Familienleben

Vom Glück, Kinder zu haben

März 30, 2018

Als ich klein war wollte ich immer zwei Kinder haben. Wie es das Schicksal so wollte, habe ich 2×2 bekommen – und könnte nicht glücklicher über meine Großfamilie sein.

Kinder sind ein unglaublicher Reichtum. Manchmal auch ein Luxus, immer aber ein Reichtum. Sie bereichern unseren Alltag mit ihrer Sicht der Dinge, mit ihrer Unvoreingenommenheit, ihrer Neugierde und Energie. Meine Kinder bringen mich dazu stehen zu bleiben, um die Vögelchen im Baum nicht zu erschrecken – eine Fürsorge, die mir als Erwachsene fremd wäre. Das Glück der kleinen Dinge eben.

Aber genau das sind sie, die kleinen Momente, die das Leben mit Kindern so besonders machen. Unbezahlbar und unglaublich schön – wenn wir uns die Zeit nehmen hinzusehen und inne zu halten.
Natürlich hat man im Alltag nicht immer die Zeit, auf jede Äußerung des Kindes einzugehen. Aber wenn wir uns ab und an bewusst auf ihre Welt einlassen, wird das unsere sehr bereichern.

Es gibt diesen schönen Spruch: Mit jedem Kind fängt die Welt neu an.

Das finde ich auch. Kinder bemerken täglich Dinge, die wir längst als selbstverständlich abgestempelt haben. Deren Zauber wieder zu entdecken bringt ein bisschen Wunder auch in unseren Tag:
Ein bunter Schmetterling? Faszinierend! Das Ei wird in der Pfanne fest? Unglaublich! Regen ist toll, weil er schöne Pfützen macht? Ansichtssache!

Wir müssen nicht alles großartig finden, was unsere Kinder produzieren und präsentieren. In manchen Situationen ist man nicht bereit, sich auf lose Kindergedanken einzulassen. Dann soll es einfach nur schnell gehen, der umgekippte Becher nervt oder Schlafmangel macht uns dünnhäutig. Die Trotzphase bringt uns an den Rand des Wahnsinns, die Pubertät schubst uns über die Klippe.

Absolut verständlich und einfach nur menschlich also, dass nicht jeder Augenblick als zauberhaft und reines Glück empfunden werden kann. Das erste Lebensjahr meiner Zwillinge hat mich, in Verbindung mit der Fürsorge für die beiden Großen, auch oft an meine physischen und psychischen Grenzen gebracht.

Niemand ist perfekt und der hohe Anspruch an uns selbst setzt uns zusätzlich unter Druck. Kinder sind auch anstrengend, keine Frage. Aber sie möchten uns damit nicht ärgern, sie müssen erst lernen mit ihren Gefühlen umzugehen. Und so lange ihnen das noch nicht gelingt, geben sie alle Emotionen ungefiltert an uns weiter.

Und genau darin liegt ihre Einmaligkeit: Kinder sind authentisch.

Ihre Emotionen sind unverfälscht, spontan, ohne Kalkül. Ihr Lachen kommt aus tiefstem Herzen – darum berührt es unser Herz so sehr. Ihr Weinen ist tieftraurig oder verzweifelt – ein kleiner Stich in unser Herz.

Unsere Aufgabe als Eltern ist es, ihrer Kinderwelt Stabilität zu geben. Nur so können Kinder behutsam aufwachsen, gestärkt von einem liebenden Umfeld, das ihre Individualität erkennt und akzeptiert.
Nicht ohne Regeln und auch nicht ohne Erziehung. Aber immer mit sehr viel Liebe, die auch in schwierigen Phasen der Eltern-Kind-Beziehung eine solide Basis bietet.

Eine kleine Anekdote noch zum Schluss: Gerade als wir das Haus verlassen wollten, sah meine Zweijährige Tochter die Staubkörner im Sonnenschein fliegen. Sie fragte, was das sei, und ich antwortete, es sei nur Staub. Sie blickte sich nochmal um, strich mit der Hand durch die Luft und sagte:

„Tschüss, Zauber-Staub!“

Und so wurde aus meinem Ärger über den Schmutz ein Lächeln.

Verratet ihr mir eure “Zauber – Momente” mit euren Kindern? Welches Glück erlebt ihr?Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen!

Only registered users can comment.

  1. Ich war mit Sohn (2) und Hund spazieren, als wir von einem heftigen Regenguss überrascht wurden. Wir rennen also schnell in Richtung Heimat, sind aber innerhalb kürzester Zeit nass bis auf die Knochen. Ich will nur nach Hause. Plötzlich bleibt mein Kurzer stehen, schaut nach oben, streckt die Handflächen zum Himmel und sagt “Guck mal Mama, es regnet!”.

    Zum Knutschen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.