Mamaleben

So viel Liebe, so viel Gefühl: Wie verletzlich ich durch meine Kinder geworden bin

Mai 5, 2019

Ja, klar! Jetzt passiert gleich wieder irgendetwas mit dem Kind und das ist dann furchtbar dramatisch und alle flippen komplett aus. Gähn, immer das gleich in diesen Actionfilmen.
Herzlich willkommen zu einem kleinen Flashback meiner Gedanken vor meiner Zeit als Mama. Damals war ich gänzlich unberührt von Filmschicksalen, die auf der großen Leinwand vor mir ausgebreitet wurden. Auch Berichte über Kinder, denen kein glückliches Aufwachsen in einer liebevollen Familie vergönnt war, erreichten nur die Peripherie meiner Wahrnehmung. Ich lebte in meiner kinderfreien Welt und konnte einfach nicht erahnen, welche Gefühle eigene Kinder auslösen können.

Die Sicht der Dinge

Meine Welt und meine Wahrnehmung änderten sich mit einem kleinen grauen Fleck, den mir meine Gynäkologin auf einem flimmernden Bildschirm zeigte. Unglaublich, ein Kind wuchs in mir! Ein absolutes Wunschkind noch dazu, dessen Ankunft ich mir seit geraumer Zeit sehnlichst gewünscht hatte. Beseelt verließ ich damals die Praxis und dachte mir: Jetzt ist alles anders. Ich bin anders. Alles wird anders, neu und super toll.

Soweit die Vorstellung in meinem Kopf. Sicherlich nicht unbegründet, aber auch nicht ansatzweise vergleichbar mit den Emotionen, die mich bald noch einholen sollten. Überrollen sollten trifft es eigentlich eher.
Denn kaum hielt ich meine Tochter nach einer mehr als anstrengenden Geburt im Arm, kamen die ersten Freudentränen. Ich weiß wirklich nicht, wann ich zuvor in meinem Leben aus purem Glück geweint hatte, aber in diesem Moment schossen die Sturzbäche aus meinen Augen. Erinnert ihr euch auch noch so gut an die ersten Sekunden mit eurem neugeborenen Baby? Ich werde sie nie vergessen, so sehr haben sie sich in mein emotionales Gedächtnis eingebrannt.

Ein magisches Band

Der Anfang eines neuen Lebens und der Beginn einer Liebe, die für mich tatsächlich stärker ist als jede andere. Bedingungslos und aus tiefstem Herzen. So soll es sein zwischen Eltern und Kindern und ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Gefühl gleich vier Mal mit meinen Schätzen teilen darf. Aus diesen Bindungen ist für mich auch ein neues Gefühl der Verletzlichkeit entstanden. Meine Kinder haben mich angreifbar gemacht, denn sie sind das Kostbarste in meinem Leben und ich möchte sie immer beschützen.

Wenn mir etwas wehtut, dann schenke ich dem meistens wenig Beachtung. Wenn meine Kinder ein „Aua“ haben, wird der Verbandkasten geholt. Meine Nerven sind abends am Boden? Egal, Zeit für die Vorlesegeschichte nehme ich mir natürlich noch gerne. Kurzum: Ich tue alles dafür, dass es meinen Kindern gut geht. Und ich könnte es nicht ertragen, wenn das nicht der Fall wäre.

Nah am Wasser gebaut

Und damit wären wir wieder bei der Eingangssituation, dem ach so langweiligen Actionfilm. Tja, was soll ich sagen? Sobald in einem Film einem Kind Leid droht, bin ich raus. Fernseher aus und tschüss, das kann ich mir nicht mehr anschauen. Natürlich weiß ich, dass die Situation nicht real ist. Und trotzdem geht sie mir so nahe, dass ich mich emotional nicht davon abgrenzen kann.

Noch sensibler bin ich, wenn es um Berichte realer Lebenswelten von Kindern geht. Kürzlich las ich eine Reportage über ein Berliner Kinderhaus, in welchem Kinder und Jugendliche betreut und liebevoll aufgefangen werden. Es kostete mich viel Mühe, diesen Bericht zu Ende zu lesen. Eltern, denen tatsächlich nicht auffällt, dass das eigene Kind seit zwei Tagen nicht nach Hause gekommen ist, sind mir so fremd wie der Gedanke, dass ein siebenjähriges Mädchen sich nicht jeden Tag satt essen kann.

Mir ist bewusst, dass unsere Welt Licht und Schatten hat und auch Kinder sich leider nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens bewegen. Dennoch gibt es mir einen regelrechten Stich ins Herz, solche Geschichten zu lesen. Ein Menschenleben ist so wertvoll und birgt so ungeheuer viel Potenzial. Wie schade, wenn es nicht mit Liebe im Hier und Jetzt begrüßt wird.

Haben meine Kinder mich zu einem besseren Menschen gemacht? So weit würde ich nicht gehen. Aber sie haben andere, empfindsamere Seiten in mir zum Klingen gebracht. Leben ist Entwicklung und Kinder haben die Fähigkeit, dabei für Mama und Papa den Turbo einzuschalten.

Empfindet ihr auch einen Unterschied zwischen der Zeit vor Kindern und danach? Wie habt ihr euch verändert? Ich freue mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

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