leichte Entwarnung gaben: Die Schwangerschaftsdiabetes war zum Glück nicht so stark ausgeprägt, wie zunächst befürchtet. Konkret hieß das, dass mir tägliche Spritzen wohl erspart bleiben würden – Sticksen allerdings nicht.

Sticksen, was ist das? Mit einem kleinen Pieckser samt Teststreifen kontrolliert man in regelmäßigen Abständen den eigenen Blutzuckerspiegel. Dieser sollte sich in einem gewissen individuellen Bereich halten, abhängig vor allem von der Nahrungszufuhr.

Zudem erhielt ich eine umfangreiche Ernährungsberatung, in der das System der Broteinheiten kennen lernte. Diese geben den Energiewert von Nahrungsmitteln wider. Basierend auf meinem Körpergewicht wurde dann die maximale Anzahl von Broteinheiten pro Tag für mich ermittelt. Und was das hieß war ja klar: Diät halten!

Schrecklich, ich hasse Diäten! Einen Tag etwas weniger essen, weil es gestern zu viel und zu lecker war – ok, damit kann ich leben. Aber mich jeden Tag strikt an Speisevorgaben zu halten – das fand ich überhaupt nicht lustig.

Tja, aber um meinen Humor ging es bei der ganzen Angelegenheit nun mal gar nicht. Natürlich wollte ich nicht die Gesundheit meines Babys wegen meiner falschen oder zu üppigen Ernährung aufs Spiel setzen. Also hielt ich mich in den verbleibenden 6 Wochen an alle ärztlichen Vorgaben. Ich achtete auf Broteinheiten, stach mir mehrmals täglich in den Finger und hoffte darauf, dass mein Baby keinerlei Folgeschäden durch meine Schwangerschaftsdiabetes davontragen würde.

Der ET kam – und nichts passierte. Geschätzt wurde mein Baby zu diesem Zeitpunkt auf knapp vier Kilo. Nicht gerade wenig für das erste Kind, aber auch nicht besorgniserregend viel.

Ein Tag über ET – nichts. Zwei Tage über ET – nichts. Drei Tage über ET – Entscheidung der Ärzte zur Einleitung der Geburt, da sie kein weiteres Risiko eingehen wollten. Um es vorweg zu nehmen: Meine Tochter ist rundum gesund auf die Welt gekommen. Ein wunderschönes Baby mit 3,7kg Startgewicht, in deren Blut nichts auf den erhöhten Zuckerspiegel der letzten Wochen hinwies.

Ich war über alle Maßen glücklich und dankbar dafür, dass meinem Baby ein gesunder Start ins Leben gelungen war. Und was war mit meiner Gesundheit? Ob ihr´s glaubt oder nicht, die Ärzte weigerten sich, einen erneuten Test bei mir nach der Geburt durchzuführen. Nein, lautete die Antwort, es heiße  schließlich Schwangerschaftsdiabetes und die sei ja nun vorbei.

Erst während meiner zweiten Schwangerschaft wurde wieder ein Glukosetest durchgeführt. Ergebnis völlig unauffällig. So unterschiedlich können die Verläufe sein!

Die Geburt meiner ersten Tochter, die mit einer Tablette eingeleitet wurde, war hingegen weitaus weniger schön. Für mich fast traumatisch, möchte ich rückblickend sagen. Wieso? Lest selber…

Habt ihr auch in der Schwangerschaft unter Diabetes gelitten? Wie seid ihr damit umgegangen? Ich freue mich über eure Rückmeldungen!

Weitere spannende Infos rund um eine spontane Geburt, Kaisergeburt und Geburt per Kaiserschnitt gibt es natürlich auch bei Mama&Co. Viel Spaß beim Stöbern!

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