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Reisen

Alleine verreisen mit vier Kindern: 5 Tipps für lange Autofahrten

Oktober 7, 2019

Einige meiner Freundinnen sagen, ich wäre verrückt. Alleine mit vier (vier!) Kindern Autofahrten von 7 Stunden zu überstehen, halten sie für eine ziemlich unlösbare Aufgabe. Tja, aber so lange dauert es nun mal, wenn man von Berlin nach Österreich fahren möchte. Und wer meinen Blog häufiger liest weiß, dass ich mein Herz an das Land der Germknödel und Skipisten verloren habe.

Was bleibt mir also anders übrig, als diese Fahrt auf mich zu nehmen? Noch zumal wenn mein Mann beruflich bedingt keine Zeit hat, uns zu begleiten. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Zuhause bleiben oder sich durch die lange Fahrt durchkämpfen. Nummer eins ist für mich keine Option 😊

Bereits meine Anreise zur A-ROSA Bella im österreichischen Engelhartszell habe ich im Alleingang gemeistert. Nun geht es nach Oberösterreich, was ebenfalls mindestens 700km Wegstrecke bedeutet. Da ich die erste Reise erstaunlich gut überstanden habe, möchte ich euch gerne meine Autobahn-Survival-Tipps verraten. Vielleicht habt ihr ja auch bald eine lange Fahrstrecke vor euch und benötigt ein paar gute Ideen, um die Reise nicht ganz so anstrengend werden zu lassen. Also, los geht´s!

Startzeit

Ich starte lange Autofahrten möglichst früh am Morgen. So früh, dass meine vierjährigen Zwillinge fast schlafend ins Auto getragen werden und die beiden Großen gerade mal Zeit haben, um sich ein paar bequeme Klamotten anzuziehen (die sie am Abend vorher rauslegen). Kein Frühstück, ausnahmsweise auch mal kein Zähneputzen, dafür aber mindestens 1,5 Stunden Ruhe im Auto.

Auch wenn die Kleinen zwischendurch aufwachen, dösen sie doch wieder durch das monotone Autobrummen ein. Und auch die Großen sind froh, wenn sie sich noch einmal in ihre Jacken einkuscheln und ein wenig die Augen zumachen können.

Ein weiterer Vorteil des frühen Aufstehens sind die leeren Autobahnen. So kann ich in dieser Zeit ordentlich Strecke machen, bevor die ersten Rufe nach „Hunger, Durst, Langeweile!“ von der Rückbank schallen.

Am Abend vorher dürfen übrigens alles so lange aufbleiben, wie sie möchten. Dann schlafen sie trotz der Aufregung wegen der bevorstehenden Reise dennoch entspannt ein und ich habe abends keinen Stress damit, die Kleinen endlich zum Einschlafen zu bewegen.

Proviant

Sobald meine großen und kleinen Beifahrer die Augen endgültig aufgeschlagen haben, haben sie Hunger. Und zwar riesengroßen Hunger!

Belegte Brote schmiere ich am Abend zuvor und tue sie in den Kühlschrank, so dass ein Griff am Morgen reicht, um sie ins Auto zu befördern. Dazu gibt es noch ein paar Brezeln (die kleinen harten in den großen Tüten), denn jede verknabberte Minute ist für mich eine gewonnene Minute.

Gummibärchen dürfen auf unseren Autofahrten auch nicht fehlen. Die beschäftigen meine Kids länger als Schokolade, sind besser einzuteilen und schmieren nicht die Sitze voll. Allerdings reiche ich sie nur in Maßen nach hinten, denn schließlich soll der Durst nicht zu groß werden. Was mich zu meiner (nicht sehr üppigen) Getränkeauswahl bringt.

Getränke

Ich nehme für lange Autofahrten ausschließlich Wasserflaschen mit. Entweder kleine 0,33L Flaschen, oder aufgefüllte Getränkebehälter aus Kita und Schule. Die Menge hat bislang für mehrstündige Fahrten immer ausgereicht und zur Not habe ich immer noch ein bis zwei Reserverflaschen dabei.

Meine Kinder beschweren sich jedes Mal, dass es nur Wasser zu trinken gibt. Das hat aber einen ganz klaren Vorteil: Es schmeckt nicht so lecker, als dass man an der Flasche Dauernuckeln müsste. Somit werden Toilettengänge auf ein Mindestmaß reduziert und ich kann fahren, fahren, fahren.

Einmal machte ich den Fehler, jedem Kind sein Lieblingsgetränk mitzunehmen. Meine dauernden Ermahnungen, nicht so viel zu trinken, verhallten natürlich ungehört. Es kam, was kommen musste: „Mama, ich muss mal!“ Aber natürlich nicht alle zeitgleich, sondern immer schön nacheinander… Nie wieder!

Beschäftigung

Kommen wir nun zum Boardentertainment für lange Autofahrten. Ich denke oft wehmütig an die Zeit zurück, als ich mit meinen Eltern nach Österreich gefahren bin. Da konnte ich während der Fahrt zwei Kassetten über die Autoanlage hören. Danach war mein Vater so genervt von Benjamin Blümchen und Co, dass mir nur noch der Blick aus dem Fenster blieb.

Da können sich meine Kinder glücklich schätzen, dass es heute viel mehr Möglichkeiten zum Zeitvertreibt gibt. Ich aber ehrlich gesagt auch. Denn mein Gequengel von damals möchte ich heute nicht aus vier Kehlen gleichzeitig hören.

Wir haben ein paar Dauerbrenner, die uns auf jeder Autofahrt begleiten. Ich habe sie euch zur Einfachheit verlinkt*, dann könnt ihr sie direkt im Shop anschauen und überlegen, ob sie für euch auch in Frage kommen. Ich finde sie wirklich sehr hilfreich:

Die Toniebox

Oh, was hätte ich mir früher eine Toniebox gewünscht! Einfach eine niedliche Figur aufstellen und schon ertönt das passende Hörspiel, einfach toll! Auch die älteren Kinder lauschen da gerne und selbst ich habe meine Freude an den immer wieder tollen neuen Geschichten.

Als Highlight nehme ich für jede Autofahrt einen neuen Tonie mit, so lauschen die Kinder noch aufmerksamer. Tipp: Den neuen Tonie bereits Zuhause runterladen, dann gibt es keine Probleme mit dem W-Lan während der Fahrt. Das Runterladen klappt übrigens auch durch die Verpackung, so kann sie den Kids neu präsentiert werden – strahlende Gesichter sind da bei mir vorprogrammiert.

Stickerbücher

Meine Kinder lieben Stickerbücher so sehr, dass ich ihnen tatsächlich schon mal einen ganzen Blogpost gewidmet habe. Meine Empfehlungen für ganz verschiedene Stickerbücher könnt ihr hier sehen. Aktuell haben die Zwillinge diese beiden Favoriten:

Malsachen

Malen geht immer, vor allem  mit diesen genialen Stiften:

Durch ihre Papierkappe kann man die oberste Schicht abziehen und benötigt so keinen Anspitzer mehr – perfekt für lange Autofahrten (und auch im Urlaub). Ein schönes Malbuch dazu und die nächsten zwanzig Minuten ist Ruhe auf der Rückbank.

Kurze Spiele, bei denen alle mitmachen können, eignen sich auch immer gut zum Zeitvertreib. Ich sehe was, was du nicht siehst können auch die Kleinsten mitspielen und auch wenn sie die Buchstaben noch nicht kennen, krähen sie beim Autokennzeichenraten doch auch immer fröhlich mit. Außerdem noch Ich packe meinen Koffer oder ABC der Tiere und viele kleine Spielchen mehr.

Pausen

Keine Frage, ganz ohne Pausen kann man eine lange Autofahrt mit Kindern nicht bestreiten. Ich versuche, im besten Fall mit einer Pause auszukommen und das möglichst in Verbindung mit einem Tankstopp. So kann man mit einem Mal alles erledigen.
Wichtig ist mir auch, dass es einen Spielplatz an unserer Raststätte gibt oder zumindest die Möglichkeit, ein wenig frei herumrennen zu können. Die Kinder sitzen im Auto so lange still, da ist gründliches Auslüften ein Muss – auch bei schlechtem Wetter.

Meine Kinder dürfen sich bei der Tankstelle immer eine Kleinigkeit aussuchen. Keine allzu überteuerten Sachen, eher eine Zeitschrift oder eine besondere Süßigkeit, die sie sonst nicht bekommen. Das hebt die Stimmung für die Weiterfahrt und beschäftigt wiederum ein wenig. Die Zeitschriften werden dann auch von klein zu klein und groß zu groß getauscht, so dass jeder in ihnen blättern kann.

Auch meine langen Autofahrten mit den Kindern laufen nie vollkommen glatt. Natürlich wird auch gemeckert und gestritten, das ist bei dieser stressigen Situation für alle Beteiligten ganz normal. Aber meine Tipps retten mich mindestens über dreiviertel der Strecke. Und das finde ich für eine 700 Kilometer lange Fahrt alleine mit vier Kindern doch eine ganz gute Leistung 😉

Habt ihr noch Tipps für lange Autofahrten mit Kindern? Immer her damit, dann füge ich sie gerne der Liste hinzu. Postet eure Ideen einfach in den Kommentaren, dann haben alle Leser etwas davon!

Bei Mama& Co findet ihr noch viele weitere Beiträge zum Thema Skikurse für Kleinkinder, familienfreundliche Skihotels und pistennahe Appartmentanlagen – lest doch gleich mal rein, ich habe alles persönlich für euch ausprobiert 🙂

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