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Mamaleben

Weihnachten ohne dich ~ Feiern mit all den Seelen, die fehlen

Dezember 19, 2019

Tatsächlich bin ich heute schon froh, wenn die kommenden Tage vorbei sind. Klar, Weihnachten ist ein ganz besonderes Fest und mit vier Kindern macht es durchaus Freude, den Advent schön zu gestalten. Doch es ist auch eine Zeit, in der Erinnerungen wach werden. Wo Momente aus der Vergangenheit auftauchen und mich schmerzlich daran erinnern, dass die Zeit meines leichten Herzens und der Unbeschwertheit vorbei ist.

Weihnachten ohne Papa / Opa / Ehemann

Seit vier Jahren feiern wir nun Weihnachten ohne meinen Vater. Für meine Mutter ist das sicherlich am schwersten und sie alleine zu sehen bricht mir zusätzlich das Herz. Sie würde sich nie beschweren, mir nie ihren Kummer zeigen. Aber dennoch spüre ich ihn. Und zwar fast noch schmerzhafter, als meinen eigenen.

Früher haben meine Eltern mir immer einen Adventskalender geschenkt. Selbst als ich erwachsen war, habe ich mit einem Lachen auf diese Tradition bestanden. Meine Eltern haben lächelnd den Kopf geschüttelt über ihre kleine große Tochter und sind dann losgezogen, um den schönsten Kalender für mich auszusuchen.

Für immer vorbei

Meine Mutter hat mir keinen Kalender mehr geschenkt – und ich habe nie wieder danach gefragt. Doch Weihnachten ohne eine geliebte Person bedeutet viel mehr als ein fehlender Adventskalender.

In dieser Zeit, die so angefüllt ist mit glücklichen Gesichtern, alljährlichen Weihnachtsliedern und familieneigenen Traditionen, tut der Verlust ganz besonders weh. Die gemeinsame Zeit ist nur noch eine Erinnerung, nicht mehr. Und egal ob es eine gebrannte Mandel ist, ein bestimmtes Lied oder weihnachtliches Marzipan – die Erinnerungen sind wie Nadelstiche.

Das sind sie für mich zwar das ganze Jahr über. Aber dann kann ich sie besser verdrängen. Ich schiebe sie weg, um so besser mit ihnen umgehen zu können. In der Weihnachtszeit ist das nicht möglich, denn sie sind überall und übermächtig. Und wenn ich nicht aufpasse, überwältigen sie mich.

Kürzlich war ich auf dem Friedhof. Während ich um meinen Vater weinte musste ich an all die anderen Menschen denken, die Weihnachten ohne ihre Liebsten feiern müssen. Die vielleicht 2019 zum ersten Mal mit diesem Verlust klarkommen müssen. Denen Menschen genommen wurden, bei denen der Tod noch unbegreiflicher (weil ungerechter) erscheint, als dies bei einem Mann von über 70 Jahren der Fall ist.

I feel you…

Ich kenne euch nicht persönlich, aber ich weiß, dass es ganz, ganz viele von euch gibt. Trauernde Mütter oder Väter, die in sich einen tiefen Kummer spüren. Die trotzdem weitermachen müssen für ihre Kinder. Sich verpflichtet fühlen, ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen, um den Kindern ihre ganz eigenen zauberhaften Kindheitserinnerungen mit auf den Weg zu geben. Und deren Lächeln nie ihre Augen, geschweige denn ihr Herz erreicht.

Ich wollte euch nur sagen: Ich denke an euch. Ich weiß, wie ihr euch fühlt.

Diese Leere, die ein fehlender Lieblingsmensch hinterlässt, scheint manchmal fast greifbar. Und doch ist da nichts, woran man sich festhalten könnte. Es mag andere Schultern zum Anlehnen geben und das ist schön. Doch es reicht nicht aus.

Denn DU bist nicht mehr da.

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  1. Liebe Nuriza, ich glaube du kannst meine Worte auch sehr persönlich nachempfinden. Herzlichen Dank für deine offene Antwort und alles Gute für dich!
    Viola

  2. Liebe Viola,
    das ist herzerweichend. Gerade, wenn man die Älteste ist, muss man für die jüngeren Geschwister stark sein. Das bedeutet, die anderen trösten und zum Lachen bringen, während das eigene Herz schluchzt. Das bedeutet, wenn man eine Schublade aufmacht und darin eine Erinnerung (ein Schal, eine Tasche, …) findet und einfach losheult. Dann gibt es diese Geburtstage, Muttertage, Vatertage, Weihnachten, … da bringt man die Rosen ans Grab.
    Doch das Leben geht weiter mit all den Kindern und Lieben, die wir haben. Schön, dass es sie gibt.

  3. Danke, liebe Christina! Bei uns ist es das vierte Mal…
    Euch auch ein schönes Weihnachtsfest mit kleinen, glücklichen Momenten und viel Liebe im Herzen.

  4. Was für ein schöner Artikel. Wir feiern zum dritten Mal ohne meine Mutter, die mit 55 Jahren gestorben ist. Es ist anders.

    Eine virtuelle Umarmung für dich und all die anderen, die ohne einen wichtigen Menschen Weihnachten feiern.

  5. Das stimmt, ganz oft scheint er greifbar nahe, wenn wir über ihn reden. Und das tun wir häufig, wahrscheinlich genau so, wie du mit deinem Papa. Es tut mir sehr leid, dass dein Papa so früh gehen musste und euch viele kostbare Jahre fehlen. Ich bin sicher, auf eine sehr besondere Art ist er immer bei dir.
    Alles Liebe und ein schönes Weihnachtsfest,
    Viola

  6. Danke, liebe Marion. Ich merke auch, dass es Schritt für Schritt ein wenig leichter wird, bzw. die “schmerzfreien” Abstände länger werden. Und trotzdem bleiben die kommenden Tage eine Herausforderung.
    Dir auch alles Liebe und möglichst fröhliche Weihnachten!
    Viola

  7. Der Text geht in die Mitte meines Herzens. Ich habe meinen Vater sehr früh verloren, ich war 15. Mittlerweile bin ich 33 und der Schmerz ist auch nach all den Jahren nicht vergangen. Ich muss gestehen, sehr lange habe ich mich mit meinem Schmerz allein gefühlt. Erst jetzt im “Alter” fällt der Blick weitaus weiter. Ich verstehe deinen Verlust und wünsche deiner Familie und allen trauerndem, dass sie in der Trauer zusammenhalten und sich nicht voneinander entfernen. Wichtig ist der Mensch ist erst gegangen, wenn nicht mehr über ihn gesprochen wird. Am Anfang fällt es schwer, aber ich kann manchmal herzhaft über meinem Papa lachen und an manchen Tagen lebe ich auch noch heute meine Trauer aus. An den Feiertagen am Besten wenigstens eine Anekdote des geliebten Menschen an den Tisch bringen. Dabei weinen oder lachen, aber so scheint es, als wäre kurz ein weiterer Gast zuhause. Ich wünsche viel Kraft für die bevorstehenden Tage.

  8. Gerade an Weihnachten fehlen uns die Lieben, die nicht mehr sind. Auch mir geht es so. Mit den Jahren wird der Besuch am Grab leichter. Es klingt vielleicht blöd. Aber man hat im Zwiegespräch so viel zu erzählen,. Das Jahr zieht Revue in Gedanken. Und alleine der Gedanke, das die liebe Person, sich über Neuigkeiten freut, lasst alles ein weniger freundlicher betrachten. Schöne Weihnachten, Marion

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