Kinderseele, Leogang, bindungsorientiert, Seelen
Mamaleben

Sind so zarte Seelen: Warum Kinder bedingungslos geliebt werden müssen

Juli 2, 2020

Müssen ist ein Wort, das selten in meinem Sprachgebrauch Verwendung findet. Ich mag die Absolutheit und den Druck die dahinter stehen nicht. Eigentlich. Denn beim diesem Thema fällt mir kein anderes Wort ein. Kinder MÜSSEN geliebt werden. Und zwar bedingungslos. Sonst nehmen ihre Seelen unwiderruflich Schaden.

Ich wünschte, dass ich diesen Beitrag nicht schreiben müsste. Ich wünschte, dass meine Sicht auf Kindererziehung selbstverständlich wäre und es Lieblosigkeit und Härte gegenüber Kindern gar nicht geben würde. Doch ich merke immer wieder, dass das, was für mich selbstverständlich ist, anderen Eltern nicht zur Verfügung steht.

Kein Grund für Gewalt – nie!

Erst vor Kurzem sah ich (durch eine blöden Zufall, wie es dann eben so ist) ein Video, in dem eine Frau (die Mutter?) ein Kind im Aufzug ins Gesicht schlägt. Das Kind, ca. 3 Jahre alt, fällt hin, steht wieder auf und bekommt gleich wieder eine geschallert. Es fasst sich benommen an die Wange und bevor die beiden aus dem Aufzug aussteigen zieht ihm die Frau die Kapuze des Hoodies über, damit niemand die Rötung im Gesicht bemerkt.
Diese 30 Sekunden haben sich in meine Netzhaut eingebrannt und sie verursachen mir auch jetzt, Tage nachdem ich den Clip gesehen habe, körperliche Schmerzen. Ich kann so etwas nicht ertragen. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass sich Vorfälle wie der eben beschriebene täglich tausendfach ereignen und niemand Zeuge dieser brutalen Handlungen wird.

Es gibt nie – nie, nie, nie – einen Grund für körperliche und seelische Gewalt an Kindern!

Erwachsene, die so handeln, tun dies aus reiner Hilflosigkeit heraus. Wahrscheinlich haben sie selber es nicht anders gelernt und es stehen ihnen keine Handlungsalternativen als Gewalt zur Verfügung. Das soll absolut keine Entschuldigung sein. Es ist lediglich ein Erklärungsansatz. Ich denke, kein Mensch wird gewalttätig geboren. Vielmehr wird er im Laufe seines Lebens von der Umwelt geformt und erlebt Dinge, die er auf ganz persönliche Art und Weise verarbeitet. Doch auch Erwachsene, die selber Opfer von Gewalt geworden sind, haben eine Verantwortung. Sie haben die Möglichkeit, bewusste Entscheidungen zu treffen. Und dazu MUSS zwangsläufig der Verzicht auf Gewalt gegen Kinder zählen.

Schimpfen? Ja. Schlagen? Nie.

Ja, ich bin auch mal sauer auf meine Kinder. Ja, ich meckere mit ihnen, wenn es sein muss, und an schlechten Tagen wird meine Stimmlage dabei auch mal etwas lauter. Ich bin auch nur ein Mensch und mit vier Kindern, Job und den ganzen alltäglichen Belastungen sind auch meine Nerven manchmal am Ende. Wie sollte das auch nicht der Fall sein. ABER: Nie in meinem ganzen Leben würde ich jemals die Hand gegen sie erheben. Keine ihrer Handlungen könnte mich jemals dazu treiben, sie zu schlagen oder auch psychisch unter Druck zu setzen – das kann nämlich mindestens genauso verletzend sein wie physische Gewalt.
Meine Kinder sind mein heiliger Gral. Ich liebe buchstäblich jedes Haar an ihnen. Ihre kleinen Wangen küsse ich so oft, dass sie mich schon genervt zur Seite schieben. Ich kann nicht genug von ihnen bekommen und wenn ich jetzt gerade an sie denke, quillt mein Herz vor Liebe über.

Jedes Kind verdient es, von Herzen so geliebt zu werden, wie meine Kinder geliebt werden. Und sicherlich auch so, wie ihr eure Kinder liebt. Denn wahrscheinlich seid ihr, meine lieben Leserinnen, ebenso abgestoßen von Gewalt an Kindern wie ich es bin.

Was können wir tun für all die Kinder, die im Stillen leiden? Deren Seelen nicht gesehen werden und ohne Hoffnung auf Besserung aufwachsen? Die Gewalt von genau den Personen erfahren, die ihnen eigentlich Wurzeln der Liebe und des Vertrauens mit auf ihren Lebensweg geben müssten? Ich wünschte, ich hätte eine Patentantwort auf diese Fragen. Leider habe ich sie nicht.

Ansetzen muss man auf jeden Fall bei den Eltern, die in ihrer Hilflosigkeit oft nicht aus ihren eigenen Mustern ausbrechen können. Aufklärungsarbeit leisten und ihnen bewusst machen, wie verletzlich diese kleinen Seelen sind. Wie schützenswert und zart. Und wir müssen die Augen offenhalten. Schauen, was um uns herum passiert. Partei ergreifen für Kinder und andere Eltern durchaus auch auf offensichtliches Fehlverhalten aufmerksam machen. Auch wenn wir selber dafür einen dummen Spruch kassieren.

Kindliche Seelen MÜSSEN geliebt, geschützt, gehegt und gepflegt werden. Ein Zuviel gibt es dabei nicht. Man kann Kinder schlichtweg nicht zu viel lieben, das ist in unserem schönen Universum überhaupt nicht möglich. Und so werden sich meine Kinder weiterhin meiner feuchten Küsschen erwehren müssen, egal ob sie 5 oder 15 Jahre alt sind. Sie sind meine heißgeliebten Babys – und werden das auch immer bleiben: Absolut bedingungslos und mit all den Stärken und Schwächen, die jeder von uns hat.

Möchtet ihr mir eure Gedanken zu den verwundbaren Seelen der Kinder mitteilen? Tut das gerne direkt im Kommentarfeld.

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  1. Liebe Viola,
    Danke für diesen wichtigen Beitrag und Danke für den Mut für Kinder Partei zu ergreifen! Leider sind die Grenzen der Gewalt vielen Eltern nicht bekannt. Wir erziehen unsere Kinder bedürfnisorientiert und ich finde, schon ein Kind zum Zähne putzen oder anziehen zu zwingen, ist Gewalt. Leider fehlt vielen im Alltag die Zeit und die Geduld, auf das Einverständnis der Kinder zu warten. Liebe Grüße, Jenni

  2. Dann solltest du eine andere Anlaufstelle aufsuchen. Es kann ja nicht sein, dass bei solchen Fällen der Amtsschimmel wiehert. Bitte sei so gut und bleib da dran, sicher finden deine Bedenken an anderer Stelle Gehör. Hartnäckig bleiben, dem Kind zuliebe. Alles Gute, Viola

  3. Leider interessiert es beim Jugendamt Leipzig niemanden, wenn ein Kind geschlagen und psychisch misshandelt wird. So lange man keine sichtbaren Spuren hinterlässt, hat man scheinbar einen Freibrief und wahrscheinlich lügt das Kind ja sowieso nur.

  4. Liebe Michi,
    puh, das ist wirklich eine schwierige Situation. Ich finde deine Vorgehensweise sehr gut, sehr vernünftig und klug durchdacht. An der Stelle machst du alles richtig, würde ich sagen. Nur fair, dass du zunächst das Gespräch mit der Mutter suchen wirst. Aber wenn sie nicht kooperativ ist denke ich auch, dass du die Vorfälle melden musst. Sonst hast du ja auch keine ruhige Minute mehr. Dazu kommen sicherlich viele Gespräche mit deiner Tochter, um ihr die Situation zumindest ansatzweise erklären zu können. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächsten Schritte und finde es toll, dass du so couragiert handelst! Alles Gute, Viola

  5. Hallo liebe Viola,
    Dein Thema trifft mich gerade mitten in der schwersten Entscheidung, die ich je treffen mußte. Meine Tochter (6) hat mir davon erzählt, dass es in der Familie ihrer liebsten Herzensfreundin massive Gewalt durch den Vater gibt. Sie war Zeugin davon. Das Kind selbst hat mir das dann auch bestätigt. Wir kennen die Eltern gut. Ich habe mich anonym vom Jugendamt beraten lassen und werde jetzt erstmal mit der Mutter sprechen und versuchen sie davon zu überzeugen, sich beraten zu lassen. Ich werde da auch gerne mit gehen. Aber wenn sich die Mutter sperrt, dann muss ich das als Kindeswohlgefährdung melden..ich fühle mich furchtbar dabei..aber das Kind tut mir so leid. Vor allem ist meine Angst, dass die Eltern dann die Freundschaft unserer Kinder unterbinden. Und das würde den beiden Mädchen das Herz brechen und mir auch. Aber was habe ich für eine Wahl? Nur gut zureden wird das Problem nicht lösen.

  6. Hallo,
    danke für diesen Text! Wirklich wichtig, es immer wieder zu hören. Dass man es trotzdem immer wieder schreiben muss, ist aber auch traurig….
    Danke!

    Grüße
    Verena

  7. Liebe Miri, wenn mehr Menschen deine Geisteshaltung hätten, wäre dieser Beitrag gar nicht nötig gewesen.
    Toll, dass du damals eingeschritten bist.
    Ganz liebe Grüße zurück, Viola

  8. Liebe Viola,
    da hast du mir komplett aus der Seele geschrieben.
    Jede Beobachtung und jedes Gefühl, das du beschreibst, kenne ich zu 100%.
    Mir reisst es auch jedes Mal das Herz raus, wenn ich solche Situationen beobachte und bei den abartigen Pädophilen-Missbrauchs-Abgründen bleibt mir förmlich die Luft weg – es geht mir einfach nicht in den Kopf, wie man Kindern so etwas antun kann (oder es durch wegschauen nicht verhindert) – ganz egal, was man selbst als Kind erlebt hat.
    Ich habe einmal in einem Einkaufscentrum eine junge Mutter auf ihre derbe Art angesprochen. Das war für mich so grausam zu beobachten, dass ich es einfach machen musste.
    Sie hatte drei kleinere Kinder und ein ca 6 Jahre alter Sohn lief weinend und schluchzend hinter ihr her und hat versucht, Kontakt zu ihr zu bekommen und wollte ihre Hand fassen. Mehrfach hat sie die Hand weggeschlagen und laut gebrüllt, “lass mich in Ruhe, du kriegst von mir keine Hand, du bist mir eh scheissegal..”
    Ich glaube, sie war geschockt, dass es jemand mitgekriegt hatte und es war ihr auch kurz unangenehm. Aber ich bin mir auch relativ sicher, dass sich grundsätzlich nichts am Umgang mit ihren Kindern geändert hat.
    Das war so eine gefährliche Mischung aus völliger Überforderung und geringer Bildung. Diese Kinder tun mir wahnsinnig leid, sie haben einfach keine Chance irgendetwas richtig zu machen und dafür Liebe und Anerkennung zu bekommen.
    Ich wünsche dir und deinen über alles geliebten Kindern weiterhin eine tolle Zeit in Österreich – geniesst die Ferien!
    Liebe Grüße

  9. Schlagen und jegliche Gewalt, ist ein vollkommenes No-Go. Auch verbal kann man Kinder nachhaltig verletzen. Also lieber nasse Küsse, immer und überall ❣️

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