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Spontane Geburt ~ Die natürlichste Form der Entbindung

Juni 26, 2018

Spontane Geburt, Einleitung und Kaiserschnitt: All diese Formen der Entbindung habe ich selber erlebt. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Dieser Bericht handelt von der Geburt meines Sohnes, der auf Grund seines hohen Gewichts eigentlich per Kaiserschnitt geboren werden sollte. Wie gut, dass ich auch in diesem Fall auf mein Bauchgefühl vertraute…

Wie ihr ja in meinem vorigen Geburtsbericht gelesen habt, wurde meine Tochter per Einleitung auf die Welt geholt. Mein Schwangerschaftsdiabetes war der Grund dafür gewesen und ich machte mir einige Sorgen, dass ich dieses Mal wieder darunter leiden würde.

Als ich zum zweiten Mal schwanger wurde, war die Freude ähnlich groß wie bei meiner ersten Schwangerschaft. Diesmal würde es ein Junge werden und ich war voller Vorfreude auf meine Mama-Rolle als Jungsmutter.

Doch obwohl mein Baby im Mutterleib wuchs und wuchs, sah meine Ärztin keine Anzeichen für Schwangerschaftsdiabetes. Auch der Zuckertest war unauffällig und so blieb wohl nichts weiter als die Annahme, dass mein Sohn einfach ein Wonneproppen werden würde.

Als der Geburtstermin näher rückte, hatte er die 4kg Marke schon fast erreicht. Drei Tage nach ET betrug sein Gewicht 4,3kg und ich fühlte mich, als ob ich einen Medizinball verschluckt hätte. Das Laufen fiel mir schwer, der Rücken tat weh und das Spielen mit meiner kleinen Tochter war kaum noch möglich.

Da auch der Kopfumfang recht groß vermessen wurde, bot mir das Krankenhaus an, einen medizinisch indizierten Kaiserschnitt vorzunehmen. Ich zögerte und bat mir Bedenkzeit aus.

Aufs Bauchgefühl hören

Wenn ich nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll, höre ich auf mein Bauchgefühl. Das hat mich noch nie getrogen und ich glaube, dass der Körper oft intuitiv weiß, was gut für ihn (und die Seele) ist.

Mein Bauchgefühl sagte mir ganz deutlich, dass eine präventive Operation, wie der Kaiserschnitt ja eine wäre, nicht der richtige Weg ist. Obwohl ich große Angst vor der Entbindung eines so schweren Babys hatte fühlte ich, dass ich es ohne äußere Hilfe schaffen würde.

Es vergingen weitere zwei Tage bis der kleine Mann sich endlich auf den Weg machte. Im Krankenhaus platzte unter einer starken Wehe die Fruchtblase und ich wurde direkt in den Kreißsaal gebracht.

Die Geburt selber war weitaus weniger schmerzhaft als die meiner Tochter. Ich konnte die Wehen besser kontrollieren und hatte zwischendrin Pausen, um Kraft für die kommenden Anstrengungen zu schöpfen. Ich spürte, wie mein Baby sich immer weiter den Weg nach draußen bahnte und hatte das Gefühl, ihn mit Hilfe meiner Atmung dabei unterstützen zu können. Richtige Teamarbeit also 😊

Nach einigen starken Presswehen hielt ich dann meinen Sohn endlich im Arm. Rund und gesund und so reif, wie ein Baby nur sein kann. Die ganze Geburt hatte nur 3 Stunden gedauert, war ohne PDA abgelaufen und auch meine Verletzungen waren eher gering.

Kurzum: Die absolut richtige Entscheidung!

Ich bin nicht per se gegen Einleitungen oder einen Kaiserschnitt – drei meiner Kinder wurden so geboren und die Medizin hat mir in ihren Fällen gute Dienste geleistet.

Ich bin aber prinzipiell dafür, eine spontane Geburt als den Normalfall zu betrachten und davon auszugehen, dass der Körper das leisten kann. Sollten medizinische Gründe dagegensprechen, muss man nach Alternativen suchen. Aber meiner Meinung nach ist die spontane Geburt der natürlichste (und für das Baby schonendste) Weg, um in diese schöne Welt zu kommen.

Eine Mama, drei spontane Geburten

Ein tolles Beispiel dafür, wie das Bauchgefühl zu spontanen Geburten beitragen kann, ist die Geschichte meiner Leserin Kira. Sie hat drei Kinder entbunden – und entgegen der ärztlichen Prognosen kamen alle drei spontan auf die Welt.
Mich hat Kiras fröhlicher Bericht von drei aufregenden Geburten sehr fasziniert und ich freue mich, dass ich ihn mit euch teilen darf:

Alle drei Babys kamen spontan und ich hätte es mir nicht anders wünschen können 😊
Bei der ersten war ich erst seelenruhig und wollte erst noch frühstücken auf dem Weg ins Krankenhaus.. 😀
Bei der zweiten musste ich zum Ende hin jeden Tag ins Krankenhaus, weil der Arzt falsch gerechnet hatte… Mein Kleine war angeblich 11 Tage über den Termin und sie wollten sie unbedingt einleiten. Aber ich ging jeden Tag nach Hause. Ich wusste ja, dass der Arzt sich irrte und hatte im Gefühl, mein Baby schafft es auch alleine auf die Welt. Wir haben es dann nachts gerade so ins Krankenhaus geschafft, keine 20 Minuten später war sie da. Ganz ohne Ärztin und die Hebamme konnte die Kleine auch gerade noch so „auffangen“.

Die Hebamme, die mir einen Tag vorher noch zur Einleitung riet, kam zum Frühdienst und war überglücklich uns zu sehen. Spontane Geburt geschafft! Sie hat uns gratuliert und lobte meine eigene Einschätzung und war froh, dass dem Baby der Stress der Einleitung erspart blieb 😊

Die dritte Geburt war auch klasse… 😀

Wir kamen an und ich wusste es geht los. Wir waren im Kreißsaal und die Hebamme fühlte „ach, erst 1cm, das dauert noch eine Weile“. Gut, wir haben uns überreden lassen kurz das Zimmer zu beziehen. Kaum oben angekommen fluchte ich (möglichst leise, es war ja mitten in der Nacht), dass ich jetzt sofort in den Kreißsaal muss. Die Hebamme nahm mich wieder nicht ernst. „Ach, erst 2cm, das dauert doch noch eeewig! Und die Fruchtblase ist ja auch noch intakt!“ Sie schloss mich ans CTG an und wollte wieder aus dem Zimmer gehen.

Sie hatte gerade einen Fuß aus dem Zimmer gesetzt da rief mein Mann nur entsetzt: „Der Kopf ist da!“. Ich hatte es ja gesagt!

Panisch sprang sie zu mir, drückte den Kopf wieder zurück (3 Mal!) und rief nur, ich soll aufhören zu pressen! Dabei tat ich gar nichts, das Kind wollte sich selbst raustreten.
Bis mein Mann dann einen spitzen Gegenstand aus der Schublade holte verging eine gefühlte Ewigkeit.
Die Fruchtblase musste ja erst aufgestochen werden.

Sobald die auf war dauerte es keine 10 Sekunden und wir konnten unser drittes Mädchen in die Arme schließen.

Fazit: Bei keiner einzigen Geburt wurde ich ernst genommen von dem Personal, aber ich war auch noch sehr jung. Ich kann das gut und gerne verzeihen, sie haben ja alle deutlich mehr Erfahrung und können nur danach urteilen.

Ich bin sehr froh, dass mein Mann mir bei jeder Geburt so gut beigestanden hat. Er war ein sehr guter Ruhepol und mit ihm konnte ich scherzen und lachen in den Wehenpausen. Ich war sehr erleichtert, dass er nicht von selbst umgekippt ist. Vor allem bei der dritten, als er sie fast im Alleingang hatte holen müssen 😊

Wie habt ihr eure (spontanen) Geburten erlebt? Ich freue mich auf eure Berichte!

 

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