Wechselunterricht Distanzlernen lerncoaching Homeschooling

Welcher Wechselunterricht ist besser: Täglich oder wöchentlich?

Am kommenden Montag soll er für einige Klassen wieder losgehen, der Präsenzunterricht. An den meisten Schulen wird dann Wechselunterricht erteilt, um die Klassengrößen zu verringern und somit das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Doch welches Wechselmodell ist eigentlich besser: Täglich oder wöchentlich?

„Ich kann nur hoffen, dass der Unterricht täglich wechselnd stattfinden wird“,  sagte meine Freundin kürzlich zu mir. 

„Ich hoffe sehr, dass der Unterricht im wöchentlichen Wechselmodell erteilt wird“, sagte wiederum mein Cousin.

Zwei Elternteile, die jeweils über ihre Erwartungen für den Unterricht ihrer Drittklässler sprachen. Vergleichbare Ausgangssituationen also, die jedoch von jedem ganz unterschiedlich bewertet werden.

Wechselunterricht als Übergang

Von daher ist eins von vornherein klar: Nicht jeder von uns wird in den kommenden Wochen mit dem Unterrichtsangebot für sein Kind zufrieden sein. Wechselunterricht kann nur als Notlösung angesehen werden, der zwischen Homeschooling und permanentem Präsenzunterricht fungiert. Eine Übergangszeit, die wieder eine Brücke in Richtung Normalität baut. Denn egal wie gut der Wechselunterricht auch organisiert werden mag – den Regelunterricht kann er nicht ersetzen.

Dabei steht es den Schulen frei, ihr Modell für den Wechselunterricht zu wählen. Abhängig von räumlichen und personellen Kapazitäten kann jede Schule frei entscheiden, ob sie den Unterricht im täglichen oder wöchentlichen Wechsel stattfinden lässt. Auch stundenweise Wechselmodelle sollen an einigen Schulen im Gespräch sein. Allerdings bedarf es dafür besonders umfangreicher Hygienevorschriften, deren Umsetzung im Schulalltag schwerfallen dürfte. Von daher ist zu erwarten, dass ein Großteil der Schulen sich auf täglichen oder wöchentlichen Wechselunterricht festlegen wird.

Vor- und Nachteile

Doch welches Konzept ist nun eigentlich besser geeignet, um Kindern Lerninhalte bestmöglich zu vermitteln? Hier lohnt sich der Blick zunächst auf die Vor- und Nachteile der beiden Modelle.

Vorteile

  • kleinere Lerngruppe
  • Beibehaltung des Stundenplans
  • Einüben auch digitaler Anteile und Vorbereitung auf Distanzelemente 
  • geringere Frequenz in Bussen und beim Ganztagsbetrieb
  • Risikopersonen werden geschützt

Nachteile

  • Kinder müssen an den anderen Tagen Zuhause betreut werden
  • hoher Aufwand für die Lehrkräfte in Bezug auf Unterricht und Aufgabenstellung 
  • zusätzliche Korrektur der Fernunterrichtsaufgaben
  • wenig Unterstützung für Schüler ohne familiäre Hilfe

Folgende Vorteile sprechen für den wöchentlichen Wechselunterricht:

  • besser planbar für Familie
  • Weniger Verwirrung bei jungen Schülern (Schule ja/nein?)
  • Wochenplanarbeit möglich
  • Klarere Strukturen für Schulorganisation
  • Freieres Lernen besonders für ältere Schüler

Der tägliche (bzw. alle zwei Tage) stattfindende Wechselunterricht hingegen bietet diese Vorteile:

  • Feriengefühl wird vermieden
  • Zeitnahe Umsetzung und Kontrolle von Aufgaben
  • Selbstständigeres Arbeiten durch direkte Erklärungen im Unterricht -> somit geringeres Betreuungsproblem an Homeschooling Tagen
  • Mehr Struktur im Alltag
  • Sprachkenntnisse können besser trainiert werden
Wichtig: Das Alter der Schüler

Bisherige Erfahrungen von Lehrern zeigen, dass die Art des Wechselunterrichts stark vom Alter der Schüler abhängig ist. Während jüngere Schüler (und häufig auch deren Eltern) einen täglichen Wechsel bevorzugen, sprachen sich viele ältere Schüler für einen wöchentlichen Wechsel aus. Dies liegt darin begründet, dass die Arbeitsweisen und -inhalte von Grund- und Oberschulen sich deutlich unterscheiden. Jüngere Kinder brauchen eine viel stärkere Anleitung, als dies bei älteren Kindern der Fall ist. Diese haben bereits eigene Problemlösungsstrategien entwickelt und sind nicht mehr so stark abhängig von Erklärungen der Lehrer oder Unterstützung durch die Eltern.

In meinen Augen hat der Wechselunterricht den großen Vorteil, dass er allen Kindern eine Rückkehr an die Schulen ermöglicht. Dabei denke ich vor allem an Kinder aus sozial schwachen oder bildungsfernen Haushalten, denen die Schule sowohl als Bildungs-, als auch als soziale Institution fehlt. Meine Gedanken zu diesem Thema habe ich in meinem Beitrag Schulen zu, Hilfsangebote geschlossen: Die vergessenen Kinder der Corona Krise bereits ausführlich dargelegt. Diese Kinder werden massiv vom Wechselunterricht profitieren – unabhängig davon, in welcher Form er organisiert sein wird.

Fazit

Jede Familie hat ihr eigenes Gefüge, ihre eigenen Alltagsabläufe und ihre individuellen Strukturen. Der Beginn des Wechselunterrichts wird den Familienalltag neu ordnen und Abläufe verändern. Doch wenn wir eine Sache in den letzten Wochen und Monaten gelernt haben, dann wohl die Notwendigkeit von Flexibilität. Kurzfristig denken und flexibel mit neuen Vorgaben umgehen gehören zu den Kompetenzen, die wir uns während der Corona Pandemie alle aneignen mussten.

Somit werden wir uns auch mit dem Modell des Wechselunterrichts arrangieren, welches die Schule unseres Kindes vorgibt. Also falls nicht euer Wunschmodell gewählt wird denkt daran: Der Wechselunterricht erfolgt nur temporär, er wird beizeiten wieder enden. Und unsere Kinder sind ohnehin viel anpassungsfähiger, als wir uns das oft vorstellen können. Sie werden mit beiden Varianten klarkommen – mit dem wöchentlichen Unterrichtswechsel ebenso wie mit dem täglichen.

Habt ihr sonst noch Sorgen, Fragen oder Probleme rund um das Thema Schule? Bei meinem Lerncoaching kann ich euch ganz individuell beraten und euer Kind auf einem entspannten und erfolgreichen Weg durch die Schule unterstützen. Schaut gleich mal hier vorbei!

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