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Familienleben | Mamaleben

Und täglich grüßt die Pubertät: Von Teenager Marotten und Mamas Nerven

Oktober 6, 2020

Vor kurzem bei uns Zuhause: Meine 15-jährige Tochter kommt mit einem Klassenkameraden nach der Schule heim. Sie hatte ihn angekündigt als „ein Freund, aber nicht mein Freund!“. Ich begrüße also beide mit einem freundlichen Lächeln an der Tür und frage, ob ihr Schultag denn in Ordnung war. Als Antwort erhalte ich ein genervtes Augenrollen und ein gezischtes „Boah Mama, du bist so peinlich!“. Äh, was habe ich denn gemacht? Willkommen Pubertät, goodbye meine Nerven.

Mann, bin ich peinlich!

Sehr viele von euch lesen Mama&Co ja regelmäßig, was mich natürlich total freut. Euch, und natürlich auch denjenigen, die gerade anderweitig auf diesen Artikel gestoßen sind, muss ich jetzt allerdings etwas gestehen: Ich bin peinlich. Und zwar so peinlich, dass ich das Auto am besten um die Ecke parke, wenn ich meine älteren Kinder (12 und 15) mal von der Schule abhole. Wieso ich so peinlich bin, habe ich bis heute nicht wirklich verstanden. Eigentlich finde ich mich mit meinen 44 Jahren noch ganz passabel, aber offensichtlich ist meine Selbstwahrnehmung da etwas eingetrübt. Denn meine Kinder wissen es besser. Und halten mit ihrer Meinung auch nicht hinter den Berg.

Na gut, manchmal gehe ich mir mit meinen Sprüchen selber auf die Nerven. Zum Beispiel dann, wenn ich zum zwanzigsten Mal darum bitte, die Wäsche IN und nicht VOR die Wäschetonne zu werfen. Oder dann, wenn ich zum wiederholten Male anmahne, Butter, Milch und andere Kühlprodukte nach halbem Verzehr doch bitte wieder zurück in den Kühlschrank zu stellen. Boah, wie bin ich anstrengend!

Es gibt halt so manche Dinge in diesem speziellen Alter der Pubertät, die ich weder bei meinem Mädchen, noch bei meinem Jungen verstehen kann. Oder besser gesagt: Ich kann sie verstehen, sie nerven mich aber trotzdem. Eben so kleine Handgriffe wie oben beschrieben. Das kann doch wohl nicht so schwer sein, denke ich mir. Und rede und rede und rede. „Musst du immer meckern?“ schallt es dann von meinen zwei Teenagern zurück. Und ich knurre zwischen zusammen gebissenen Zähnen: „Nee, müsste ich nicht. Wenn ihr einfach beim ersten Mal eure Sachen erledigen würdet!“

Was aus Geschirr so alles wächst

Besonders liebgewonnen habe ich auch die vielfältigen bakteriellen Kulturen, die im Zimmer meiner Tochter gezüchtet werden. Nein, ich meine nicht die Schmutzwäsche, die es noch nicht einmal bis VOR die Wäschetonne geschafft hat. Ich meine die dreckigen Teller, auf denen vor grauer Vorzeit einmal eine leckere Mahlzeit ins Teenager Zimmer geschleppt wurde. Diese wurde dann vorzugsweise im Bett verspeist, denn dort befindet sich ohnehin das Epizentrum der Pubertät. So weit, so verständlich.

Bedauerlich ist nur, dass die Lebensmittel auf besagten Tellern nie ganz aufgegessen werden, sondern immer eine Kleinigkeit drauf liegen bleibt. Das kann ein Wurstrand sein, ein braunes Bananenstück oder auch eine einzelne Nudel mit Soße, die aus irgendeinem Grund nicht mehr zu verdauen war. Das gleiche gilt übrigens auch für Getränkereste, die in einem starren Dornröschenschlaf auf dem Fensterbrett vor sich hinschlummern. Oder ist es doch ein Biologieexperiment von dem ich nichts weiß? Wohl eher nicht, das müsste sich schon um eine Langzeitstudie handeln.
So verwachsen die Essensreste irgendwann mit dem Teller und verfärben ihn, oder die Flüssigkeiten bilden Oberflächenstrukturen, die man bisher so noch nicht gesehen hat. Lecker geht anders. Klar, man könnte das Geschirr beim nächsten Gang in die Küche ja auch einfach mal mitnehmen. Aber was weiß ich schon…

Trotzdem: Dicke, fette Liebe!

Ach ja, es ist die helle Freude der Pubertät, die in meiner Großfamilie alltäglich herrscht. Doch bei allen geistigen Verwirrungen dieser Zeit ist da auch noch mein kleines geliebtes Mädchen, das sich urplötzlich in diesem großen langen Körper wiedergefunden hat. Und dieses Kind will kuscheln, geliebt und in den Arm genommen werden. Wenn meine Tochter dieses Bedürfnis hat, dann bin ich da. Vergesse schmutzige Wäsche und angegilbte Teller und umarme sie einfach nur von ganzem Herzen. Dann ist sie spürbar, diese wunderbare Verbindung zwischen Mutter und Kind, die keine Nabelschnur jemals trennen kann. Meine Tochter wird ganz weich in meinem Arm und wir genießen einfach nur die Nähe zueinander.
Peinlich sein kann ich ja später dann wieder 😊

Na, kommt euch das alles ziemlich bekannt vor? Erzählt doch mal im Kommentarfeld…

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